Parlamentswahl Thailändische Prinzessin entschuldigt sich für Kandidatur

Sie wollte Premierministerin werden, aber ein Machtwort des Königs stoppte sie: Nun hat Thailands Prinzessin Ubolratana ihr Vorgehen bedauert. Der Partei, die die Kandidatur unterstützt hat, droht ein Verbot.

Prinzessin Ubolratana Rajakanya
REUTERS

Prinzessin Ubolratana Rajakanya


Ihr Ausflug in die Politik dauerte letztlich nur etwa einen Tag: Schon kurz nach der Ankündigung der thailändischen Prinzessin Ubolratana Rajakanya, als Kandidatin bei der Parlamentswahl anzutreten, war ihre Kandidatur schon wieder erledigt. Vor allem aufgrund der scharfen Kritik ihres Bruders, König Maha Vajiralongkorn. Nun hat sich Prinzessin Ubolratana für ihren Vorstoß entschuldigt.

Auf Instagram, wo die Prinzessin fast 100.000 Follower hat, schrieb die 67-Jährige: "Es tut mir leid, dass meine Entschlossenheit, für Land und Volk zu arbeiten, Probleme bereitet hat. Das hätte in diesen Tagen und in diesem Alter nicht passieren dürfen."

Die Prinzessin hatte sich am vergangenen Freitag von der Partei einer befreundeten Familie als Spitzenkandidatin für die geplante Parlamentswahl am 24. März aufstellen lassen. König Vajiralongkorn nannte das "unangemessen". Die Kandidatur wurde von staatlicher Seite für unzulässig erklärt und von der Partei zurückgezogen. Die Prinzessin füge sich der "königlichen Anordnung", hieß es.

Der unterstützenden Partei droht ein Verbot

Unterstützt wurde die Kandidatur von der Partei Thai Raksa Chart (TRC), die der einflussreichen Shinawatra-Familie nahesteht. Der TRC drohen nun Konsequenzen: Der zuständige staatliche Wahlausschuss hat das Verfassungsgericht angerufen, um die Partei zu verbieten. Er wirft ihr vor, "gegen die konstitutionelle Monarchie des Landes gehandelt" zu haben.

Die TRC präsentiert die Bewerbung der Prinzessin
REUTERS

Die TRC präsentiert die Bewerbung der Prinzessin

Die Shinawatras stellten in den vergangenen Jahren zweimal den Premierminister. Beide Male putschte die Armee. Nach dem jüngsten Putsch 2014 versprachen die Militärs mehrfach baldige Wahlen, verschoben diese aber. Nun sollen sie Ende nächsten Monats stattfinden. Der amtierende Premierminister, General Prayut Chan-o-cha, tritt dann für eine Partei an, die der Armee nahesteht.

In Thailand herrscht seit rund 240 Jahren die Dynastie der Chakris. Bis 1932 war das Land eine absolute Monarchie. Das wohlhabende Königshaus hat auch heute noch eine wichtige Stellung.

aev/dpa



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