Majestätsbeleidigung Thailands Justiz ermittelt gegen die BBC

Majestätsbeleidigung wird in Thailand von der Regierung hart bestraft. Wegen eines Berichts über den neuen König wird nun offenbar gegen den britischen Sender BBC ermittelt.

Maha Vajiralongkorn
REUTERS

Maha Vajiralongkorn


Ein Bericht über den Nachfolger und Sohn des verstorbenen Königs Bhumibol sorgt bei der thailändischen Regierung für Aufregung. Nach Angaben eines Sprechers wurden wegen des Verdachts der Majestätsbeleidigung Ermittlungen gegen den britischen Sender BBC eingeleitet.

Der Artikel war kurz nach der Ernennung des Kronprinzen Maha Vajiralongkorn zum König am vergangenen Donnerstag auf der BBC-Webseite erschienen. Wie die britische Zeitung "The Guardian" schreibt, ging es in dem Bericht um die Ausbildung des neuen Monarchen in Thailand, England und Australien und seine Leidenschaft für das Fliegen seiner eigenen Boeing 737. Allerdings soll der Beitrag Zweifel daran geäußert haben, ob Maha Vajiralongkorn fähig sei, die Thronfolge anzutreten. Insbesondere weil er in der Bevölkerung nicht denselben Respekt wie sein verstorbener Vater genieße.

Die Nachrichtenagentur AP berichtete zudem, der Artikel befasse sich auch mit der bewegten Vergangenheit des neuen Monarchen - zum Beispiel mit seinen drei Ehen. Der Sender äußerte sich nicht dazu. Die Polizei habe sich offiziell noch nicht gemeldet, sagte ein Mitarbeiter. Laut des "Guardian"-Berichts war die Polizei bereits am BBC-Büro in Bangkok, allerdings war es verschlossen.

Bereits zuvor nahm die Polizei den prominenten Regimekritiker Jatupat Boonpattararaksa fest, weil er den Artikel über Facebook weiterverbreitet hatte. Ihm wird Majestätsbeleidigung vorgeworfen. Er kam gegen eine Kautionszahlung auf freien Fuß. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 15 Jahre Haft.

Premierminister Prayuth Chan-ocha sagte, dass eine Nachrichtenseite mit Sitz in Thailand strafrechtlich verfolgt werde, wenn sie gegen die Gesetze des Landes verstoße. "Es ist egal, ob sie Presseangehörige sind - Straftat ist Straftat. Also sollte man aufpassen, was man tut."

mho/dpa/AFP



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