Thailands neue Ministerpräsidentin: Königin der Versprechen erbt Reich der Probleme

Von Freddy Surachai, Bangkok

Ein Grenzkonflikt im Norden, Terror im Süden und eine gespaltene Gesellschaft: Thailands erste Ministerpräsidentin hat von ihrem Vorgänger große Probleme geerbt. Aber die erfolgreiche Geschäftsfrau bringt außer Charme auch die nötige Härte für den heiklen Job mit.

Thailands Ministerpräsidentin: Yingluck Shinawatras Siegeszug Fotos
REUTERS

Somsak Kiatsuranont gilt als harter Mann. Seine Parteifreunde haben ihm wegen seiner direkten und unverblümten Art zu reden und zu handeln den Spitznamen "Hammer" gegeben.

Doch zu Beginn vergangener Woche zeigte sich der thailändische Parlamentspräsident ungewohnt unterwürfig: Im Empfangssaal des Siriraj-Hospitals in Bangkok warf er sich dem kranken König Bhumipol zu Füßen. Wie es das strenge thailändische Hofzeremoniell vorschreibt, nahm der Polit-Veteran auf einem Teppich liegend aus den Händen des greisen Herrschers das Dekret entgegen, das den politischen Wechsel im "Land des Lächelns" besiegelte: die Ernennung der 44-jährigen Yingluck Shinawatra zur ersten Regierungschefin Thailands.

In der blütenweißen Uniform der höheren thailändischen Beamtenschaft wartete die vom Parlament bereits mit überwältigender Mehrheit gewählte Ministerpräsidentin unterdessen in der Zentrale ihrer Pheu-Thai-Partei. Auch ihr Mann Anusorn Amornchat und ihr neunjähriger Sohn Supasek waren gekommen, um bei der Zeremonie dabei zu sein, die künftig in Thailands Geschichtsbüchern verzeichnet sein wird: Parlamentssekretär Pitoon überbrachte die Botschaft des Königs, verlas sie und legte sie dann vor einem übermannshohen Bildnis Bhumipols auf ein zierliches goldenes Tischchen.

Yingluck kniete vor dem Porträt nieder, dankte dem Monarchen und versicherte unter dem Jubel ihrer engsten Vertrauten: "Ich werde keiner einzelnen Gruppe dienen, sondern dem Land und dem gesamten thailändischen Volk." Erst in diesem Moment war die politische Senkrechtstarterin wirklich am Ziel: Sie ist die erste Frau, die das innerlich gespaltene südostasiatische Königreich regiert.

Erste Frau an der Spitze von Thailand

Dass mit ihr nun eine Frau an der Spitze der Regierung stehe, sei auf dem Weg zur inneren Versöhnung eher hilfreich als hinderlich, betonte sie in einer landesweit übertragenen Fernsehansprache. "Standhaftigkeit und Freundlichkeit sowie die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen aufzunehmen, können neue Möglichkeiten eröffnen, schwierige Probleme schnell zu lösen", betonte die frisch inthronisierte Regierungschefin.

Sie stammt aus einem weitverzweigten Familien-Clan, dessen Mitglieder seit Jahrzehnten Schlüsselpositionen in Wirtschaft, Politik und Militär besetzen. Zwei Familienmitglieder haben es bisher an die Regierungsspitze geschafft: Yinglucks Bruder Thaksin und dessen Schwager Somchai. Den Grundstein zur heutigen Macht des Clans hatte Urgroßvater Seng Sae Khu gelegt, der um 1860 aus China eingewandert war. Er war als Farmer und Seidenhändler erfolgreich. Später engagierte sich die Familie zusätzlich im Baugewerbe, im Transportwesen und im Immobiliengeschäft.

Thaksin schaffte dann in den neunziger Jahren den Durchbruch: In der IT-Branche machte er ein Milliardenvermögen, von 2001 bis 2006 war er Ministerpräsident. Nach seinem Sturz wurde er wegen Korruption zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und floh aus Thailand. Doch selbst aus dem Exil zog er weiterhin die Fäden und setzte durch, dass die in den USA ausgebildete Yingluck, die in der Führungsetage des Familienkonzerns arbeitete, Spitzenkandidatin für die Wahl am 3. Juli für seine Pheu-Thai-Partei wurde.

Für die meisten Thais noch immer ein fast unbekanntes Wesen

Ihr Privatleben hat die erfolgreiche Geschäftsfrau vor ihrem Sprung in die Politik so sorgsam vor der Öffentlichkeit abgeschirmt, dass sie für die meisten Thais noch immer ein fast unbekanntes Wesen ist. Umso interessierter stürzen sich Medien und Öffentlichkeit jetzt auf jedes Detail, das sie über Vorlieben und Gewohnheiten der neuen Frau an der Spitze in Erfahrung bringen können.

Die Wirtschaftszeitung "The Nation" tut sich dabei besonders hervor. Sie rechnete anhand eines Fotos minutiös vor, was Yinglucks Outfit gekostet haben könnte: eine Perlenkette für rund 100.000 Baht (circa 2500 Euro), ein Armreif von Cartier, etwa 200.000 Baht, eine Hermes-Handtasche, die zwischen 100.000 und 200.000 Baht wert sei, ein Schal, ebenfalls von Hermes, für etwa 20.000 Baht und Schuhe, für die sie wahrscheinlich zwischen 70.000 und 100.000 Baht hätte hinlegen müssen.

In einem Land, in dem ein Lehrer rund 10.000 Baht im Monat verdient, sind das geradezu unvorstellbare Summen.

Das Blatt verrät außerdem, dass Parfum-Liebhaberin Yingluck für einen guten Duft mehr ausgibt, als mancher Arbeiter im Monat verdient: 4500 Baht. Zum Friseur gehe sie allerdings nur bei besonderen Gelegenheiten, kritisiert die Zeitung und rät ihr, sich künftig einen Haar-Stylisten zu suchen. Sie liebe Starbucks-Kaffee und fürchte sich vor Geckos, begleite ihren Sohn zu seinen Klavierstunden und zum Fußballtraining, gehe gerne in der Crystal-Park-Mall in Bangkok zum Shoppen und könne nach Berichten aus ihrer Umgebung bei der Arbeit im Gegensatz zu ihrem sanften Image herrisch und fordernd sein und Härte zeigen.

Yingluck muss aus dem Schatten des großen Bruders treten

Yingluck muss nun beweisen, dass sie diese Härte wirklich hat, dass mehr in ihr steckt als das vermeintliche Glamour-Girl, dass sie mehr ist als die Statthalterin Thaksins, dass sie mehr sein will als die Verwalterin einer Regierung des "Big Brother".

Die Probleme des Landes, die sie von Vorgänger Abhisit geerbt hat, sind groß: Der Grenzkonflikt mit Kambodscha schwelt noch immer. Thailands Süden wird von immer neuen Terroranschlägen erschüttert. Das Militär gilt als großer Unsicherheitsfaktor für die weitere demokratische Entwicklung des Landes. Die blutigen Unruhen vom vergangenen Jahr sind bei weitem nicht aufgearbeitet. Vor allem die soziale Situation birgt Sprengstoff: In kaum einem anderen Land klafft die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander wie in Thailand.

Yingluck, die ihren Wahlkampf vorwiegend mit der Ankündigung sozialer Wohltaten bestritten hat, muss nun liefern: Jeder Schüler soll einen PC bekommen, jeder Universitätsabsolvent mit Bachelor-Abschluss ein garantiertes Anfangsgehalt von 15.000 Baht, jedes Dorf eine Millionen-Finanzspritze. Am heftigsten entzünden sich die Geister allerdings an ihrer Zusage, den Mindestlohn von derzeit 176 auf 300 Baht am Tag anzuheben. Die Wirtschaft läuft Sturm gegen dieses Vorhaben.

Symbolischer Akt: das Kabinett zu Füßen des Monarchen

Handelskammerpräsident Dusit malt ein schwarzes Bild für die Zukunft des wirtschaftlich florierenden Landes, wenn Yingluck ihr Versprechen einlöst: Die ausländischen Direktinvestitionen würden zurückgehen, die Produktionskosten steigen, die Wettbewerbsfähigkeit werde sinken und die Inflation wachsen. Kurzum: Thailand würde seine Marktposition in Asien und in der Welt dramatisch verschlechtern.

Die neue Ministerpräsidentin zeigt sich allerdings zuversichtlich: Sie werde alle ihre Kräfte einsetzen, um das Land zu einen, seinen Wohlstand zu mehren und Thailands Ansehen im Ausland zu steigern, versprach sie optimistisch, stellte ihr Kabinett vor und zog mit der gesamten neuen Regierungsmannschaft ins Siriraj-Hospital.

Auf dem blauen Teppich, auf dem Parlamentspräsident Somsak zu Beginn dieser für Thailand historischen Woche dem König seine Reverenz erwiesen hatte, legten nun Yingluck und ihr Kabinett ihren Amtseid ab. "Machen Sie Thailand in dieser durcheinander geratenen Welt zu einem Land, in dem es sich gut leben lässt", gab der alte Mann auf Thailands Thron der jungen Regierungschefin mit auf ihren Weg.

Die junge Frau, die Thailand in den kommenden vier Jahren regieren soll, bat allerdings erst einmal um sechs Monate Schonzeit. So lange brauchten sie und ihre Mannschaft, um sich einzuarbeiten. Nach dieser Frist werde allerdings jeder Minister auf den Prüfstand gestellt, ob er gute Arbeit geleistet habe, kündigte sie an. Für einige mag das wie eine Drohung geklungen haben.

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insgesamt 19 Beiträge
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1. ...
vogelsteller 14.08.2011
Zitat von sysopEin Grenzkonflikt im Norden, Terror im Süden und eine gespaltene Gesellschaft: Thailands erste Ministerpräsidentin hat von ihrem Vorgänger große Probleme geerbt. Aber die erfolgreiche Geschäftsfrau bringt außer Charme auch die nötige Härte mit für den heiklen Job. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779487,00.html
dann lebt sie nicht mehr lange.
2. Stadthalter! 1-1.5 Jahre, dann ist Taksin wieder da!
Altesocke 14.08.2011
Zitat von sysopEin Grenzkonflikt im Norden, Terror im Süden und eine gespaltene Gesellschaft: Thailands erste Ministerpräsidentin hat von ihrem Vorgänger große Probleme geerbt. Aber die erfolgreiche Geschäftsfrau bringt außer Charme auch die nötige Härte mit für den heiklen Job. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779487,00.html
Ah, die Millionenspritzen kommen wieder! Die schon ihrem Bruder die Wiederwahl sicherten. Dann ist es nur noch ein kleiner schritt, zu den 'Existenzgruendungskrediten', die zum Autokauf verwendet werden koennen. Und wenn das Anfangsgehalt eines Bachelorabsolventen 15000 Baht betragen wird: Schade um die 4 Jahre, die die meisten auf Bezahluniversitaeten dann in den Sand gesetzt haben. Trotz der ~100.000 Bahlt (Bafoeg) Schulden werden dann viele keinen bis gar keinen Job bekommen, der irgendetwas mit ihrem Bachelor zu tun haben koennte!
3.
ArnoNym 14.08.2011
Zitat von AltesockeAh, die Millionenspritzen kommen wieder! Die schon ihrem Bruder die Wiederwahl sicherten. Dann ist es nur noch ein kleiner schritt, zu den 'Existenzgruendungskrediten', die zum Autokauf verwendet werden koennen. Und wenn das Anfangsgehalt eines Bachelorabsolventen 15000 Baht betragen wird: Schade um die 4 Jahre, die die meisten auf Bezahluniversitaeten dann in den Sand gesetzt haben. Trotz der ~100.000 Bahlt (Bafoeg) Schulden werden dann viele keinen bis gar keinen Job bekommen, der irgendetwas mit ihrem Bachelor zu tun haben koennte!
Die Mindestlohnanhebung (heute nach meinem Kenntnisstand 150 und nicht 176 THB wie im Artikel erwähnt) ist genauso ein Blödsinn: Auf dem platten Land arbeitetet die Masse der abhängig Beschäftigten zum Mindestlohn. Wird der verdoppelt, verdoppeln sich sofort auch die Preise für Dienstleistungen aller Art.
4. Titel
mailverwertung 14.08.2011
Zitat von sysopEin Grenzkonflikt im Norden, Terror im Süden und eine gespaltene Gesellschaft: Thailands erste Ministerpräsidentin hat von ihrem Vorgänger große Probleme geerbt. Aber die erfolgreiche Geschäftsfrau bringt außer Charme auch die nötige Härte mit für den heiklen Job. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779487,00.html
Wo hat Thailand Probleme ? Das bissl Theater im Süden und Norden ist lächerlich. Der Wirtschaft geht es gut und es boomt! Mal versuchen thail. Staatsanleihen zu kaufen ... ohhh gibt es keine... wieso das denn ? Ansonsten ist der Artikel recht unvollständig. Eine entscheidende Änderung ist der neue Mindestlohn: http://www.korat-info.com/forum/viewtopic.php?t=4477
5. Sozialen Unterschiede
kein linker 14.08.2011
Zitat von mailverwertungWo hat Thailand Probleme ? Das bissl Theater im Süden und Norden ist lächerlich. Der Wirtschaft geht es gut und es boomt! Mal versuchen thail. Staatsanleihen zu kaufen ... ohhh gibt es keine... wieso das denn ? Ansonsten ist der Artikel recht unvollständig. Eine entscheidende Änderung ist der neue Mindestlohn: http://www.korat-info.com/forum/viewtopic.php?t=4477
Wie im Text erwähnt sind die sozialen Unterschiede der verschiedenen Regionen ein großes Problem. Im Nordosten (Issan) lebt der größte Teil der Bevölkerung noch von der Hand in den Mund, während um herum Bangkok die Oberschicht in Ihren Schlössern residiert... Yingluck muss es jetzt schaffen, dass auch die Armen ein Stück vom Wirtschaftswunder-Kuchen abbekommen, sonst wird sie unweigerlich Probleme mit den Rothemden bekommen. Diese Konflikte mit Kambodscha und den Moslems im Süden sind zwar bedauerlich, aber das interessiert die Wirtschaft wirklich nicht.
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Bevölkerung: 68,139 Mio.

Fläche: 513.000 km²

Hauptstadt: Bangkok

Staatsoberhaupt: König Bhumibol Adulyadej

Regierungschef: Armeechef Prayuth Chan-ocha (seit 22. Mai 2014)

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Fotostrecke
Thailand: Siegerin im Land des Lächelns
Hintergrund
Die Rothemden
REUTERS
Rothemden nennen sich die Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra . Sie werden angeführt von der außerparlamentarischen Opposition der "Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD) , die sich nach dem Militärputsch gründete und Verbindung zu Thaksin im Exil hält. Die UDD hat ihre Anhänger vor allem unter der ärmeren, wenig gebildeten Landbevölkerung im Norden und Nordosten Thailands. Thaksin band sie an sich, indem er ihnen eine Stimme gab, eine günstige Krankenversicherung einführte und Entschuldungsmaßnahmen einleitete.

Auch Studenten und demokratiebewegte Mitglieder der Mittelschicht haben sich den Rothemden angeschlossen. Sie fürchten um die Demokratie in Thailand und möchten den Einfluss des Militärs und der städtischen Eliten zurückdrängen. So unterstützen zwar nicht alle heutigen Rothemden uneingeschränkt Thaksins Kurs – der Unmut über den Putsch des Militärs 2006 aber eint die Demonstranten.
Die UDD hält die noch amtierende Regierung für illegal und verlangte deshalb Neuwahlen - bei denen sich jetzt die von Thaksin unterstützte Pheu-Thai-Partei durchsetzte.

Die Gelbhemden
REUTERS
Die Gelbhemden oder Gelben sind eine lose Gruppe aus Royalisten, Militärs, Geschäftsleuten und Angehörigen der städtischen Ober- und Mittelschicht, die sich in der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) organisiert haben. Besonders stark sind sie in der Millionenmetropole Bangkok vertreten. Sie tragen Gelb – die Farbe des Königs. Im Parlament unterstützen sie die noch regierende konservative Demokratische Partei (DP).

Seit 2006 protestierten sie immer wieder gegen den umstrittenen damaligen Premier Thaksin Shinawatra , der seine politische Macht benutzt haben soll, um sich privat zu bereichern. Sie beschuldigten Thaksin der Korruption, des Machtmissbrauchs und der mangelnden Loyalität gegenüber dem in Thailand überaus geschätzten Königshaus. Hunderttausende nahmen damals an Straßenprotesten teil, 2008 blockierten Anhänger zwei Wochen lang die Flughäfen von Bangkok und erzwangen so den Sturz einer Regierung von Thaksin-Anhängern und Neuwahlen.

Thaksin Shinawatra
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Der Geschäftsmann Thaksin Shinawatra wurde mit der Firma Shin Corporation zu einem der reichsten Männer Thailands. Neben seinen Geschäften verfolgte er eine politische Karriere und gründete 1998 die Partei "Pak Thai Rak Thai" (Thais lieben Thais). Im Wahlkampf 2001 stellte er Soforthilfe für die thailändischen Dörfer in Aussicht. Nach einem deutlichen Sieg über die etablierte Demokratische Partei förderte er die arme, ungebildete Landbevölkerung mit einer günstigen Gesundheitsversorgung und Sozialprogrammen und gewann sie so als loyale Anhänger. Damit waren die alten Bangkoker Seilschaften abgemeldet. Thaksin führte Thailand wie ein Unternehmen ("Thaksinomics"), die Wirtschaft zog an.
Thaksin wurde jedoch vorgeworfen, private Geschäftsinteressen mit seiner Regierungsarbeit zu verquicken. Bei den Wahlen 2005 wurde er dennoch als Regierungschef bestätigt.

Als ihn die Opposition schließlich über die Korruptions- und Missbrauchsvorwürfe hinaus beschuldigte, sich illoyal gegenüber dem Königshaus verhalten zu haben, kam es 2006 in Bangkok zu Massenprotesten gegen den Premier. Thaksin setzte vorgezogene Neuwahlen an, die die Opposition jedoch boykottierte. Im September 2006, als Thaksin sich bei der Uno in New York aufhielt, setzten Militärs ihn in einem Staatsstreich ab.

Thaksin lebt seitdem im Exil in London und Dubai, hält aber Kontakt zu seinen Anhängern in Thailand. Ein thailändisches Gericht verurteilte ihn im Februar wegen Amtsmissbrauchs und beschlagnahmte einen Teil seines Vermögens.