Ärger um US-Film Nordkorea protestiert bei Uno gegen Kim-Komödie

Mit einer offiziellen Protestnote hat sich Nordkoreas Regierung bei den Vereinten Nationen über einen Film beschwert. In der Hollywoodkomödie geht es um ein Attentat auf Kim Jong Un - Washington soll den Film umgehend stoppen.


New York - Nordkorea hat offiziell Beschwerde bei der Uno über eine Hollywoodkomödie eingelegt, in der es um ein geplantes Attentat auf Machthaber Kim Jong Un geht. Einen Film über die Ermordung eines amtierenden Staatschefs zu produzieren und zu veröffentlichen, sei nicht nur eine "Kriegshandlung" sondern auch eine "unverhohlene Unterstützung von Terrorismus", erboste sich Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ja Song Nam, am Mittwoch.

Er wandte sich in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Die US-Behörden werden darin aufgefordert, alles zu tun, damit der Film "umgehend" gestoppt werde. "The Interview" soll im Oktober in die amerikanischen und europäischen Kinos kommen.

In dem Streifen verkörpern die Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei Fernsehjournalisten, die vom Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, den Anführer des abgeriegelten Landes während eines Interviews in Pjöngjang zu töten.

Bereits im vergangenen Monat hatte sich Nordkorea in den Medien über den Film beschwert. Ein inoffizieller Sprecher Kim Jong Uns namens Kim Myong Chol sagte in einem Interview mit dem britischen "Telegraph", der Film zeige die Verzweiflung der US-Regierung und der amerikanischen Gesellschaft. Ein Film über die Ermordung eines ausländischen Staatschefs spiegele genau das wider, was die USA in Afghanistan, dem Irak, Syrien und der Ukraine getan hätten.

Im Film sieht man den 31-jährigen Kim als übergewichtigen, an Zigarren kauenden und streng bewachten Diktator. Im Trailer wird Nordkorea als "weltweit gefährlichstes Land" bezeichnet. Nordkoreas offizieller Protest bei der Uno dürfte für den Film vor allem gute Werbung sein.

fab/AFP

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