Hymnisches Wahlkampfvideo: Obama, Amerikas Supermann

Oscar-Gewinner Davis Guggenheim führt Regie, Oscar-Gewinner Tom Hanks gibt den Erzähler: Barack Obamas Wahlkampfstrategen haben einen 17 Minuten langen Werbefilm veröffentlicht. Er stilisiert den US-Präsidenten zum einsamen Helden, der sein Land im Alleingang aus der Krise geführt habe.

US-Präsident Obama: "Lasst uns daran denken, wie weit wir gekommen sind"Zur Großansicht
AP

US-Präsident Obama: "Lasst uns daran denken, wie weit wir gekommen sind"

Hamburg - Es beginnt mit einer Krise. Als Barack Obama im November 2008 zum Präsidenten der USA gewählt wird, erbt er nichts als Schwierigkeiten: Die Wirtschaft liegt am Boden, Millionen Amerikaner haben ihre Jobs verloren, die Situation ist so schlimm wie seit der Großen Depression 1929 nicht mehr. "Seit den Tagen von Franklin D. Roosevelt lastete nicht mehr so viel auf den Schultern eines Präsidenten", sagt Hollywood-Star Tom Hanks.

Das Zitat stammt aus einem Video, das Obamas Wahlkampfstrategen veröffentlicht haben: "The Road We've Traveled" kommt wie ein Dokumentarfilm daher, dauert fast 17 Minuten und ist eine einzige Hymne auf den 44. Präsidenten der USA.

Oscar-Gewinner Davis Guggenheim führt Regie, Tom Hanks spricht den Kommentar. Und hochkarätige Zeitzeugen wie Bill Clinton, Vizepräsident Joe Biden und Obama-Berater David Axelrod erzählen, wie der Präsident all die Probleme bewältigte, die er von seinen Vorgängern geerbt hatte: die Finanzkrise, den drohenden Kollaps der amerikanischen Automobilindustrie, die Reform des Gesundheitssystems.

Immer wieder werden Bilder des Präsidenten in Denkerpose eingespielt. Obama, der Entscheider. Obama, der gegen alle Widerstände das Richtige tut - das ist die Botschaft. Natürlich darf auch die Kommandoaktion in Pakistan nicht fehlen, bei der eine US-Spezialeinheit Erzfeind Osama Bin Laden tötete.

Für Zweifel an Obamas Entscheidungen ist kein Platz: Die völkerrechtlich brisante Ausweitung des Drohnenkrieges bleibt ebenso unerwähnt wie die Tatsache, dass der Präsident nicht wie versprochen das Militärgefängnis Guantanamo geschlossen hat. Stattdessen gibt's kleine Seitenhiebe auf Mitt Romney, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten, der Obama wahrscheinlich herausfordern wird.

"Wenn wir diesen Präsidenten beurteilen", verkündet Tom Hanks am Ende des Videos mit weicher Stimme, "lasst uns daran denken, wie weit wir gekommen sind. Und wir sollten uns auf die Arbeit freuen, die noch vor uns liegt."

CNN zufolge sollte der Film am Donnerstag in mehr als 300 Orten in den USA gezeigt werden. Auf YouTube wurde das Video bereits mehr als 110.000-mal angeklickt. "Dieses Video ist für die Fans, und ihr wisst, wer sich angesprochen fühlen sollte", urteilt die "Washington Post".

Das komplette Video sehen Sie hier:

hut

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 43 Beiträge
Seska Larafey 16.03.2012
Naja, immerhin "wäscht" er keine "Schmutzige Wäsche" gegen seinen/er Herausforderer. Sondern betont seine Stärken, das ist doch ein Pluspunkt
Naja, immerhin "wäscht" er keine "Schmutzige Wäsche" gegen seinen/er Herausforderer. Sondern betont seine Stärken, das ist doch ein Pluspunkt
haspelbein 16.03.2012
Interessanterweise wird es in den US-Medien nicht als "Wahlkampfvideo" sondern als "Dokumentation" deklariert. George Orwell hatte einen Sinn fuer die Verwendung solcher Begrifflichkeiten. Ich bin mir [...]
Zitat von sysopOscar-Gewinner Davis Guggenheim führt Regie, Oscar-Gewinner Tom Hanks gibt den Erzähler: Barack Obamas Wahlkampfstrategen haben ein 17 Minuten langes Wahlkampfvideo veröffentlicht. Es stilisiert den US-Präsidenten zum einsamen Helden, der sein Land im Alleingang aus der Krise geführt hat. Hymnisches Wahlkampfvideo: Obama, Amerikas Supermann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821840,00.html)
Interessanterweise wird es in den US-Medien nicht als "Wahlkampfvideo" sondern als "Dokumentation" deklariert. George Orwell hatte einen Sinn fuer die Verwendung solcher Begrifflichkeiten. Ich bin mir sicher, dass er sich ueber dieses Werk gefreut haette.
detrius 16.03.2012
Naja, die Republikaner haben ihn doch auch persönlich für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht, auch wenn diese schon unter Bush begonnen hatte. Da ist es doch nur rechtens, wenn er nun die Lorbeeren für die guten [...]
Naja, die Republikaner haben ihn doch auch persönlich für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht, auch wenn diese schon unter Bush begonnen hatte. Da ist es doch nur rechtens, wenn er nun die Lorbeeren für die guten Wirtschaftsdaten kassiert.
sonnenthau 16.03.2012
ob ich mir Tom Hanks weiterhin antue.
Zitat von sysopOscar-Gewinner Davis Guggenheim führt Regie, Oscar-Gewinner Tom Hanks gibt den Erzähler: Barack Obamas Wahlkampfstrategen haben ein 17 Minuten langes Wahlkampfvideo veröffentlicht. Es stilisiert den US-Präsidenten zum einsamen Helden, der sein Land im Alleingang aus der Krise geführt hat. Hymnisches Wahlkampfvideo: Obama, Amerikas Supermann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821840,00.html)
ob ich mir Tom Hanks weiterhin antue.
blackstar2000 16.03.2012
Dass Hollywood stramm Obama-freundlich ist, wusste man ja ... aber dass sich A Schauspieler zu soetwas hergeben ist wirklich ernüchternd ... Und "nein" - die Drohnen auf Terroristen und Mörder sind dabei [...]
Zitat von sysopOscar-Gewinner Davis Guggenheim führt Regie, Oscar-Gewinner Tom Hanks gibt den Erzähler: Barack Obamas Wahlkampfstrategen haben ein 17 Minuten langes Wahlkampfvideo veröffentlicht. Es stilisiert den US-Präsidenten zum einsamen Helden, der sein Land im Alleingang aus der Krise geführt hat. Hymnisches Wahlkampfvideo: Obama, Amerikas Supermann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821840,00.html)
Dass Hollywood stramm Obama-freundlich ist, wusste man ja ... aber dass sich A Schauspieler zu soetwas hergeben ist wirklich ernüchternd ... Und "nein" - die Drohnen auf Terroristen und Mörder sind dabei sicherlich nicht das Problem.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema US-Präsidentschaftswahl 2012

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Freitag, 16.03.2012 – 17:55 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 43 Kommentare

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | USA-Reiseseite



US-Wahl
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).




TOP



TOP