Thronrede: Die Queen verspricht wirtschaftliche Stabilität

Wirtschaftliches Wachstum, Stabilität - und Unterstützung für Familien kündigt die britische Regierung an. Queen Elizabeth II. zählte in der von der Downing Street geschriebenen Thronrede eine Vielzahl von geplanten Reformen auf. Sie versprach zudem mehr Geld für die Entwicklungsarbeit.

Queen Elizabeth vor ihrer Thronrede: Vielzahl von Vorhaben fürs kommende Regierungsjahr Zur Großansicht
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Queen Elizabeth vor ihrer Thronrede: Vielzahl von Vorhaben fürs kommende Regierungsjahr

London - Die britische Regierung von Premier David Cameron will im kommenden Jahr vor allem die wirtschaftliche Stabilität des Landes wiederherstellen und die Neuverschuldung senken. Das sei "erste Priorität meiner Minister", kündigte Queen Elizabeth II. in der von der Downing Street geschriebenen Rede am Mittwoch an. "Das Programm meiner Regierung wird sich auf Wirtschaftswachstum, Justiz und Verfassungsreformen konzentrieren."

Die Queen kündigte in ihrer traditionellen Thronrede zur Eröffnung der Parlamentssaison 15 neue Gesetze an, zum Beispiel sollen Familien und Kinder mehr unterstützt, das Rentensystem neu reguliert werden, damit die Menschen Anreiz haben, privat vorzusorgen, und die Renten und Pensionen im öffentlichen Bereich stabil gehalten werden. Der Bankenmarkt soll so geordnet werden, dass sich ein Finanzcrash nicht wiederholen kann.

Die in cremefarbener Robe mit einer Stola aus weißem Hermelin-Pelz gekleidete Monarchin versprach zudem, dass ab 2013 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Entwicklungsarbeit fließen sollen. Sie sprach von einer "strategischen Partnerschaft mit den Schwellenländern". Ziel sei es, die "internationale Sicherheit und Wohlstand zu mehren".

Teil der Rede war auch die heftig umstrittene Reform des Oberhauses, der zweiten Parlamentskammer. Dieser Punkt war mit Spannung erwartet worden. Liberaldemokraten - der kleinere der beiden Koalitionspartner - fordern hier Veränderungen. Unter anderem sollen die Oberhaus-Abgeordneten nicht mehr auf Lebenszeit ernannt, sondern gewählt werden. Der rechte Flügel der Konservativen lehnt eine Debatte über die seit bereits mehr als hundert Jahren diskutierte Reform ab. Die Regierung müsse sich auf wichtigere Dinge konzentrieren. Unter anderem müsse sie trotz des Sparzwangs Impulse für Wachstum und Beschäftigung schaffen.

heb/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Wohl bekomm's, Frau König.
cassandros 09.05.2012
Zitat von sysopREUTERSWirtschaftliches Wachstum, Stabilität - und Unterstützung für Familien verspricht die britische Regierung. Queen Elizabeth II. kündigte in der von der Downing Street geschriebenen Thronrede eine Vielzahl von geplanten Reformen auf. Sie versprach zudem mehr Geld für die Entwicklungsarbeit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832256,00.html
Putzig! Das ist so, als ob der Bürgermeister von Helgoland verspricht, die Kontinentalverschiebung aufzuhalten. Vermutlich bezieht sie das wirtschaftliche Wachstum auf den Aktienbestand Ihrer Familie.
2. Lesen hilft
dab 09.05.2012
Zitat von cassandrosPutzig! Das ist so, als ob der Bürgermeister von Helgoland verspricht, die Kontinentalverschiebung aufzuhalten. Vermutlich bezieht sie das wirtschaftliche Wachstum auf den Aktienbestand Ihrer Familie.
Steht doch im Artikel: Die Queen liest die Rede nur vor, geschrieben wird sie von der britischen Regierung. Der Premierminister residiert in der Downing Street.
3. No.1 Buckingham Palace beats No.10 downing street
cassandros 09.05.2012
Zitat von dabSteht doch im Artikel: Die Queen liest die Rede nur vor, geschrieben wird sie von der britischen Regierung. Der Premierminister residiert in der Downing Street.
Denk an! Sie hält die Thronrede (!) - wer sitzt auf dem Thron? - aber als Staatsoberhaupt (wer ist Staatschefin von GB?) und verkündet damit die Absichten Ihrer (!) Regierung. "My government ...." Sie könnte theoretisch - wenn sie wollte - jederzeit den Premierminister entlassen!
4.
CompressorBoy 09.05.2012
Zitat von cassandrosPutzig! Das ist so, als ob der Bürgermeister von Helgoland verspricht, die Kontinentalverschiebung aufzuhalten. Vermutlich bezieht sie das wirtschaftliche Wachstum auf den Aktienbestand Ihrer Familie.
Nun, wenn man das hier liest: dann weiß man, dass Zeit im Vereinigten Königreich eben etwas langsamer läuft als anderswo. Warum soll die Zeit, die sich die verschiebenden Kontinentalplatten nehmen, nicht auch Great Britain zur Verfügung stehen?
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