Tibet Dalai Lama erwägt Rückzug von Spitze der Exilregierung

Der Dalai Lama will von seinem politischem Amt als Vorsitzender der tibetischen Exilregierung entbunden werden. Eine entsprechende Bitte wolle er beim Parlament stellen, erklärte sein Sprecher. Spirituell will der Dalai Lama die Tibeter aber weiterhin anführen.

Dalai Lama: Keine Reden mehr im Parlament
AFP

Dalai Lama: Keine Reden mehr im Parlament


Neu Delhi - Der Dalai Lama will sich von seinen zeremoniellen Pflichten als Vorsitzender der tibetischen Exilregierung entbinden lassen. Der 75-Jährige ist sowohl der spirituelle Führer der tibetischen Buddhisten als auch der Chef der Exilregierung, die seit dem Einmarsch der chinesischen Armee in Tibet im indischen Dharamsala residiert.

Der Dalai Lama wolle das Parlament bitten, ihn im kommenden Jahr von seinen Aufgaben als Staatsoberhaupt zu entbinden, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Zu den zeremoniellen Pflichten gehören Ansprachen vor dem Parlament und die Unterzeichnung von Resolutionen. Seine Aufgaben als spiritueller Führer der tibetischen Buddhisten will der Dalai Lama weiterhin wahrnehmen. Der 75-Jährige lebt seit seiner Flucht 1959 in Dharamsala.

Die tibetische Exilregierung, die ihren Sitz im nordindischen Dharamsala hat, hatte 2001 erstmals direkt einen politischen Führer gewählt.

In Tibet wie im Ausland wird befürchtet, dass der Tod des 75-jährigen Friedensnobelpreisträgers der Geschlossenheit der Tibet-Bewegung einen Schlag versetzen könnte. Die Suche nach einem Nachfolger des Dalai Lama wird traditionell von den ranghöchsten Lamas geregelt. China hat jedoch bereits angekündigt, das letzte Wort bei der Entscheidung haben zu wollen.

anr/AFP/dapd



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insgesamt 7 Beiträge
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Weltkind19 23.11.2010
1. Der Mann
hat Hochachtung, respekt und Vertrauen verdient. Er ist der menschlichste "Anführer" einer religiösen Ordnung auf dieser religiös schwer in Unordnung geratenen Welt. Er hat der Welt Gutes getan und ich hoffe sein Volk kann in irgendeiner Zukunft frei leben. Alles Gute dem Grinsezwerg :) Wäre es nicht möglich, dass unser christliche Gott auf diese ganzen Religionunterschiede einfach sch*** und wir jahrhunderte auf eine Wiedergeburt eines neuen "Jesus" gewartet haben, und dabei den Dalai Lama einfach nicht beachtet haben?...
donwelfo 23.11.2010
2. Wahrlich eine Grösse
Spontan musste ich an ein Interview mit Helmut Schmidt denken, in dem er im Alter von 89 den Buddhismus quasi für sich als gleichberechtigt mit dem Christentum darstellte! Und Helmut Schmidt hat Recht! Der Buddhismus hat nie einen Krieg angezettelt. Und er ist auf Versöhnung programmiert. Die chinesischen Herrscher, die ihre Position nur auf der Basis von Lügen und Unterdrückung aufrecht halten können, werden "wir" schon beseitigen können. Es ist nur eine Frage der Zeit! Und wir arbeiten dran.
groj 23.11.2010
3. Mehr Respekt
Den hatte sogar der chinesische Kaiser Quianlong vor dem Buddhismus,nicht umsonst gab es mehrere buddhistische Tempel und Altäre im der verbotenen Stadt. Allerdings hat die jetzige chinesiche Regierung ja sogar Angst vor der eigenen Bevölkerung,da wundert es einen nicht das sie vor einem Buddha Angst haben.
wolfman11 23.11.2010
4. Vielleicht sehr weise ...
Zitat von sysopDer Dalai Lama will von seinem politischem Amt als Vorsitzender der tibetischen Exilregierung entbunden werden. Eine entsprechende Bitte wolle er beim Parlament stellen, erklärte sein Sprecher. Spirituell will der Dalai Lama die Tibeter aber weiterhin anführen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,730683,00.html
.. diese Entscheidung, könnte Sie es doch Peking erleichtern, sich einer Diskussion einer kulturellen Autonomie Tibets anzunähern. Diesem Mann verdankt das tibetische Volk und die Welt soviel, er hat durchaus ein Recht sich auf die spirituelle Führung seines Volkes zu konzentrieren.
Alberon 23.11.2010
5. Ehrenwert
Wenn es überall solche Führer gäbe, wäre das Leben miteinander sehr viel leichter. Ein wirklich grossartiger Mensch
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