Ukraine Timoschenko reist zur Behandlung nach Deutschland

Julija Timoschenko reist im März nach Deutschland, um sich behandeln zu lassen. Das teilt ihre Partei mit. Die ukrainische Politikerin war während ihrer Haft mehrfach von Berliner Ärzten behandelt worden.

Timoschenko (am Samstag auf dem Maidan): Reise nach Deutschland
DPA

Timoschenko (am Samstag auf dem Maidan): Reise nach Deutschland


Kiew - Die in der Haft erkrankte ukrainische Politikerin Julija Timoschenko will sich im März wegen ihres Rückenleidens in der Berliner Klinik Charité behandeln lassen. Die Ex-Regierungschefin habe eine Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel angenommen, teilte Timoschenkos Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) am Montag mit.

Timoschenko leidet unter starken Rückenschmerzen und war während ihrer Gefangenschaft mehrmals von Ärzten der Berliner Charité behandelt worden.

Laut ihrer Partei will die 53-Jährige zunächst den Gipfel der Europäischen Volkspartei am 6. und 7. März in Dublin besuchen. "Danach fährt sie in die Charité für eine unverzügliche Behandlung", hieß es.

Timoschenko war am Samstag nach zweieinhalb Jahren umstrittener Haft freigelassen worden. Danach hielt sie auf dem Maidan im Rollstuhl sitzend eine kämpferische Rede. Es wird erwartet, dass Timoschenko eine Führungsrolle in der ukrainischen Politik beansprucht. Sie könnte für das Präsidentenamt kandidieren.

Die frühere Regierungschefin der Ukraine war 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. In der Haft erlitt sie einen Bandscheibenvorfall und trat wiederholt aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in den Hungerstreik. Die Europäische Union wertete die Inhaftierung als Fall von selektiver Justiz und hatte stets die Freilassung der Politikerin gefordert.

Merkel hatte am Sonntag mit Timoschenko telefoniert. Dabei habe die Kanzlerin der Ukrainerin mit dem Satz "Willkommen in der Freiheit" gratuliert und sie zur Rehabilitation nach Deutschland eingeladen, wie es in Regierungskreisen heißt. Aber Merkel mahnte Timoschenko auch, sie solle sich für "den Zusammenhalt des Landes engagieren, auch auf die Menschen im Osten zugehen" und "um den Zusammenhalt der bisherigen Opposition bemühen".

fab/AFP/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.