Solidarität mit Timoschenko Grünen-Politiker zeigen bei EM-Spiel politische Plakate

Politischer Protest im Fußballstadion: Gemeinsam mit 50 weiteren Aktivisten haben die Grünen-Europaabgeordneten Rebecca Harms und Werner Schulz während der EM-Partie zwischen den Niederlanden und Deutschland für Julia Timoschenko demonstriert. Auf den Rängen zeigten sie politische Plakate.

"Lasst alle politischen Gefangenen frei": Banner-Protest während des EM-Spiels in Kiew
Horst Müller

"Lasst alle politischen Gefangenen frei": Banner-Protest während des EM-Spiels in Kiew


Kiew - Neben Orange und Schwarz-Rot-Gold waren beim EM-Spiel Deutschland gegen Niederlande auch politische Botschaften auf den Rängen zu sehen: Auf zwei Plakaten mit ukrainischen Fahnen forderten die Grünen-Europaabgeordneten Rebecca Harms und Werner Schulz gemeinsam mit 50 weiteren Aktivisten Bettlaken mit der Aufschrift "Fairplay im Fußball und in der Politik" sowie "Lasst alle politischen Gefangenen frei". Die Politiker hielten die Plakate im VIP-Bereich des Stadions in die Höhe und wurden dabei nicht gestört.

"Wir wollen nicht wegschauen. Wir wollen damit die Menschen unterstützen, die dem Land geholfen haben, die EM ins Land zu holen und nun im Gefängnis sitzen, während sich andere im Glanze der EM sonnen", sagte Schulz. Die ukrainische Regierung steht wegen Missachtung von Menschenrechten in der Kritik. Besonders die Inhaftierung der Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko wurde im Vorfeld der EM scharf kritisiert.

Schulz: "Uns wurden von Präsident (Wiktor) Janukowitsch schmutzige Deals vorgeschlagen, dass er Timoschenko freilasse, wenn die Ukraine eine EU-Beitrittsperspektive bekommt. Timoschenko wurde damit in Geiselhaft genommen."

Ursprünglich hatten beide Grünen-Europaabgeordnete Timoschenko am Mittwoch im Krankenhaus von Charkiw besuchen wollen. Doch ihr Flugzeug wurde nach dem Start in Frankfurt von einem Blitz getroffen und musste umkehren. Sie konnten somit erst verspätet in die Ukraine fliegen, waren aber pünktlich zum Spiel da. Ihr Besuch bei der früheren Regierungschefin Timoschenko sei nun für Donnerstag geplant, hieß es.

lei/dpa/dapd



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