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Tipps für Agenten: Israelischer Rabbiner plädiert für Sex mit dem Feind

Wenn es dem Land dient, ist alles erlaubt: Ein israelischer Rabbiner hat Mossad-Agentinnen die Erlaubnis für Schäferstündchen mit dem Feind erteilt. Allerdings gibt es Bedingungen für die "Mission Honigfalle".

Tel Aviv - Diese Nachricht dürfte bei Spionen in aller Welt für Aufsehen sorgen: Agentinnen des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad haben von religiöser Stelle die Erlaubnis für Sex mit dem Feind bekommen. Ein Rabbiner erteilte offiziell seinen Segen für intime Missionen. Mossad-Mitarbeiterinnen dürften "Terroristen" verführen, um für die Sicherheit des Landes wichtige Informationen zu gewinnen, zitierte die Tageszeitung "Jediot Achronot" am Montag den Rabbiner Ari Schvat. Nach jüdischer Religionsauslegung könnte das als eine der wichtigsten guten Taten gelten.

Unter dem Titel "Sittenwidriger Sex für das Wohl der nationalen Sicherheit" wurde das Gutachten des Rabbiners in einer Siedlerzeitschrift veröffentlicht. Schvat nennt allerdings auch klare Bedingungen für den körpernahen Feindkontakt: Die weiblichen Lockvögel müssen gefährlichen Terroristen beim Beischlaf wichtige Informationen entlocken, die zu deren Festnahme führen oder die Sicherheit Israels stärken.

Bedenken hat der Rabbiner aber bei verheirateten Agentinnen: "Es ist klar, dass eine ledige Agentin für eine Mission 'Honigfalle' vorzuziehen ist", schreibt er. Die Ehemänner von verheirateten Agentinnen im Sex-Einsatz müssten sich scheiden lassen, weil sie nach jüdischem Religionsgesetz betrogen worden seien. Der Geistliche hat aber auch für einen solchen Fall eine Lösung parat: Der fürs Landeswohl gehörnte Mann könne seine zwischenzeitliche Ex-Frau wieder heiraten. Mit der Zulässigkeit von Sex bei männlichen Agenten setzte sich Schvat nicht auseinander.

Der Rabbiner berief sich laut der Zeitung auf mehrere Bibelstellen und dabei unter anderem auch auf Königin Ester. Diese setze ihre Reize der Überlieferung nach im fünften Jahrhundert vor Christus beim persischen König Ahasveros (Xerxes I.) ein, um den geplanten tausendfachen Mord an Juden zu verhindern.

mmq/dpa/AFP

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