Tod von Nordkoreas Diktator: Kims jüngster Sohn wird "großer Nachfolger"

Von , Bangkok

Nordkoreas langjähriger Diktator ist tot, die Macht soll in der Familie bleiben. Nach dem Ableben Kim Jong Ils haben staatliche Medien dessen jüngsten Sohn Kim Jong Un zum "großen Nachfolger" erklärt. Wer ist der Mann?

AP

Der Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il stürzt die Region erneut in große Unsicherheit. Das Staatsfernsehen hatte am frühen Montagmorgen gemeldet, der "geliebte Führer" sei während einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt gestorben. Im Vordergrund steht nun die Frage, wer dem verstorbenen Herrscher folgen wird. Einen wichtigen Hinweis gab am Montag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Der dritte Sohn des nordkoreanischen Herrschers, Kim Jong Un, sei der "große Nachfolger", hieß es. "An der Spitze der koreanischen Revolution steht nun Kim Jong Un."

Kim Jong Un stand zudem an der Spitze der Liste jener Funktionäre, die für die Beerdigung verantwortlich sind. In der Tradition sozialistischer Staaten ist dies ein deutlicher Wink, wer den Thron besteigen wird.

"Wir werden in unserer Revolution heute und morgen siegen, weil wir den Genossen Kim Jong Un haben", zitierte KCNA einen Anwohner Pjöngjangs.

Viel ist über den Junior nicht bekannt. Seine Mutter, die dritte Frau von Kim Jong Il, war eine in Japan geborene Tänzerin. Sie starb 2004 an Krebs. Jong Un ist vermutlich 29 Jahre alt und von 1998 bis 2000 in Bern unter falschem Namen zur Schule gegangen. Nach dem Unterricht verschwand er stets in die Obhut der nordkoreanischen Botschaft.

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Nordkoreas Kim Jong Il: Tod des "Geliebten Führers"
Nach zurückgekehrt, schickte ihn der Papa von 2002 bis 2007 auf die Militärakademie, wo er angeblich unter anderem als Artillerist ausgebildet wurde. Später soll er in der "Führungsabteilung" der Partei gearbeitet haben, die alle Kaderakten verwaltet. Andere Nordkorea-Fachleute wollen von einer kurzen Karriere im Geheimdienst wissen. Als sicher gilt: Er ist General der nordkoreanischen Armee und seit einem Jahr Mitglied der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission.

"Führungsqualitäten und eine furchtlose Persönlichkeit"

Nun soll er die Familiendynastie fortsetzen - so wie es in den alten Kaiserpalästen üblich war. Die Crux: Niemand weiß genau, was er und seine Entourage denken. Außenpolitische Erfahrung besitzt er nicht. Er könnte allerdings ein Mal in China gewesen sein. Sein Vater, so heißt es, hat ihn der Pekinger Führung vorgestellt.

Wird Kim der Dritte die Welt weiter mit Atombomben erpressen oder den Ausgleich mit Südkorea suchen? Wird er eine Öffnung à la Gorbatschow beginnen oder weiter auf der Planwirtschaft beharren und sich wie sein Vater und Großvater Kim Il Sung mit einem grotesken Personenkult umhüllen?

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Bilder aus Nordkorea: Alltag in einer Diktatur
Kim Jong Ils ehemaliger japanischer Koch Fujimoto Kenji entdeckte bei ihm jedenfalls "Führungsqualitäten und eine furchtlose Persönlichkeit". Er ähnele seinem Vater "in Erscheinung, Form und sogar in der Persönlichkeit".

Ein Jahr vor seinem Tod hatte Kim der Ältere versucht, sein Haus weitgehend zu bestellen - indem er Verwandte und Vertraute in Schlüsselpositionen in Partei und Armee beförderte. Überdies wollte Kim Senior offenbar sicherstellen, dass die einflussreiche Armee hinter seinem Sohn steht. So könnte die Familiendynastie - vorerst - erhalten bleiben. Kims Schwester Kim Kyung Hee, 65, in der Partei früher für Leichtindustrie zuständig, erhielt als erste Frau den Rang eines Viersterne-Generals und sitzt im Politbüro.

Quasi-religiöse Vorstellungen von der Reinheit des koreanischen Volkes

Sie ist nicht die einzige Verwandte und Genossin, die auf den jungen Mann aufpassen wird. Auch ihr Gatte Chang Song Taek dürfte Kim III. beraten - und überwachen. Flüchtlinge beschrieben ihn als "Nummer 2" in der Partei. Chang ist hohes Mitglied der Nationalen Verteidigungskommission.

Zudem ziehen im Hintergrund noch andere Familienangehörige die Fäden. Da ist zum Beispiel Kims vierte Frau, und auch eine Tochter aus der ersten Ehe des Verstorbenen soll Einfluss besitzen. Und da ist der jüngst zum Vize-Marschall aufgestiegene Kim-Vertraute Lee Yong Ho.

Der Clan der Kims beharrte bislang auf einer strengen Planwirtschaft - und er schuf eine in der Welt einmalige Ideologie, die wenig mit Marxismus, aber viel mit quasi-religiösen Vorstellungen von der Reinheit des koreanischen Volkes zu tun hat: Eine heilige Familie herrscht über ein kindliches Volk und schützt seine Unabhängigkeit vor gefährlichen äußeren Einflüssen.

Ihre Legitimation schöpfen die Kims aus der Geschichte: Großvater Kim Il Sung gründete mit Stalins Hilfe 1948 die "Demokratische Volksrepublik Korea". Seither verbrämt die Familie ihre Diktatur mit Legenden und Mythen: Das Schicksal ist eng verbunden mit dem heiligen Berg Paektu. Wenn die Koreaner überleben wollen, muss die "Blutlinie" der revolutionären Ur-Generation fortgeschrieben werden. So lernen es die nordkoreanischen Kinder schon im Kindergarten.

Am Paektu, so heißt es, liegt die Wiege Koreas, und hier hat Kim Jong Il 1942 angeblich während des Kampfes gegen die Japaner in einem Guerilla-Lager das Licht der Welt erblickt. Damals erschien, so die Fama, am Himmel ein doppelter Regenbogen. Sein 1994 verstorbener Vater wacht bis heute als "Ewiger Präsident" aus dem Jenseits über seine Untertanen. Offen ist, welche Rolle nun dem toten Kim zugedacht ist.

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insgesamt 130 Beiträge
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1. Boykott
doclancaster 19.12.2011
Zitat von sysopNordkoreas*geliebter Führer ist tot - doch die Macht soll in der Familie bleiben. Nach dem Ableben Kim Jong Ils haben staatliche Medien*dessen jüngsten Sohn*Kim Jong Un zum "großen Nachfolger" erklärt. Wer ist der Mann? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804527,00.html
Solche Meldungen und Threads gehören, wie die Politik von Nordkorea auch, boykottiert und sollten nicht weiter kommentiert werden. Solchen Menschen darf nicht mehr Publicity als notwendig gegeben werden.
2. Ein Weihnachtsgeschenk!
ArnoNyhm1984 19.12.2011
Ein Diktator weniger -na, das ist doch mal ein schönes Weihnachtsgeschenk! Möge der Dr*cks*ck auf ewig in der Hölle braten, wenn er sich schon zu Lebzeiten nicht mehr vor einem weltlichen Gericht für seine Verbrechen verantworten musste. Hoffen wir mal, dass sein Sohn weltoffener denkt oder es nach einer "Arabellion" bald auch eine "*Koreabellion*" geben wird!
3. So ist es!
RaMaDa 19.12.2011
Zitat von doclancasterSolche Meldungen und Threads gehören, wie die Politik von Nordkorea auch, boykottiert und sollten nicht weiter kommentiert werden. Solchen Menschen darf nicht mehr Publicity als notwendig gegeben werden.
--------------------------------------------------------------------- ....dem ist nichts mehr hinzu zu fügen!
4. Zweck? Nutzen?
Halodri73 19.12.2011
Zitat von doclancasterSolche Meldungen und Threads gehören, wie die Politik von Nordkorea auch, boykottiert und sollten nicht weiter kommentiert werden. Solchen Menschen darf nicht mehr Publicity als notwendig gegeben werden.
Was meinen Sie, wem ein solcher "Berichtsboykott" nutzen dürfte? Was bewirken Sie damit für die Menschen in dem Land? Nichts. Warum also unseren Medien einen Maulkorb verpassen?
5. Lol ...
maxmehr2008 19.12.2011
Zitat von sysopNordkoreas*geliebter Führer ist tot - doch die Macht soll in der Familie bleiben. Nach dem Ableben Kim Jong Ils haben staatliche Medien*dessen jüngsten Sohn*Kim Jong Un zum "großen Nachfolger" erklärt. Wer ist der Mann? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804527,00.html
... lieber Führer und großer Nachfolger ... die Nordkoreaner verstehen etwas von Comedy :)))
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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)
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Kim Jong Il: Der Diktator inspiziert BHs, Gummistiefel und...

Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
AFP
Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
AP
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
AFP
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
REUTERS
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
dpa
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.