Todesstrafe China richtete 2400 Menschen im vergangenen Jahr hin

Die Zahl der der Hinrichtungen ist in China auf 2400 im vergangenen Jahr zurückgegangen - nach Angaben der Stiftung Dui Hua bedeutet das 20 Prozent weniger als 2012. Doch die Exekutionen könnten nun wieder zunehmen.

Platz des himmlischen Friedens in Peking: Zahl der Hinrichtungen ist gesunken
AP

Platz des himmlischen Friedens in Peking: Zahl der Hinrichtungen ist gesunken


Berlin/Peking/San Francis - Die Zahl der Hinrichtungen in China ist im vergangenen Jahr nach Schätzungen auf 2400 gefallen. Das berichtete am Dienstag die in den USA ansässige Dui-Hua-Stiftung, die über gute Beziehungen zu chinesischen Justizkreisen verfügt.

Der seit Jahren beobachtete stetige Rückgang dürfte in diesem Jahr wegen der verstärkten Verhängung der Todesstrafe in der Anti-Terror-Kampagne in der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang allerdings zu einem Ende kommen, erwartet die Stiftung, die sich für politische Gefangene und Justizreformen in China einsetzt.

Trotz der Abnahme der Exekutionen werden in China immer noch mehr Menschen hingerichtet als im Rest der Welt zusammen. Die Zahl der Hinrichtungen in der Volksrepublik wird als Staatsgeheimnis behandelt. Im vergangenen Jahr wurden einer Zählung von Amnesty International zufolge außerhalb Chinas zusammen 778 Menschen hingerichtet.

Die Stiftung Dui Hua stützt sich bei ihrer Schätzung auf veröffentlichte Äußerungen hoher Justizbeamter und eigene Informationen. Der Rekord lag demnach 1983 bei 24.000 Hinrichtungen. 2002 waren es noch 12.000. Seit 2007 müssen alle Todesurteile wieder vom Obersten Gericht in Peking überprüft werden, was zu dem starken Rückgang der Zahlen geführt hat. 2013 sollen sogar 39 Prozent der Todesurteile an untere Gerichte in den Provinzen zur weiteren Beweiserhebung zurückgegeben worden sein.

Erst in der vergangenen Woche waren in der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang zwölf Menschen wegen eines Anschlags im Juli zum Tode verurteilt worden.

flo/AFP/dpa



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
dani7830 21.10.2014
1.
Hinrichtungen lösen nicht das Problem. es mag den einen oder anderen befriedigen aber nutzen tut es auch niemanden.
auweia 21.10.2014
2. Das muss mehr werden
Soooo kommen wir nicht gegen das Bevölkerungswachstum an... ;-)
supergrobi123 21.10.2014
3. Irreführende Zahlen
Was soll bitte der Vergleich zum "Rest der Welt"? Wir wissen doch alle, dass 1. ein großer Teil der Welt die Todesstrafe abgeschafft hat und 2. China der bevölkerungsreichste Staat der Welt ist. Wer also eine Aussage darüber treffen will, ob China besonders häufig hinrichten lässt, muss China mit anderen Ländern vergleichen, die die Todesstrafe anwenden, und die Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl setzen! Wer das tut, stellt fest, dass China nicht besonders heraussticht. Es gibt einige Länder, in denen es sehr viel schlimmer ist. Etwa bei unseren Freunden und Handelspartnern aus Saudi Arabien. Oder dem vom Westen vom schlimmen Terrorregime Husseins befreiten Irak. Oder im beschaulichen US-Bundesstaat Missouri.
acatwb 21.10.2014
4. 2400 zu viel
Wenn die Zahlen stimmen, wovon ich ausgehe, dann sind es 2400 Hingerichtete zu viel. Todesstrafe gehört abgeschafft, weltweit, auch in China.
xxbigj 21.10.2014
5.
Sind da auch Parteibonzen dabei? Sie scheffeln Milliarden und die Bevölkerung verarmt. Neuer Mittelstand soll zwat bald 40% sein, bringt aber nichts wenn 500 Millionen Menschen schuften für ein wenig zu essen. Schlechtes System schlechte Justiz. Daumen drücken für Hong Kong!!
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