Westafrika Gambia verspricht Ende der Todesstrafe

In Westafrika ist die Todesstrafe auf dem Rückzug. Gambia hat angekündigt, keine Straftäter mehr zu exekutieren. Präsident Barrow erließ ein Moratorium, dem die Abschaffung folgen soll.

Präsident Adama Barrow
AFP

Präsident Adama Barrow


Das westafrikanische Gambia setzt die Verhängung und Anwendung Todesstrafe aus und beabsichtigt, sie ganz abzuschaffen. Das Moratorium sei "ein erster Schritt zur Abschaffung", sagte Präsident Adama Barrow zur Feier des Unabhängigkeitstags am Sonntag.

Der neue gambische Staatschef war Anfang 2017 in sein Amt eingeführt worden. Zwei Monate zuvor hatte Barrow die Präsidentschaftswahl gegen den langjährigen Gewaltherrscher Yahya Jammeh gewonnen. Dieser hatte seine Niederlage zunächst überraschend eingeräumt, war anschließend aber erst unter Androhung einer Militärintervention der westafrikanischen Staatengemeinschaft abgetreten.

In ihrem ersten Amtsjahr hat die Barrow-Regierung eine Justiz- und Verfassungsreform angestoßen. Eine Wahrheits- und Versöhnungskommission soll die mehr als 20-jährige Schreckensherrschaft Jammehs aufarbeiten.

Mit der Entscheidung Gambias ist die Todesstrafe in Westafrika weiter auf dem Rückzug. Sie wird nur noch in Nigeria angewendet, in den meisten anderen Staaten werden Todesurteile nicht mehr vollstreckt. Ganz abgeschafft ist sie Amnesty International zufolge in der Elfenbeinküste, im Senegal, in Togo und in Benin.

Auch die Zahl der Hinrichtungen auf dem Kontinent war zuletzt rückläufig. Laut Amnesty wurden in Afrika in 2016 insgesamt 22 Todesurteile vollstreckt, gegenüber 43 staatliche sanktionierten Tötungen in 2015.

cht/AP/Reuters



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