Todesstrafe in den USA Ohio setzt Hinrichtungen aus

Neue Richtlinien gesucht - und neues Gift: Der US-Bundesstaat Ohio hat alle für 2015 angesetzten Hinrichtungen aufgeschoben.

Proteste gegen die Todesstrafe (in Washington): Ohio setzt aus
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Proteste gegen die Todesstrafe (in Washington): Ohio setzt aus


Der US-Bundesstaat Ohio hat alle für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen ausgesetzt. Die zuständige Gefängnisbehörde begründete den Schritt am Freitag mit Vorbereitungen für die Umsetzung neuer Richtlinien bei der Vollstreckung der Todesstrafe. Zudem solle die Beschaffung neuer Substanzen sichergestellt werden, die zu Tötungen eingesetzt werden. In Ohio sollten 2015 sechs Menschen hingerichtet werden. Die Exekutionen wurden auf 2016 verschoben.

In Ohio hatte es vor rund einem Jahr Komplikationen bei der Hinrichtung eines Mörders gegeben. Augenzeugen beschrieben den Tod des Verurteilten als qualvoll. Erstmals in den USA war dabei ein Mix eingesetzt worden aus dem Schmerzmittel Hydromorphon und dem Medikament Midazolam, mit dem Patienten vor Operationen beruhigt werden. Der lange Todeskampf des Mörders zog Proteste und öffentliche Debatten nach sich.

Hinrichtungen seit 1976

ric/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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acatwb 31.01.2015
1. über 2015 hinaus
Es wäre so einfach, eine Lösung zu finden: einfach über 2015 hinaus keine Todesstrafe mehr vollstrecken. Bekanntlich würde das die Sicherheit in Ohio nicht gefährden, wie man in den Nachbarstaaten erkennen kann.
koenigludwigiivonbayern 31.01.2015
2. Gift
Moderne Medikamente dürfen deshalb nicht eingesetzt werden, weil die Hersteller fürchten, die Namen der Substanzen würden dann mit "Gift" assoziiert. Ein Medikament, welches in den 20ern von BAYER unter diesem Namen als Schmerzmittel patentiert, dann aber wegen Suchtpotential vom Markt genommen worden war, war "Heroin". Ich frage mich, warum man den Delinquenten in Verbindung mit den anderen im Cocktail enthaltenen Substanzen nicht einfach einen "goldenen Schuß" (eine Überdosis Heroin, die zu Atemstillstand führt) setzt. Das tut nicht weh, Suchtgefahr besteht nicht und die Assoziation mit "Gift" wäre ein erwünschter Nebeneffekt.
tafelsilber 31.01.2015
3. Todesstrafe abschaffen
Die Todesstrafe ist ein krankhafter Anachronismus. Sie gehört weltweit abgeschafft. Niemals kann ausgeschlossen werden, dass es Unschuldige trifft. Wie in den USA mehrfach geschehen. Und ein Staat der Unschuldige tötet gehört in der Konsequenz selbst auf den Stuhl. Und auch Schuldige Verbrecher haben ein Recht auf eine zweite Chance, bzw. müssen während einer langen, ggf. auch lebenslangen Haft mit Ihrer Schuld leben und umgehen. Das ist zivilisiert. Die Todesstrafe führt den Kreislauf der Gewalt fort und schreckt nachweislich nicht ab. Denn wer mordet ist immer auch gestört und handelt nicht rational. Sonst würde er ja nicht töten.
Falkplanfalschfalter 31.01.2015
4. noch schlimmer
Juristen sagen typischerweise solche Sachen ("verschieben wegen unzweckmäßig"). Aber das stimmt nicht... die Todesstrafe gibt es nicht trotz, sondern WEGEN der barbarischen Komponente. Der Trottel vom Land will keine saubere Sache, sondern einen möglichst ekelhaften Todeskampf mittels Lynchjustiz. "Legaler" Lynchjustiz, gewissermaßen.
nichtdoch 31.01.2015
5. Frage!
Giebt es in Deutschland die Totesstrafe? wenn nein wesshalb regt sich der liebe Deutsche ueber die Totesstrafe in den US auf? Es regt sich kein Amerikaner ueber die freie fahrt auf den Autobahnen auf wo taeglich unschuldige Menschen {im gegensatz zu gerichtlich verurteilten Moerdern}durch ueberhoete geschwindigkeit getoetet werden
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