Darfur: Hundert Tote bei Kämpfen um Goldminen

Der Streit um Goldminen in der sudanesischen Krisenregion Darfur ist eskaliert: Mehr als hundert Menschen wurden bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Stämmen getötet, berichtet die Uno. Dörfer seien geplündert, Häuser angezündet worden.

New York - In der sudanesischen Krisenregion Darfur hat es wieder Kämpfe gegeben: Rivalisierende Stämme streiten um die Kontrolle über Goldminen. Die Uno berichtet von mehr als hundert Todesopfern.

Mehrere Dörfer im Norden der Region seien in diesem Monat bei den Gefechten zwischen rivalisierenden Stämmen abgebrannt und geplündert worden, sagte Uno-Sprecher Martin Nesirky. Rund 70.000 Menschen seien in der Gegend aus ihren Häusern geflohen.

Die Gewalt habe begonnen, nachdem Mitglieder der Abala-Volksgruppe das Edelmetall in einem Gebiet schürften, das die rivalisierenden Beni-Hussein für sich beanspruchen, sagte ein Informant, der in der Region lebt, vor einigen Tagen der Nachrichtenagentur dpa: "Als die Abala sich weigerten, mit dem Goldschürfen aufzuhören, wurden sie von Beni-Hussein-Mitgliedern angegriffen und getötet." Über 20 Dörfer seien abgebrannt worden.

Die Kämpfe haben laut Uno am 5. Januar im Norden Darfurs begonnen. Inzwischen habe sich die Lage beruhigt, aber sie bleibe weiterhin angespannt. Die Uno-Mission Unamid habe inzwischen 75 Tonnen Hilfsmittel in die Region schicken können. Zudem sollten Lastwagen des Welternährungsprogramms geschützt werden, die ebenfalls dorthin fahren sollten.

Die Uno hat zudem versucht, Beobachter in die Region zu entsenden. Bewaffnete Gruppen haben dem Sprecher zufolge jedoch Straßensperren errichtet. Die Vereinten Nationen und die sudanesischen Behörden organisierten darüber hinaus eine "Versöhnungskonferenz", die am Donnerstag stattfinden soll.

Die 23.500 Mann starke Uno-Truppe soll in Darfur den Konflikt zwischen aufständischen Bauernstämmen und arabischen Reitermilizen auf Seiten der Regierung befrieden. In dem Konflikt wurden seit dem Jahr 2003 Schätzungen zufolge mindestens 300.000 Menschen getötet.

kgp/dpa/AFP

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