Afghanistan: Tote bei Anschlägen während Panetta-Besuch
Bei Anschlägen im Süden Afghanistans sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. US-Verteidigungsminister Panetta war gleichzeitig zu Besuch im Land. Als der Politiker auf einem Nato-Stützpunkt landete, kam es zu einem Zwischenfall mit einem brennenden Auto.
Kandahar - Während des Besuchs von US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Südafghanistan ist es dort am Mittwoch zu zwei Bombenanschlägen mit mehreren Toten gekommen. In der Provinz Helmand nahe des Stützpunkts, wo Panetta landen sollte, starben mindestens acht Afghanen, als ihr ziviles Fahrzeug in eine Sprengfalle geriet, wie der Sprecher der Provinzregierung, Daud Ahmadi, sagte. "Das Fahrzeug ist komplett zerstört, und wir sind nicht in der Lage, die Leichen zu identifizieren."
Bei einem Bombenanschlag in der Stadt Kandahar wurde am Mittwoch ein afghanischer Geheimdienstmitarbeiter getötet. Zwei weitere Mitarbeiter des Geheimdienstes NDS seien verletzt worden, teilte das Büro des Gouverneurs der Provinz Kandahar mit.
In derselben Provinz hatte ein US-Soldat in der Nacht zu Sonntag nach Angaben der afghanischen Regierung 16 Zivilisten getötet, darunter neun Kinder. Panetta ist das erste hochrangige Mitglied der US-Regierung, das Afghanistan seit dem Massaker besucht.
Als Panetta auf dem britischen Militärstützpunkt Camp Bastion landete, ging unter mysteriösen Umständen ein Fahrzeug in Flammen auf. Zu keiner Zeit seien Panetta oder Mitglieder seiner Delegation am Mittwoch in Gefahr gewesen, sagte ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe Isaf. Das Fahrzeug sei auf einer Landebahn der Basis im Süden Afghanistans in Brand geraten, wie die BBC und die britische Nachrichtenagentur PA berichteten. Im Camp Bastion ist auch ein US-Kontingent stationiert.
Den Berichten zufolge handelt es sich bei dem schwer verletzten Fahrer um einen afghanischen Zivilangestellten des Camps. Ob es sich um einen Anschlag handelte, war zunächst unklar.
Panetta sprach zunächst im Süden des Landes mit US-Soldaten. Aus afghanischen Regierungskreisen hieß es, bei seinem zweitägigen Aufenthalt werde Panetta auch mit Präsident Hamid Karzai und Verteidigungsminister Rahim Wardak zusammenkommen.
Vor dem Massaker hatten Koranverbrennungen durch US-Soldaten für Unruhen in Afghanistan und Spannungen zwischen Washington und Kabul gesorgt. Auch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière besuchte am Mittwoch Afghanistan. Er traf in Kabul mit Wardak zusammen.
ffr/dpa/dapd/AP
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