Transatlantisches Zerwürfnis Bulgaren wollen Deutschland Stützpunkte abjagen

Osteuropäische Staaten wollen das Zerwürfnis zwischen Deutschland und den USA zum eigenen Vorteil nutzen. Bulgarien verhandelt angeblich mit den Vereinigten Staaten über die Errichtung von neuen Militär-Stützpunkten. Sie sollen aus Deutschland abziehende US-Soldaten aufnehmen.


Sofia – Die Meldungen sorgten für Aufregung, die Deutschen waren besorgt: Angeblich wollten die Polen aus Deutschland abziehende US-Truppen aufnehmen, neue Stützpunkte für die Amerikaner bereitstellen. Doch die Amerikaner dementierten die Ende Januar aufgekommenen Gerüchte prompt.

Nun gibt es erneut Berichte über ein osteuropäisches Land, das von dem deutsch-amerikanischen Zerwürfnis profitieren möchte. Bulgarien erörtert mit den USA angeblich die Einrichtung von bis zu fünf US-Militärbasen auf bulgarischem Staatsgebiet als Ersatz für amerikanische Stützpunkte in Deutschland. Die amtliche bulgarische Nachrichtenagentur BTA zitierte am Donnerstag entsprechende Äußerungen des bulgarischen Verteidigungsministers Nikolaj Swinarow. Nach seiner Rückkehr von einem Besuch in den USA sagte der Minister laut BTA, er habe über die mögliche Bereitstellung von Stützpunkten in Bulgarien im außenpolitischen Ausschuss des US-Senats und im Atlantischen Rat gesprochen. Auf diesen Stützpunkten in Bulgarien sollten US-Truppen stationiert werden, die Deutschland verlassen.



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