Trauer um Mandela US-Sheriff trotzt Obamas Order

Die US-Flagge an öffentlichen Gebäuden sollte auf Halbmast wehen, zum Zeichen der Trauer um Nelson Mandela. Das hatte Präsident Obama angeordnet. Die Order wurde überall befolgt. Nur ein Sheriff in Pickens County in South Carolina widersetzte sich.

US-Flagge (Symbolfoto): Halbmast nur für US-Bürger?
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US-Flagge (Symbolfoto): Halbmast nur für US-Bürger?


Charleston - Hoch oben am Mast wehte am Montag die Flagge vor der Polizeiwache eines Sheriffs in South Carolina. Damit hat sich dieser einem Befehl des US-Präsidenten Barack Obama widersetzt, zu Ehren von Nelson Mandela die Flaggen im ganzen Land bis Montagabend auf Halbmast zu setzen.

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Heft 50/2013
1918-2013

Rick Clark, der Sheriff von Pickens County, sagte einem lokalen Fernsehsender, er habe immer geglaubt, die Fahne auf Halbmast zu setzen, wäre eine Ehre, die US-Bürgern vorbehalten sein sollte.

"Ich habe kein Problem damit, wenn als Zeichen des Respekts für Nelson Mandelas Wirken in Südafrika die Fahne auf Halbmast weht, im eigenen Land", sagte Clark. "Aber in unserem Land sollte das meiner Meinung nach nur für die Menschen gelten, die Opfer für unser Land gebracht haben."

Am Freitag hatte der Sheriff die Flagge zu Ehren eines Polizisten aus South Carolina gesenkt, der im Dienst getötet wurde. Am Samstag blieb sie aus Anlass des Pearl Harbour Day weiter gesenkt.

Am Montag jedoch ließ der Sheriff die Flagge wieder nach oben ziehen. Aus der Polizeiwache hieß es, Clark würde dazu außer den Statements bei dem Fernsehsender keinen weiteren Kommentar abgeben.

South Carolina, im tiefen Süden gelegen, hat eine bewegte Geschichte, was Bürgerrechte und Rassenkonflikte angeht. Gouverneurin Nikki Haley erfuhr heftige kritische Kommentare, als sie Nelson Mandela auf Facebook Anerkennung zollte.

Der US-Präsident reiste am Montag zusammen mit seinem Vorgänger George W. Bush in der Air Force One nach Südafrika. Dort soll er am Dienstag bei dem Gedenkgottesdienst in einem Fußballstadion in Johannesburg vor 80.000 Menschen sprechen. Mehr als 70 Staatschefs reisen an, um Nelson Mandela die letzte Ehre zu erweisen.

mia/Reuters

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