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Trauriger Rekord: Bereits über 5000 Tote in Afghanistan

Die Wogen der Gewalt in Afghanistan schlagen immer höher: Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP starben in diesem Jahr bereits 5086 Menschen bei Anschlägen oder Kämpfen - über tausend Opfer mehr als im vergangenen Jahr. Erst gestern explodierte wieder ein Bus in der Hauptstadt Kabul.

Hamburg/Kabul - 5086 - die diesjährige Opferzahl markiert den Höchststand seit dem Einmarsch der US-Armee in Afghanistan vor knapp sechs Jahren. 2006 waren noch 4019 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul starben allein gestern 13 Menschen, darunter vier Kinder. Der Attentäter sprengte einen Polizeibus in die Luft.

Das Anschlags-Schema ist verbreitet: Erst am Samstag hatte sich ein uniformierter Terrorist neben einem Bus des Heeres postiert und sich selbst in die Luft gesprengt. Bei der Explosion wurden 30 Menschen getötet.

Auch ein UN-Bericht zur Gewalt in Afghanistan spricht die gleiche Sprache: Demnach hat die Gewalt in diesem Jahr um fast 30 Prozent zugenommen. Die Zahl der Gewalttaten stieg auf durchschnittlich 550 pro Monat gegenüber 425 im Jahr 2006. Dabei haben die Terroristen vor allem Soldaten und Sicherheitskräfte im Visier: Drei Viertel der Selbstmordanschläge richteten sich gegen die afghanische Armee und ausländische Truppen.

Doch es kamen auch 143 Zivilisten ums Leben, etwa bei Attentaten auf Schulen, Mullahs oder Stammesälteste, was die UN in dem Bericht als "vorsätzlichen und kalkulierten Versuch, die Einrichtung legitimer Regierungsinstitutionen zu behindern", verurteilt.

Der AP-Zählung zufolge töteten die ISAF-Truppen im Gegenzug 3500 Aufständische von Januar bis September. 650 Zivilpersonen wurden bei Anschlägen oder ISAF-Angriffen getötet, etwa 180 ausländische Soldaten verloren ihr Leben, unter ihnen 85 Amerikaner.

jkr/AP

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