Heldentat von Frankreich Polizist ließ sich gegen Geisel austauschen

Ein Polizist hat sich bei der Geiselnahme in Südfrankreich freiwillig dem Täter ausgeliefert, dafür wurde eine Frau freigelassen. Er ist schwer verletzt worden - Innenminister Gérard Collomb spricht von einer "Heldentat".

Einer von vielen Ambulanzwagen in Trèbes
GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Einer von vielen Ambulanzwagen in Trèbes


Bei der Geiselnahme in Südfrankreich ist ein Polizist schwer verletzt worden, der sich gegen eine Geisel austauschen ließ. Das sagte Innenminister Gérard Collomb nach dem Ende der Geiselnahme in einem Supermarkt im Örtchen Trèbes. Er sprach von einer "Heldentat".

Der Beamte hat sich nach französischen Medienberichten freiwillig ausgeliefert - im Austausch für eine weibliche Geisel. Mehreren Medien meldeten, dass er alleine mit dem bewaffneten Attentäter gewesen sei.

Innenminister Collomb zufolge ließ er sein Telefon mit einer offenen Verbindung auf einem Tisch liegen. So hätten die Einsatzkräfte hören können, was sich im Supermarkt abspielte. Als Schüsse fielen, seien sie eingeschritten.

Bei dem Mann handelt es sich laut Collomb um einen 45 Jahre alten Polizisten.

Die französischen Einsatzkräfte haben die Geiselnahme in Südfrankreich beendet. Der Täter ist bei dem Zugriff getötet worden.

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Geiselnahme in Südfrankreich: Schüsse im Supermarkt

In einer Stellungnahme sagte Collomb, er gehe davon aus, dass der Täter allein gehandelt habe. Bei dem Geiselnehmer handele es sich um einen 26 Jahre alten Mann. Dieser sei den Behörden wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen. "Wir haben ihn beobachtet aber dachten, dass es keine Radikalisierung gibt", sagte Collomb.

Frankreich war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistischer Anschläge geworden. Bei der jüngsten Attacke in Marseille waren am 1. Oktober zwei Menschen getötet worden. Allein 130 Menschen wurden bei der Anschlagsserie im November 2015 in Paris getötet.

jpz/dpa



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