Mutmaßlicher Terrorakt Supermarkt-Geiselnehmer in Frankreich getötet

Die Geiselnahme in Südfrankreich ist beendet. Das bestätigte der französische Innenminister. Der Täter ist von den Sicherheitskräften außer Gefecht gesetzt worden. Zuvor hatte er drei Menschen getötet.


Die französischen Einsatzkräfte haben die Geiselnahme in Südfrankreich beendet. Der Täter ist bei dem Zugriff getötet worden. Das bestätigte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb.

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Geiselnahme in Südfrankreich: Schüsse im Supermarkt

In einer Stellungnahme sagte Collomb, er gehe davon aus, dass der Täter allein gehandelt habe. Bei dem Geiselnehmer handele es sich um einen 26 Jahre alten Mann. Dieser sei den Behörden wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen. "Wir haben ihn beobachtet und dachten, dass es keine Radikalisierung gibt", sagte Collomb.

Der Täter hatte zunächst in Carcassonne ein Auto in seine Gewalt gebracht und dabei den Beifahrer getötet. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Anschließend schoss der Täter auf eine Gruppe von Polizisten und verletzte einen von ihnen an der Schulter, bevor er ins zehn Kilometer entfernte Trèbes fuhr. Dort nahm er im Supermarkt mehrere Geiseln und tötete zwei weitere Menschen. Er berief sich mehreren Medien zufolge auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Der IS reklamierte die Tat inzwischen für sich, gab aber keine Details bekannt.

Sowohl Präsident Emmanuel Macron als auch Premierminister Edouard Philippe sagten, dass alles auf einen Terrorakt hindeute. Macron befindet sich derzeit beim EU-Gipfel in Brüssel. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte er sich noch vor dem Ende der Geiselnahme "sehr bestürzt".

Merkel bekundete ihre Anteilnahme. "Wir sind natürlich bei den Betroffenen und Angehörigen und sprechen ihnen aus vollem Herzen unsere Anteilnahme aus", sagte sie. "Wir stehen, wenn es um terroristische Bedrohungen geht, natürlich an der Seite Frankreichs und wo immer wir helfen und unterstützen können, werden wir das tun."

Frankreich war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistischer Anschläge geworden. Bei der jüngsten Attacke in Marseille waren am 1. Oktober zwei Menschen getötet worden. Allein 130 Menschen wurden bei der Anschlagsserie im November 2015 in Paris getötet.

aev/AFP/Reuters/AP/dpa



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