Treffen auf Bali Nord- und Südkorea reaktivieren Atomgespräche

Vertreter aus Nord- und Südkorea haben sich auf Bali über eine mögliche atomare Abrüstung verständigt. Es sind die ersten direkten Gespräche seit 2008 - Nordkorea hatte sie zuletzt platzen lassen.


Nusa Dua - Nach monatelangem Stillstand wollen die beiden koreanischen Staaten auf eine Wiederbelebung ihrer Atomgespräche hinarbeiten. Unterhändler beider Seiten vereinbarten am Rande des Außenministertreffens des Verbands Südostasiatischer Nationen ( Asean) am Freitag, sich um eine Neuauflage der Gespräche zu bemühen. Diplomaten der USA, aus China, Russland und Japan waren auch auf dem Asean-Gipfel vertreten - ihre Teilnahme ließ bereits im Vorfeld Hoffnungen auf einen Durchbruch wachsen.

Allerdings ist unklar, wie fruchtbar das Treffen auf dem indonesischen Bali am Ende erweisen könnte. Immerhin war es das erste zwischen Vertretern Nord- und Südkoreas seit dem Zusammenbruch der internationalen Verhandlungen 2008. Damals hatte Nordkorea die Sechs-Länder-Gespräche über sein Atomprogrammabgebrochen. Einen Monat später testete das Land nach eigenen Angaben zum zweiten Mal eine Atombombe.

Der südkoreanische Unterhändler Wi Sung Lac sagte im Anschluss an das Treffen auf Bali, es sei "sehr konstruktiv und nützlich" gewesen. Die Gespräche könnten als Vorbereitung für ein Treffen der beiden koreanischen Außenminister dienen, das möglicherweise am Samstag auf Bali stattfinden wird.

Millionen Menschen von Hungersnot getroffen

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel war zuletzt sehr gespannt. Südkorea macht Pjöngjang für einen Torpedoangriff auf ein südkoreanisches Marineschiff verantwortlich, bei dem im März vergangenen Jahres 46 Soldaten getötet wurden. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Vorfall.

Im November beschoss die nordkoreanische Armee die grenznahe südkoreanische Insel Yeonpyeong und tötete zwei südkoreanische Marinesoldaten sowie zwei Zivilisten. Die beiden koreanischen Staaten geben sich gegenseitig die Schuld an der militärischen Eskalation.

In den vergangenen Monaten hatte Pjöngjang wiederholt signalisiert, zu den Sechser-Gesprächen mit den USA, China, Russland, Japan und Südkorea zurückzukehren. Ein Grund für die kompromissbereite Haltung könnte sein, dass Nordkorea dringend humanitäre Hilfslieferungen benötigt - knapp sieben Millionen Menschen sind laut Uno-Welternährungsprogramm in dem kommunistischen Land von einer Hungersnot betroffen.

amz/AFP/dpa/dapd



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