Treffen der Finanzminister: Juncker bleibt Euro-Gruppenchef

Der monatelange Personal-Poker hat vorläufig ein Ende: Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker bleibt für weitere sechs Monate Chef der Euro-Gruppe. Wolfgang Schäubles Ambitionen sind damit zunächst gescheitert. Der Deutsche Klaus Regling soll den ständigen EMS-Rettungsschirm leiten.

Jean-Claude Juncker: Alter und neuer Euro-GruppenchefZur Großansicht
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Jean-Claude Juncker: Alter und neuer Euro-Gruppenchef

Brüssel - Erst vor wenigen Tagen hatte Jean-Claude Juncker unmissverständlich Bedingungen dafür gestellt, noch einige weitere Monate als Vorsitzender der Euro-Finanzminister zur Verfügung zu stehen. Brüsk forderte Luxemburgs Ministerpräsident für seinen Landsmann Yves Mersch einen Sitz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB).

Nun einigte sich die Euro-Gruppe darauf, diese Forderung zu erfüllen. Mersch, bisher Chef der Luxemburger Notenbank, wird einen Sitz im sechsköpfigen Direktorengremium der EZB erhalten. Mit seiner Nominierung haben die Euro-Finanzminister den Weg zu einer weiteren Amtszeit für Euro-Gruppenchef Juncker geebnet. Der luxemburgische Premier wird nun sechs weitere Monate den Vorsitz in der Euro-Gruppe führen, wie am frühen Dienstagmorgen bekannt wurde. Juncker, dienstältester EU-Regierungschef, hatte im März angekündigt, sich von seinem EU-Posten zurückziehen zu wollen. Da sich jedoch keine einvernehmliche Nachfolgelösung abzeichnete, macht er zunächst weiter. Juncker bekam offiziell ein neues Mandat für zweieinhalb Jahre, das er jedoch vorher beenden will. Wie es im neuen Jahr an der Euro-Gruppenspitze weitergehen soll, blieb zunächst offen. Bundesfinanzminister Schäuble jedenfalls ging zunächst leer aus - es ist ausgesprochen fraglich, ob er im Januar bessere Chancen hat, wenn die Wahlen in Deutschland näherrücken.

Das beschlossene Personalpaket wird ergänzt durch die Entscheidung für den deutschen Finanzfachmann Klaus Regling als Leiter des ständigen Euro-Rettungsschirm ESM in Luxemburg. Die Euro-Finanzminister nominierten den 61-Jährigen für den Top-Posten, verlautete aus Kreisen der Euro-Gruppe. Regling führt bereits den befristeten Rettungsschirm EFSF

Paris hatte sich klar für eine weitere Amtszeit Junckers ausgesprochen: "Wir streben an, dass in der Tat Jean-Claude Juncker heute Nachfolger von Jean-Claude Juncker wird", sagte Finanzminister Pierre Moscovici am Montag bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Zu Spekulationen, dass Frankreich und Deutschland in einem Rotationsverfahren den Euro-Gruppenvorsitz aufteilen könnten, sagte er: "Es gibt keinen Antrag Frankreichs in dieser Hinsicht."

Das normale Mandat des Euro-Gruppenvorsitzenden dauert zweieinhalb Jahre, Junckers reguläre Amtszeit läuft am 17. Juli aus. Bundesfinanzminister Schäuble hatte mehrfach signalisiert, im Notfall für den Posten bereitzustehen. Angela Merkel hatte ihn als möglichen Euro-Gruppenchef ins Spiel gebracht, Juncker den deutschen Finanzminister sogar als "Idealbesetzung" bezeichnet. Doch Frankreichs neuer Präsident Hollande ließ schon vor Monaten keine Zweifel daran, dass es nichts von einem deutschen Euro-Gruppenchef halten würde.

Juncker gilt als einer der Gründerväter des Euro. Juncker, EU-Ratschef Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EZB-Präsident Mario Draghi sitzen in einer Reformgruppe, die bis Ende dieses Jahres konkrete Vorschläge zu tiefgreifenden Veränderungen in der Euro-Währungsunion machen wird.

Der ständige Rettungsschirm ESM soll ein Stammkapital von 700 Milliarden Euro haben, wovon 80 Milliarden Euro bar eingezahlt werden. Die Institution ist damit eine Art europäischer Währungsfonds, der klammen Staaten und auch Banken beistehen kann. Regling hat eine lange Karriere im Finanzsektor hinter sich, unter anderem war er Generaldirektor der Wirtschafts- und Währungsbehörde bei der EU-Kommission. Der Vertrag für den ESM ist noch nicht von allen Euro-Staaten gebilligt worden - so fehlen noch Deutschland und Italien. Der ESM, der ursprünglich zu Monatsbeginn seine Arbeit aufnehmen sollte, kann deshalb erst verspätet starten.

Yves Mersch nimmt mit seiner Nominierung für das EZB-Gremium den Sitz des Spaniers José Manuel González-Páramo ein, der im Mai aus dem Amt geschieden war. Madrid hatte sich lange gegen den Finanzpolitiker, der als einer der Geburtshelfer der Euro-Währung gilt, gewehrt. Der 62-jährige Mersch leitet seit 1998 die Luxemburger Zentralbank.

cai/mal/dapd/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
Euclid 10.07.2012
Nun sind ja alle Gauner und Taschendiebe zusammen, die uns dann sagen werden, wie man schmerzlos uns Deutschen ausnimmt. Es ist wirklich an der Zeit die deutschen Gaukler in Berlin in die Wüste zu schicken und jemanden [...]
Zitat von sysopDer monatelange Personal-Poker hat ein Ende: Luxemburgs Ministerpräsident und Finanzminister Jean-Claude Juncker bleibt für weitere sechs Monate Chef der Euro-Gruppe. Auch Wolfgang Schäuble hatte Interesse an dem Posten gezeigt. Der Deutsche Klaus Regling soll den EMS-Rettungsschirm leiten. Treffen der Finanzminister: Vorsitz der Euro-Gruppe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,843461,00.html)
Nun sind ja alle Gauner und Taschendiebe zusammen, die uns dann sagen werden, wie man schmerzlos uns Deutschen ausnimmt. Es ist wirklich an der Zeit die deutschen Gaukler in Berlin in die Wüste zu schicken und jemanden einzustellen der die Geschicke im Interesse des deutschen Bürgers leitet, bevor es dazu kommt, dass Verträge gebrochen werden müssen. EU mehr noch EURO wird von einem Bündel von Strauchdieben ausgenommen. Juncker kann man doch nicht über den Weg trauen, dessen Ziel ist Deutschland zu zerstören. Ich erinnere an den Scherz mit der 7.Kavallerie, und seinen Luftsprung als Merkel’s Niederlage in Brüssel bekannt wurde. Es sucht immer noch Rache für den 2.Weltkrieg. Man muss Herrn Juncker einmal klipp und klar gesagt werden, wir wollen nicht mehr. Wir fahren vielleicht nicht besser allein, wir sind aber wieder Herr im Hause, das ist was wert. Wir sollten uns etwas an der Geschichte orientieren. Adenauer wurde von den Amerikanern aufs Kreuz gelegt und Kohl von den Franzosen.
Euclid 10.07.2012
Nun sind ja alle Gauner und Taschendiebe zusammen, die uns dann sagen werden, wie man schmerzlos uns Deutschen ausnimmt. Es ist wirklich an der Zeit die deutschen Gaukler in Berlin in die Wüste zu schicken und jemanden [...]
Zitat von sysopDer monatelange Personal-Poker hat ein Ende: Luxemburgs Ministerpräsident und Finanzminister Jean-Claude Juncker bleibt für weitere sechs Monate Chef der Euro-Gruppe. Auch Wolfgang Schäuble hatte Interesse an dem Posten gezeigt. Der Deutsche Klaus Regling soll den EMS-Rettungsschirm leiten. Treffen der Finanzminister: Vorsitz der Euro-Gruppe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,843461,00.html)
Nun sind ja alle Gauner und Taschendiebe zusammen, die uns dann sagen werden, wie man schmerzlos uns Deutschen ausnimmt. Es ist wirklich an der Zeit die deutschen Gaukler in Berlin in die Wüste zu schicken und jemanden einzustellen der die Geschicke im Interesse des deutschen Bürgers leitet, bevor es dazu kommt, dass Verträge gebrochen werden müssen. EU mehr noch EURO wird von einem Bündel von Strauchdieben ausgenommen. Juncker kann man doch nicht über den Weg trauen, dessen Ziel ist Deutschland zu zerstören. Ich erinnere an den Scherz mit der 7.Kavallerie, und seinen Luftsprung als Merkel’s Niederlage in Brüssel bekannt wurde. Es sucht immer noch Rache für den 2.Weltkrieg. Man muss Herrn Juncker einmal klipp und klar sagen, wir wollen nicht mehr. Wir fahren vielleicht nicht besser allein, wir sind aber wieder Herr im Hause, das ist was wert. Wir sollten uns etwas an der Geschichte orientieren. Adenauer wurde von den Amerikanern aufs Kreuz gelegt, Kohl von den Franzosen und nun Merkel und Schäuble von Juncker. Deutschland sollte mehr den Völkern im Osten helfen, sie haben es verdient und sind auch dankbar, weniger den sogenannten Freunden im Westen, die uns auf verwerflicher Weise ausnutzen.
Progressor 10.07.2012
Postengeschacher ohne demokratische Legitimation und ohne demokratische Kontrolle. "Alternativlose" Gesetze und Konstrukte die gegen alle Zusagen, Verträge und Verfassungen sprechen. Mangelnder Sachverstand bei [...]
Postengeschacher ohne demokratische Legitimation und ohne demokratische Kontrolle. "Alternativlose" Gesetze und Konstrukte die gegen alle Zusagen, Verträge und Verfassungen sprechen. Mangelnder Sachverstand bei breiten Teilen der Bevölkerung, keine hinreichende Information, praktisch keine Meinungsfreiheit, keine Alternative bei Wahlen. Willkommen in Europa.
gruenbonz 10.07.2012
im Euroraum. Das kommt zeitlich etwa hin. Und als einer der Gründerväter (war mir unbekannt, dachte immer Kohl, Waigel, Mitterand) kann er dann sein Lieblingsprojekt beerdigen.
im Euroraum. Das kommt zeitlich etwa hin. Und als einer der Gründerväter (war mir unbekannt, dachte immer Kohl, Waigel, Mitterand) kann er dann sein Lieblingsprojekt beerdigen.
hardliner1 10.07.2012
Mit Demokratie haben EU und Euro-Zone nicht viel zu tun. Die Schwachmatiker unter den Länden stellen die wichtigsten Führungpositionen: Barroso (Portugal) als Kommissionspräsident, van Rompuy (Belgien) als Ratspräsident, Rehn [...]
Mit Demokratie haben EU und Euro-Zone nicht viel zu tun. Die Schwachmatiker unter den Länden stellen die wichtigsten Führungpositionen: Barroso (Portugal) als Kommissionspräsident, van Rompuy (Belgien) als Ratspräsident, Rehn (Schweden) als Nicht-Euro-Land den Währungskommissar (!), Ashton (Großbritannien) als Nicht Euro-Land die Außenbeauftragte, Italien mit Draghi den EZB-Chef, Juncker (Luxemburg) als Zwergstaat den Eurogruppen-Chef. Und wo ist das größte Land, was verantwortet der Hauptzahler Deutschland? Oettinger und ds Energie-Ressort. Lachhaft, das Ganze.
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  • Dienstag, 10.07.2012 – 01:49 Uhr
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Die Gipfelbeschlüsse im Überblick
Länder, die den Brüsseler Spar- und Reformverpflichtungen nachkommen, erhalten einen erleichterten Zugang zu den Rettungsschirmen. Wenn sie die Instrumente - etwa den Aufkauf von Staatsanleihen durch den Fonds - nutzen, müssen sie lediglich die Vorgaben aus dem Stabilitäts- und Wachstumspakt fristgerecht erfüllen. Diese Regelung scheint wie auf Italien zugeschnitten. Premier Mario Monti hatte vehement für die Aufweichung der Hilfsbedingungen gekämpft - auch wenn die Regierung in Rom bisher keine Hilfen beantragt hat.





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