WikiLeaks-Veröffentlichung: Das sagte Snowden auf dem Flughafen in Moskau

Edward Snowden: Temporäres Asyl in Russland? Zur Großansicht
Human Rights Watch

Edward Snowden: Temporäres Asyl in Russland?

Der NSA-Enthüller Snowden hat auf dem Flughafen in Moskau mit einer Gruppe von Menschenrechtlern gesprochen. WikiLeaks veröffentlichte nun das Statement des Whistleblowers.

Moskau - Das Treffen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Im abgesperrten Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo in Moskau sprach der flüchtige US-Computerexperte Edward Snowden mit Menschenrechtlern. Die Plattform WikiLeaks stellte wenig später seine Erklärung online. Das Treffen habe 45 Minuten gedauert. Snowden sagte demnach, er wolle noch am Freitag Asyl in Russland beantragen.

Lesen Sie hier das Statement im englischen Original:

"Hello. My name is Ed Snowden. A little over one month ago, I had family, a home in paradise, and I lived in great comfort. I also had the capability without any warrant to search for, seize, and read your communications. Anyone's communications at any time. That is the power to change people's fates.

It is also a serious violation of the law. The 4th and 5th Amendments to the Constitution of my country, Article 12 of the Universal Declaration of Human Rights, and numerous statutes and treaties forbid such systems of massive, pervasive surveillance. While the US Constitution marks these programs as illegal, my government argues that secret court rulings, which the world is not permitted to see, somehow legitimize an illegal affair. These rulings simply corrupt the most basic notion of justice - that it must be seen to be done. The immoral cannot be made moral through the use of secret law.

I believe in the principle declared at Nuremberg in 1945: "Individuals have international duties which transcend the national obligations of obedience. Therefore individual citizens have the duty to violate domestic laws to prevent crimes against peace and humanity from occurring."

Accordingly, I did what I believed right and began a campaign to correct this wrongdoing. I did not seek to enrich myself. I did not seek to sell US secrets. I did not partner with any foreign government to guarantee my safety. Instead, I took what I knew to the public, so what affects all of us can be discussed by all of us in the light of day, and I asked the world for justice.

That moral decision to tell the public about spying that affects all of us has been costly, but it was the right thing to do and I have no regrets.

Since that time, the government and intelligence services of the United States of America have attempted to make an example of me, a warning to all others who might speak out as I have. I have been made stateless and hounded for my act of political expression. The United States Government has placed me on no-fly lists. It demanded Hong Kong return me outside of the framework of its laws, in direct violation of the principle of non-refoulement - the Law of Nations. It has threatened with sanctions countries who would stand up for my human rights and the UN asylum system. It has even taken the unprecedented step of ordering military allies to ground a Latin American president's plane in search for a political refugee. These dangerous escalations represent a threat not just to the dignity of Latin America, but to the basic rights shared by every person, every nation, to live free from persecution, and to seek and enjoy asylum.

Yet even in the face of this historically disproportionate aggression, countries around the world have offered support and asylum. These nations, including Russia, Venezuela, Bolivia, Nicaragua, and Ecuador have my gratitude and respect for being the first to stand against human rights violations carried out by the powerful rather than the powerless. By refusing to compromise their principles in the face of intimidation, they have earned the respect of the world. It is my intention to travel to each of these countries to extend my personal thanks to their people and leaders.

I announce today my formal acceptance of all offers of support or asylum I have been extended and all others that may be offered in the future. With, for example, the grant of asylum provided by Venezuela's President Maduro, my asylee status is now formal, and no state has a basis by which to limit or interfere with my right to enjoy that asylum. As we have seen, however, some governments in Western European and North American states have demonstrated a willingness to act outside the law, and this behavior persists today. This unlawful threat makes it impossible for me to travel to Latin America and enjoy the asylum granted there in accordance with our shared rights.

This willingness by powerful states to act extra-legally represents a threat to all of us, and must not be allowed to succeed. Accordingly, I ask for your assistance in requesting guarantees of safe passage from the relevant nations in securing my travel to Latin America, as well as requesting asylum in Russia until such time as these states accede to law and my legal travel is permitted. I will be submitting my request to Russia today, and hope it will be accepted favorably.

If you have any questions, I will answer what I can.

Thank you."

Lesen Sie außerdem hier eine Chronologie der gesamten NSA-Affäre.

tob

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insgesamt 154 Beiträge
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1. Omnia
h.vonbun 12.07.2013
Ist es nicht möglich, diesen aus dem amerikanischen übersetzten Text in ein verständliches Deutsch zu bringen, bevor man ihn online stellt?
2.
Poseri 12.07.2013
Zitat von h.vonbunIst es nicht möglich, diesen aus dem amerikanischen übersetzten Text in ein verständliches Deutsch zu bringen, bevor man ihn online stellt?
Wo genau liegen denn Ihre Probleme im Verstehen des Textes? Ich erläutere Ihnen sehr gerne die ein oder andere Stelle. Zum Artikel: War fast zu erwarten das er nochmal auf Russland zugeht. Ich hoffe er wird das Bleiberecht so schnell wie möglich erhalten und irgendwann in näherer Zukunft in einem Flugzeug in Richtung Südamerika sitzen.
3. german - Part I
yast2000 12.07.2013
"Hallo, mein Name ist Ed Snowden! Vor etwas mehr als vor einem Monat hatte ich Familie, ein Haus im Paradies, und ich lebte in großem Komfort. Ich hatte auch die Möglichkeit, ohne Haftbefehl Ihre Kommunikation zu suchen, zu beschlagnahmen und zu lesen Sie Ihre Kommunikation; jedermanns Kommunikation zu jeder Zeit. Das ist jene Macht, die Schicksale von Menschen zu ändern. Es handelt sich auch um eine schwere Verletzung des Gesetzes. Die 4. und 5. Änderungen der Verfassung meines Landes, der Artikel 12 mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, und zahlreiche Gesetze und Verträge verbieten solche Systeme von massiver, allgegenwärtiger Überwachung. Während die US-Verfassung diese Programme als illegal erklärt, argumentiert meine Regierung, dass geheime Gerichtsurteile geben dürfe, die in der Welt nicht zulässig sind, um irgendwie eine illegale Angelegenheit zu legitimieren. Diese Entscheidungen korrumpieren den grundlegendsten Begriff von Gerechtigkeit, man muss sehen, dass es genau so geschehen ist. Das Unmoralische kann nicht moralisch gemacht werden durch den Einsatz eines geheimen Gesetzes. Ich glaube an die Grundsatzdeklaration, die in Nürnberg im Jahre 1945 erklärte: "Einzelpersonen haben internationale Verpflichtungen, die die nationalen Verpflichtungen des Gehorsams transzendieren. Daher haben einzelne Bürger die Pflicht, nationale Gesetze verletzen, um Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit zu verhindern."
4.
Hans58 12.07.2013
Zitat von h.vonbunIst es nicht möglich, diesen aus dem amerikanischen übersetzten Text in ein verständliches Deutsch zu bringen, bevor man ihn online stellt?
Ich finde nur den Originaltext, keinen übersetzten Text. Und ich finde es gut, dass man im Original nachlesen kann, was S. gesagt hat. Bisher bekam man entweder Interviews aus zweiter Hand oder Texte (auch in englisch), die sich auch nur auf Hörensagen stützen (...soll gesagt haben....etc.)
5. german - Part II
yast2000 12.07.2013
Also tat ich, was ich als Recht glaubte, und begann eine Kampagne, um dieses Fehlverhalten zu korrigieren. Ich habe nicht versucht, mich zu bereichern! Ich habe nicht versucht, US-Geheimnisse zu verkaufen! Ich habe nicht versucht, mir von einer ausländischen Regierung meine Sicherheit garantieren zu lassen. Stattdessen nahm ich in Kauf, was auch die Öffentlichkeit wusste, so etwas betrifft uns alle, und es kann von uns allen im Tageslicht diskutiert werden, und ich fragte nun die Welt nach Gerechtigkeit. Das moralische Entscheidung, die Öffentlichkeit über die Spionage zu informieren, betrifft uns alle; es zu sagen, war nicht ohne Risiko, aber es war das einzig Richtige, und ich bereue nichts.
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