Treffen mit Barak De Maizière will Rüstungskooperation mit Israel ausbauen

Revolutionen in Arabien, Panzerlieferungen an die Saudis, Irans Atomprogramm: Für Thomas de Maizière gab es zum Auftakt seiner dreitägigen Israel-Reise viel zu besprechen. Der Verteidigungsminister kündigte an, die militärische Zusammenarbeit mit dem Land werde ausgeweitet.

De Maizière, Amtskollege Barak in Tel Aviv: Israelische Drohnen für die Bundeswehr
DPA

De Maizière, Amtskollege Barak in Tel Aviv: Israelische Drohnen für die Bundeswehr


Tel Aviv - Es ist der erste Besuch eines deutschen Verteidigungsminister in Israel seit drei Jahren: Thomas de Maizière (CDU) kündigte in Tel Aviv zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs an, er wolle die militärische Zusammenarbeit mit Israel ausbauen. "Wir werden die Rüstungskooperation weiter vorantreiben", sagte de Maizière. Bei seinen Gesprächen in Tel Aviv und Jerusalem will der Minister unter anderem den Vertrag über die Nutzung der israelischen Drohne "Heron" um zwei Jahre bis Ende 2014 verlängern.

Drei der unbemannten Aufklärungsflugzeuge setzt die Bundeswehr derzeit in Afghanistan ein, sie dienen dort der Unterstützung der KSK-Elitesoldaten. Deutschland hat in der Vergangenheit unter anderem U-Boote und Patriot-Luftabwehrsysteme an Israel geliefert.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak empfing seinen Amtskollegen in Tel Aviv mit militärischen Ehren. Barak würdigte, dass Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten "in vielen entscheidenden Situationen" an der Seite Israels gestanden habe. In dem Gespräch ging es nach Angaben de Maizières vor allem um den Atomstreit mit dem Iran und die Entwicklung in Ägypten.

Auch die deutsche Debatte über weiterhin nicht offiziell bestätigte Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien könnten in Israel Thema sein - zumindest wollte de Maizière dies nicht ausschließen. "Darüber werde ich dann aber nicht berichten", sagte er. Israelische Bedenken waren lange Zeit ein Grund für die Bundesregierung, keine Kriegswaffen nach Saudi-Arabien zu liefern.

De Maizière wird während seiner Israel-Reise auch Gespräche mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und israelischen Parlamentariern führen. Auf dem Programm steht auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem. Am Mittwoch will de Maizière zudem einen Luftwaffenstützpunkt an der Grenze zum palästinensischen Gaza-Streifen besuchen.

fdi/dpa



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
hugahuga 13.07.2011
1. beeilen
muss sich Herr de Maizière, wenn er vor der Ausrufung eines palästinensischen Staates noch einige ,Geschenke' für den radikalzionistischen Staat Israel an den Mann bringen will. Panzer haben jetzt die Saudis. Noch 'nen U-boot wäre gut. Geht doch nicht, dass die Palis einfach so 'nen eigenen Staat haben wollen. Netanjahu hat bei Merkel in Berlin deshalb schon mal Dampf gemacht. Auf Merkel ist Verlass - aber doppelt hält besser. Also - de Maizière soll sich in Yad Vaschem schämen und ansonsten liefern. Darf dafür auch 'ne Drohne benutzen. Ach so ja - und sowieso der Iran, da soll der Herr de Maizière doch noch mal der Merkel ins Gewissen reden. Da muss mehr Druck her. Ansonsten - schönen Heimflug - wir bauen weiter an den Siedlungen ( ist noch viel zu tun ) und das mit den Palis, na ja - das wird schon - mit AIPAC's Hilfe und zwar in unserem Sinne. Jetzt im Ernst: Sagen will Herr de M. ja nichts - aber ob er dennoch daran denkt, dass das Liefern von Waffen in Spannungsgebiete verboten ist? Aber Israel ist ja kein Spannungsgebiet - die machen die Spannung und das ist gaaanz was anderes.
Nachteuie 13.07.2011
2. De Maizière hat das richtige Konzept!
Hallo! Tja da hat der Thomas de Maizière den richtigen Trick raus: Bevor da Irgendjemand auf die Idee kommen könnte wegen des Verkaufs von 200 Leo´s an Saudi-Arabien laut "Israel in Gefahr" und "Antisemitismus" zu schreien fährt man schnell nach Israel und bietet denen halt auch deutsche Waffen an. Motto: Die Saudis kaufen 200 Leo´s - was dürfen wir Euch denn verkaufen? Jawoll - so macht man das! Dass die dann gelieferten Waffen irgendwann garantiert auch mal gegen die palästinensische Bevölkerung eingesetzt werden wird - wen juckt das schon in Berlin...ist halt schon blöd wenn Jemand so unklug war als Palästinenser geboren zu werden. Hauptsache die deutsch-israelischen Beziehungen stimmen und die Waffenhersteller machen gute Geschäfte.
Habeshah 13.07.2011
3. Der falsche Ansatz
Zitat von sysopRevolutionen in Arabien, Panzerlieferungen an die Saudis, Irans Atomprogramm: Für Thomas de Maizière gab es zum Auftakt seiner dreitägigen Israel-Reise viel zu besprechen. Der Verteidigungsminister kündigte an, die militärische Zusammenarbeit mit dem Verbündeten werde ausgeweitet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,774076,00.html
In Israel sollte er sich lieber dafür einsetzen eine nachhaltige Friedenspolitik in Gang zusetzen.
Foul Breitner 13.07.2011
4. Hoffentlich
hat Maiziere den Blumenstrauß nicht vergessen. Dafür, daß ISR einen der Dubai Attentäter mit einem deutschen Paß versehen hatte, sollte man sich mal bedanken. SPIEGEL Mag http://www.spiegel.de/video/video-1049801.html
crocman, 13.07.2011
5. erneutes Versagen
Wenn Rüstungskooperation wirklich das ist, was mit der israelischen Regierung zu bereden ist dann hat die amtierende Bundesregierung wieder einmal bewiesen, dass sie zu gestaltender Aussen-und Sicherheitspolitik unfähig ist.
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