US-Vize bei Merkel: Biden bekennt sich zu Partnerschaft mit Europa

US-Vize Biden, Kanzlerin Merkel: Treffen im Kanzleramt Zur Großansicht
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US-Vize Biden, Kanzlerin Merkel: Treffen im Kanzleramt

Charmeoffensive des amerikanischen Vizepräsidenten: Vor seinem Treffen mit Angela Merkel in Berlin hat Obama-Vize Joe Biden die große Bedeutung Europas für die US-Regierung betont. Der Kanzlerin widmete er besondere Worte des Lobs.

Berlin - Wie wichtig ist der alte Kontinent noch für die USA? Vizepräsident Joe Biden hat bei seinem Besuch im Kanzleramt Befürchtungen widersprochen, Washington interessiere sich nicht mehr genug für Europa. Vor seinem Gespräch mit Angela Merkel hob der Stellvertreter von Barack Obama die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den USA und Europa hervor. Die transatlantischen Beziehungen seien für die Vereinigten Staaten weiterhin ein Grundpfeiler ihrer Außenpolitik, sagte Biden bei einem gemeinsamen Auftritt mit der Kanzlerin. Ein "starkes Europa" sei dafür unerlässlich, so Biden.

Obamas Vize lobte seine Gastgeberin in den höchsten Tönen. Merkel, die vom US-Präsidenten im Juni 2011 mit der "Medal of Freedom" geehrt worden war - einer der wichtigsten Auszeichnungen des Weißen Hauses - habe diese Medaille "sehr verdient", sagt Biden.

Bei seinem ersten offiziellen Besuch in der deutschen Hauptstadt überbrachte Biden auch Grüße von Präsident Obama, der selbst seit Beginn seiner Amtszeit noch nie in Berlin war. Nach dem Treffen im Kanzleramt wollte der Vizepräsident zur internationalen Sicherheitskonferenz nach München weiterreisen.

Kanzlerin Merkel sprach sich vor dem Gespräch mit Biden für rasche Fortschritte bei den Verhandlungen über ein europäisch-amerikanisches Freihandelsabkommen aus. Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagte, ein solches Abkommen liege im besonderen Interesse der deutschen Wirtschaft. Es gehe darum, den Wohlstand diesseits und jenseits des Atlantiks zu sichern. Merkel erklärte zudem, man wolle mit der neuen und alten Regierung in den USA auch über eine Regulierung der internationalen Finanzmärkte sprechen. Amerika sei nicht nur ein außerordentlich wichtiger Partner Deutschlands, sondern auch "ein guter Freund".

De Maizière wirbt für enge transatlantische Partnerschaft

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière warb unterdessen auf der Münchner Sicherheitskonferenz ebenfalls für eine enge Partnerschaft zwischen Europa und Amerika in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Obama. Angesichts der Diskussionen über die stärkere Hinwendung der USA nach Asien sagte de Maizière am Freitag: "Europa ist vielleicht nicht der bestdenkbare Partner für die USA in der Welt, aber sicherlich der bestmögliche." Die europäischen Staaten seien in sicherheitspolitischer Hinsicht besser als jeder andere Partner der USA.

Der deutsche Verteidigungsminister forderte die USA auf, in ihren Beziehungen zu Asien keinen Gegensatz zu den transatlantischen Wurzeln zu sehen. "Was hält uns eigentlich davon ab, hier gemeinsam Brücken zu bauen?" Es müsse über gemeinsame transatlantische Kooperationsmöglichkeiten im pazifischen Becken nachgedacht werden.

flo/dpa/AFP

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1. Geht nichts über ein klares Weltbild, nicht wahr?
M.Suckow 01.02.2013
Die Welt ist nicht schwarz-weiß, sie ist komplex. Die USA sind weder ein totaler Verbrecherstaat noch der Weiße RItter der Demokratie. Und genausowenig sind die EU oder Deutschland ideal. Ganz sicher aber bieten die USA und die EU-Staaten im weltweiten Vergleich verhältnismäßig gute Bedingungen was Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Freiheit und Gleichheit angeht. Kein Grund zum Jubeln, aber nicht der schlechteste Grund zur Kooperation. Ich finde es merkwürdig, dass einige hier (und woanders) nach Isolationismus rufen. Was soll das bringen? Die überwiegende Zahl Ihrer und meiner Mitbürger sind fremde, egal ob sie die selbe Sprache sprechen oder vermeintlich eine gemeinsame Abstammung haben. Gemeinschaften existieren nicht von Natur aus, sondern werden durch Symbole und Werte geschaffen. Warum sollten wir uns in unserer Kooperation mit anderen Menschen willkürlich an vor ~200 Jahren gezogenen nationalen Grenzen orientieren? Im großen und ganzen wollen Amerikaner im Schnitt das selbe wie Europäer. Brauchen wir mehr Gründe für transatlantische Kooperation?
2. Biden
beblein 01.02.2013
Unser Zirkus clown grinsed wieder zur Partnerschaft des Irrsinns. Bislang das Einzigste was ihm immer gelingt!
3.
goodluck12 02.02.2013
Zitat von sysopCharmeoffensive des amerikanischen Vizepräsidenten: Vor seinem Treffen mit Angela Merkel in Berlin hat Obama-Vize Joe Biden die große Bedeutung Europas für die US-Regierung betont. Der Kanzlerin widmete er besondere Worte des Lobs. Treffen von US-Vizepräsident Biden mit Kanzlerin Merkel in Berlin - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/treffen-von-us-vizepraesident-biden-mit-kanzlerin-merkel-in-berlin-a-881020.html)
Ein Freihandelszone, oder eine Zone mit reduzierten Handelsschranken, bei sowas fuer machen die Amerikaner bestimmt gerne mit. Wenn die Merkel allerdings auch neue Regulierungen fuer die Banken und etc mitbuendeln will, dann erwarte ich kein Entgegenkommen der Amerikanern mehr. Man muss verstehen dass bei Amerikanern die Freiheit des Individuums einen hoeheren Stellenwert hat als bei Europaern. Von einem Europaer muss man sich manchmal anhoeren "dass es eventuell so etwas wie zu viel Freiheit gibt". In den USA dagegen ist der Spruch "Freedom is not free" beliebt. Damit soll gesagt werden dass Freiheit ein Privileg ist fuer dass man kaempfen muss und das man nicht umsonst bekommt. Die Amerikaner haben ihre Freiheit und Unabhaengigkeit von den damals weit ueberlegenen Englaendern hart erkaempft. Diese Geschichte beeinflusst die amerikanische Seele auch Heute noch stark. Neue Abhaengigkeiten von den Europaern und sich von denen sagen zu lassen wie sie ihre Banken zu regulieren haben kann man und sollte man daher nicht erwarten.
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