Den Haag - Das Gericht hofft auf eine möglichst kurze Unterbrechung: Der wegen Kriegsverbrechen in Den Haag angeklagte serbische General Ratko Mladic ist am Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der Prozess gegen ihn sei ausgesetzt worden, teilte eine Sprecherin des Uno-Kriegsverbrechertribunals mit. Mladic wurde demnach "aus Vorsorge" zur medizinischen Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht.
Mladic hatte während des Sitzung über Unwohlsein geklagt und war noch im Gerichtsgebäude untersucht worden. Am morgigen Freitag soll der Prozess wieder aufgenommen werden - sofern Mladic' Gesundheit es zulasse. Dann werde die Vernehmung von Zeugen fortgesetzt, sagte die Sprecherin.
Der 70-Jährige Mladic war vor gut einem Jahr in Serbien verhaftet worden, nachdem er 16 Jahre lang auf der Flucht gewesen war. Ihm werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 zur Last gelegt. Er muss sich unter anderem auch für den Völkermord in Srebrenica verantworten. Bei dem Massaker waren im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet worden. Der Prozess war am 17. Mai für knapp zwei Monate wegen Verfahrensfragen ausgesetzt worden. Ankläger und Angehörige der Opfer befürchten, dass er wie der serbische Präsident Slobodan Milosevic vor einem Urteil sterben könnte.
fdi/Reuters/dpa
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