Tripolis Geringe Beteiligung bei Parlamentswahl in Libyen

Nicht einmal die Hälfte hatte sich überhaupt registriert: Nur wenige Menschen beteiligen sich an der Parlamentswahl in Libyen. Neue Gewalt überschattet das Votum.

Wahlhelfer in Libyen:
DPA

Wahlhelfer in Libyen:


Tripolis - Bei der Parlamentswahl in Libyen hat es eine äußerst niedrige Wahlbeteiligung gegeben. Ersten Schätzungen zufolge sind nur etwa 630.000 Menschen in die Lokale gekommen, um ihre Stimme abzugegeben, wie die Wahlkommission mitteilte.

Damit war die Beteiligung deutlich geringer als bei der Abstimmung vor zwei Jahren, der ersten freien Wahl in dem nordafrikanischen Staat seit mehr als 40 Jahren.

Schon im Vorfeld des Votums hatten sich die Libyer skeptisch gezeigt. Lediglich 1,5 Millionen Menschen registrierten sich für die Abstimmung, wahlberechtigt sind 3,4 Millionen Menschen. Von den registrierten Wählern blieb laut Wahlkommission mehr als die Hälfte zu Hause.

Wahl wird von neuer Gewalt überschattet

Um die Mandate im neuen Parlament bewarben sich mehr als 1600 Kandidaten. 32 der 200 Sitze sind dabei für Frauen reserviert. Die ersten Abstimmungsergebnisse sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Libyen kommt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi vor rund drei Jahren nicht zur Ruhe. Vor allem im Osten des Landes gab es in jüngster Zeit heftige Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und selbsternannten Sicherheitskräften.

Zahlreiche ehemalige Rebellengruppen verweigern ihre Entwaffnung und kämpfen zum Teil gegeneinander. Auch am Wahltag kam es wieder zu Gewalt. Eine Anwältin und Menschenrechtlerin, die zu den Organisatoren der ersten Proteste beim Volksaufstand gegen Gaddafi gehörte, wurde von Unbekannten in ihrem Haus in Bengasi getötet. In der östlichen Stadt starben zudem vier Menschen bei Kämpfen zwischen Islamisten und Regierungstruppen.

kes/AFP



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dschungelmann 26.06.2014
1. Nach meinen Informationen....
Wurde diese "Wahl" von vielen Staemmen boykottiert und in einigen Gegenden einfach nicht abgehalten. Zudem durften etliche Menschen ueberhaupt nicht waehlen. Fazit: Das war keine Wahl, sondern ein Witz.
karlomari 26.06.2014
2. Es geht auch genauer
Zitat von sysopDPANicht einmal die Hälfte hatte sich überhaupt registriert: Nur wenige Menschen beteiligen sich an der Parlamentswahl in Libyen. Neue Gewalt überschattet das Votum. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tripolis-geringe-beteiligung-bei-parlamentswahl-in-libyen-a-977584.html
Nennt doch endlich mal absolute Zahlen. Der Satz ist im Text ist ja eine Verharmlosung dieser Pseudodemokratie aufgrund des arabischen Frühlings. Etwa 44% der zur Registrierung Berechtigten Wähler haben sich registrieren lassen, davon sind 13% zur Wahl gegangen. das sind ca 6% oder in absoluten Zahlen etwa 200000 Wähler aller Wahlberechtigten. Es war sprachwörtlich ein Urnengang der "libyschen Revolution". Wahrlich ein Erfolg nach drei Jahren "Demokratisierung".
fussball11 26.06.2014
3.
Zitat von sysopDPANicht einmal die Hälfte hatte sich überhaupt registriert: Nur wenige Menschen beteiligen sich an der Parlamentswahl in Libyen. Neue Gewalt überschattet das Votum. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tripolis-geringe-beteiligung-bei-parlamentswahl-in-libyen-a-977584.html
Für diese Art der Demokratie mussten also so viele Menschen sterben. Da frage ich mich doch wer war eigentlich der größere Verbrecher, der "Diktator" oder die Rebellen mit ihren westlichen Freunden?
willibaldus 26.06.2014
4. bis zum Mittag waren es 13%.
Zitat von karlomariNennt doch endlich mal absolute Zahlen. Der Satz ist im Text ist ja eine Verharmlosung dieser Pseudodemokratie aufgrund des arabischen Frühlings. Etwa 44% der zur Registrierung Berechtigten Wähler haben sich registrieren lassen, davon sind 13% zur Wahl gegangen. das sind ca 6% oder in absoluten Zahlen etwa 200000 Wähler aller Wahlberechtigten. Es war sprachwörtlich ein Urnengang der "libyschen Revolution". Wahrlich ein Erfolg nach drei Jahren "Demokratisierung".
Von den 1626 Wahllokalen waren 19 nicht geöffnet wegen der Islamisten in Derna, sowie lokalen Streitigkeiten in Kufra und Obari. Wieviele am Ende abgestimmt haben, steht noch gar nicht fest, aber wohl weniger als letztes Mal.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.