Troika-Besuch in Athen Griechenland führt Rente mit 67 ein

Die griechische Regierung plant weitere Einschnitte für das Volk. Das Renteneintrittsalter soll um zwei Jahre auf 67 steigen. Damit nähert sich das Krisenland Geberländern wie Deutschland an. Über andere Teile eines neuen Sparpakets streitet Athen noch mit der Troika.

Rentner in Athen: Nachfolgende Generationen sollen bis 67 arbeiten
DPA

Rentner in Athen: Nachfolgende Generationen sollen bis 67 arbeiten


Athen - Es ist ein zähes Ringen und die Einigung noch nicht geschafft. Aber immerhin in mehreren Punkten näherten sich die griechische Regierung und die Troika aus Europäischer Zentralbank, Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds an. So etwa bei der Rente. Die griechische Regierung verständigte sich nach Angaben aus Regierungskreisen im Zuge der Verhandlungen mit den internationalen Kreditgebern darauf, das Renteneintrittsalter um zwei Jahre auf 67 heraufzusetzen. Das Finanzministerium habe sich mit der Troika auf diesen symbolischen Schritt verständigt, verlautete aus den Kreisen am frühen Freitagmorgen.

Damit würde das Renteneintrittsalter an das Niveau in zahlreichen Geberländern, darunter Deutschland, angepasst werden. Das Einsparvolumen der Maßnahme soll als Teil der Reformauflagen 1,1 Milliarden Euro betragen.

Auch in einigen anderen Bereichen habe es Fortschritte gegeben. Eine Verständigung darauf, wie das Gesamtpaket aus Einsparungen in der angestrebten Höhe von 11,5 Milliarden Euro aussehen solle, stehe aber noch aus. "Es gab Fortschritte und neue Ideen, wie die bestehende Lücke zu schließen ist", sagte ein Regierungsvertreter. Griechischen Angaben zufolge gibt es Einvernehmen darüber, wie 9,5 der angestrebten 11,5 Milliarden eingespart werden sollen.

Übereinkunft steht noch aus

Eine abschließende Übereinkunft zwischen dem hoch verschuldeten Griechenland und den internationalen Geldgebern könnte sich aber verzögern. Das Team der Troika habe beim Besuch in Athen einige der von der Regierung vorgeschlagenen Einsparungen abgelehnt, sagte ein hochrangiger griechischer Vertreter. Die Inspektoren könnten am Samstag ohne eine Übereinkunft abreisen. Erst bei ihrer Rückkehr in der nächsten Woche sei dann mit einer Vereinbarung zu rechnen.

Die Regierung des konservativen Regierungschefs Antonis Samaras verhandelt seit Tagen mit Troika-Experten darüber, mit welchen konkreten Maßnahmen sich die angestrebte Einsparsumme erreichen lässt. Eine Einigung dazu ist die Voraussetzung, damit dringend benötigte Milliardenhilfen in Höhe von rund 31 Milliarden Euro freigegeben werden. Ungeachtet dessen halten sich in der Finanzwirtschaft Zweifel, ob das aktuelle Hilfspaket für Griechenland und die damit geforderten Reformen und Einsparungen ausreichen, um das Land finanziell wieder auf Kurs zu bringen.

ler/Reuters

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insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 21.09.2012
1. Auch keine...
...Lösung. Wenn ich in Griechenland einen Job im Öffentlichen Dienst habe...dort aber nie erscheine oder aber dort nie was arbeite...aber voll bezahlt werde...kann ich locker bis 80 oder 90 arbeiten oder muss gar nicht in Rente gehen.....
Ernesto_de_la_Vita 21.09.2012
2. Feine Sache...
......zwei Jahre länger arbeitslos!
Sgt.Moses 21.09.2012
3. glückwunsch!
bei einer jugendarbeitslosigkeit von um die 50% wirklich die wichtigste aller reformen!
adam68161 21.09.2012
4. Quatsch!
In Anbetracht der Arbeitslosenquote ist die Festlegung auf einen späteren Rentenbeginn derzeit wirkungslos. Damit kann man allenfalls die deutsche dumme Öffentlichkeit weichklopfen.
herr_kowalski 21.09.2012
5. klar doch, alle Maßnahmen in GR
Zitat von sysopDPADie griechische Regierung plant weitere Einschnitte für das Volk. Das Renteneintrittsalter soll um zwei Jahre auf 67 steigen. Damit nähert sich das Krisenland Geberländern wie Deutschland an. Über andere Teile eines neuen Sparpakets streitet Athen noch mit der Troika. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857091,00.html
werden ab 2050 Wirkung zeigen. Bis dahin zahlen wir noch die Zinsen für deren Staatsverschuldung brav weiter an die Bankster europaweit.
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