Angst vor Tropensturm Republikaner verschieben Parteitag wegen "Isaac"

Aus Sorge vor dem herannahenden Tropensturm "Isaac" haben die US-Republikaner den ersten Tag ihres Parteitreffens in Tampa im US-Bundesstaat Florida gestrichen. Damit verzögert sich die Nominierung Mitt Romneys zum Präsidentschaftskandidaten.

Tropensturm "Isaac" wütet - hier in Kuba: Parteitagsprogramm verschiebt sich
AFP

Tropensturm "Isaac" wütet - hier in Kuba: Parteitagsprogramm verschiebt sich


Tampa - "Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit der Delegierten, Gäste und Medienvertreter", sagte der Vorsitzende des Republikanischen Nationalkomitees, Reince Priebus. Deshalb haben die Republikaner ihren Parteitag um einen Tag verschoben. Die offizielle Nominierung von Mitt Romney als Präsidentschaftskandidat wird damit voraussichtlich erst am Dienstag stattfinden. Der Parteitag mit geschätzten 50.000 Teilnehmern sollte ursprünglich von Montag bis Donnestag laufen und findet in einer großen Arena direkt an der Bucht von Tampa statt.

Die US-Wetterbehörde hatte am Samstag gewarnt, "Isaac" könne Hurrikan-Stärke erreichen, wenn er am Sonntag über die südlichen Teile Floridas zieht. Der Gouverneur des US-Bundesstaats hatte wegen des Sturms bereits den Ausnahmezustand ausgerufen.

Tropensturm "Isaac" überquerte am Samstag Kuba im Bereich von Guantanamo, nachdem er in Haiti Überschwemmungen verursacht und Todesopfer gefordert hatte. Den Prognosen zufolge könnte er zu einem Hurrikan der Stufe 2 werden und am Montag und Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern über Teile Floridas hinwegfegen. Wegen Dauerregens und starken Windes könnte es in Tampa zu Transportproblemen kommen, sagte Priebus.

Die Delegierten sollten laut Priebus am Montag - zum offiziellen Beginn des Parteitags - nur kurz zusammenkommen und die Versammlung dann sofort bis Dienstagnachmittag vertagen. Durch die Streichung des Programms am Montag wird zwar die Nominierung Romneys verschoben, der Rest des viertägigen Programms soll aber wie geplant stattfinden.

"Die Sicherheit derer, die sich auf 'Isaacs' Weg befinden, ist von höchster Wichtigkeit", sagte Mitt Romney nach der Verschiebung. "Ich spende denen Beifall, die in Tampa angemessene Änderungen im Zeitplan vorgenommen haben." Floridas Gouverneur Rick Scott, ebenfalls Republikaner, sagte seinen Auftritt bei dem Parteitag ab, um sich auf den Schutz der Bevölkerung in dem 19 Millionen Einwohner zählenden Bundesstaat zu konzentrieren.

Der demokratische Bürgermeister von Tampa, Bob Buckhorn, versuchte, die Besorgnis vor einer anhaltenden Störung des Parteitags durch den Sturm zu zerstreuen. "Es könnte nasse Schuhe geben, aber die Tage nach Montag sollten schön sein", sagte er dem Sender Fox News. US-Vizepräsident Joe Biden sagte seine Reise in mehrere Städte in Florida wegen des herannahenden Sturms ab, teilte die Wahlkampfleitung der Demokraten mit.

Über mögliche Pläne, die rund 2000 Delegierten in Sicherheit zu bringen, wurde nichts bekannt. Die Partei teilte lediglich mit, dass die Behörden für alle Fälle bereitstünden.

Bereits vor vier Jahren hatte Hurrikan "Gustav" den Republikaner-Konvent in St. Paul in Minnesota überschattet. "Gustav" wütete zwar mehr als 1500 Kilometer südlich an der Golfküste, die Partei verkürzte aber ihr Programm, um mit dem Treffen das Leiden der Sturmopfer nicht in den Hintergrund zu drängen.

ala/dapd/AFP

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marthaimschnee 26.08.2012
1.
Als streng gläubiger Mensch - und so geben sich die Reps ja gerne - müßte man das eigentlich so deuten, daß Gott mit ihrer Politik nicht wirklich einverstanden ist. Aber was juckt das verbohrte Fanatiker. Letztens meinte ein Farmer angesichts der Dürre auf die Frage, ob das vielleicht mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte, daß "Gottes Schöpfung so großartig ist, daß der Mensch da nichts dran verändern kann." - und deswegen schmeißt er tonnenweise Nitrat auf den Acker, obwohl das nach dieser Argumentation gar nichts bringen kann!
DJ Doena 26.08.2012
2.
Das muss man wohl als eindeutiges Zeichen Gottes interpretieren, dass Mitt Romney der falsche Kandidat ist und man doch lieber Rick Santorum aufstellen sollte. Schließlich hat sich Gott nach 3000 Jahren auch mal wieder selbst bequemt, mit einem Menschen zu reden und hat Michelle Bachmann persönlich mitgeteilt (http://www.youtube.com/watch?v=x0904Cqzne8), dass sie kandidieren sollte.
bristolbay 26.08.2012
3. Falsche Argumentation
Zitat von DJ DoenaDas muss man wohl als eindeutiges Zeichen Gottes interpretieren, dass Mitt Romney der falsche Kandidat ist und man doch lieber Rick Santorum aufstellen sollte. Schließlich hat sich Gott nach 3000 Jahren auch mal wieder selbst bequemt, mit einem Menschen zu reden und hat Michelle Bachmann persönlich mitgeteilt (http://www.youtube.com/watch?v=x0904Cqzne8), dass sie kandidieren sollte.
Ihre Argumentation ist schlechtweg falsch. Diese von Gott gesandte Zeichen, Hurricane und Wasser sowie Dürre im Mittleren Westen, zeigen deutlich, dies sind die Folgen der "Sozis" in Washington und der von Gott auserkorene Mormone wird dies wieder in die richtigen Bahnen lenken. Herr im Himmel, schicke neben Sonne, Sturm und Wasser auch mal etwas Hirn runter und beschütze uns vor den Gläubigen in deinen christlichen Parteien hier in Deutschland, damit diese den Bocksmist aus den USA nicht auch hier verkaufen wollen.
Campagnano 26.08.2012
4. Was ist wichtig
Auf Haiti wurden ganze Zeltstädte der Erdbebenopfer weggeschwemmt. Die Lage der Leute dort ist dramatisch. Taiwan wird von einem viel stärkeren Wirbelsturm als Isaac bedroht. Aber Deutschland sorgt sich um den Parteitag der Republikaner und diesem Clown Romney.
Gluehweintrinker 26.08.2012
5. Wir nehmen wahr, was wir gefiltert geliefert bekommen.
Zitat von CampagnanoAuf Haiti wurden ganze Zeltstädte der Erdbebenopfer weggeschwemmt. Die Lage der Leute dort ist dramatisch. Taiwan wird von einem viel stärkeren Wirbelsturm als Isaac bedroht. Aber Deutschland sorgt sich um den Parteitag der Republikaner und diesem Clown Romney.
Leider wahr. Eine fette Amerikanerin, die in Kameramikrofone den üblichen Spruch "We - - lost - - everything" flennt, kommt medial natürlich besser als überschwemmte Erdbebenruinen in Port au Prince... Die größten Klimasünder der Welt müssen noch so fatal von Wetterextremen getroffen werden, bis ihnen das späte Licht der Erkenntnis aufgeht.
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