Trotz Protest der Kirche Argentinien erlaubt die Homo-Ehe

Der Widerstand der Katholischen Kirche war vergeblich, Demonstranten vor dem Parlament jubelten: Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien die Einführung der Homo-Ehe beschlossen.

Lesbisches Paar vor dem argentinischen Kongress: Homo-Ehe ist Novum in Lateinamerika
AP

Lesbisches Paar vor dem argentinischen Kongress: Homo-Ehe ist Novum in Lateinamerika


Buenos Aires - Nach einer 14-stündigen Debatte stimmte der Senat endlich zu. Mit einer Mehrheit von 33:27 Stimmen bei drei Enthaltungen beschloss Argentinien ein Gesetz, dass die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Das Abgeordnetenhaus hatte schon im Mai zugestimmt. Präsidentin Cristina Kirchner hatte sich für das Gesetz stark gemacht und bereits angekündigt, dass sie kein Veto einlegen werde.

Demonstranten für das Gesetz, die trotz winterlicher Kälte stundenlang vor dem Parlamentsgebäude in Buenos Aires ausgehalten hatten, jubelten. Denn das Gesetz ist ein Novum in Lateinamerika. Bisher hatte nur das lokale Parlament von Mexiko-Stadt im Dezember die Homo-Ehe in der mexikanischen Hauptstadt gebilligt. Buenos Aires gilt als eine der tolerantesten Metropolen Lateinamerikas gegenüber Homosexuellen.

Die Reform erlaubt gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe und räumt ihnen damit dieselben Rechte ein wie heterosexuellen Paaren, etwa bei der Sozialversicherung oder der Elternzeit. Schwule und lesbische Ehepaare dürfen zudem Kinder adoptieren. Um die Reform durchzusetzen, soll das Bürgerliche Gesetzbuch geändert werden und die Bezeichnung "Mann und Frau" durch "die Vertragspartner" ersetzt werden.

"Das Parlament hat eine sehr wichtige Entscheidung getroffen", zitierte die Zeitung "La Nación" den Vorsitzenden der Regierungsfraktion Miguel Ángel Pichetto. Der Sozialist Rubén Giustiniani sprach von einem "historischen Tag". Die Debatte um die Ehe zwischen Partner gleichen Geschlechts hatte eine bittere Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern ausgelöst.

Teile der Opposition und der Medien sowie vor allem die in Argentinien besonders konservative katholische Kirche liefen Sturm gegen die Novelle. Am Dienstag hatten sich Schätzungen von Medien zufolge etwa 50 000 Menschen an einer Protestkundgebung vor dem Parlament in der Hauptstadt Buenos Aires beteiligt. Unter dem Slogan "Die Kinder haben ein Recht auf eine Mutter und einen Vater" demonstrierten sie gegen das Gesetzesprojekt, das der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, als "Schachzug des Teufels" gebrandmarkt hatte.

Befürworter äußerten sich entsetzt über die "Rückständigkeit" der katholischen Kirche. Statt den Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben hätten, sollten diese Katholiken lieber gegen Kindesmissbrauch in ihren eigene Reihen und gegen familiäre Gewalt demonstrieren, meinte eine Teilnehmerin.

Weltweit ist Argentinien neben Belgien, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Kanada, Südafrika sowie Norwegen, Schweden und Island das zehnte Land, das die Homo-Ehe einführt.

als/dpa/AFP



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Klo, 15.07.2010
1. In Ordnung.
Zitat von sysopDer Widerstand der Katholischen Kirche war vergeblich, Demonstranten vor dem Parlament jubelten: Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien die Einführung der Homo-Ehe beschlossen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,706708,00.html
Die Homo-Ehe tut niemandem weh. Das wird auch die kath. Kirche irgendwann erkennen. Noch keine Hetero-Ehe ist gescheitert, weil ein Partner urplötzlich homosexuell geworden wäre. Die Kirche mischt sich hier in Dinge ein, die sie schlichtweg gar nichts angehen. Tatsächlich kann sie nicht einmal den eigenen Mitgliedern die sexuelle Orientierung vorschreiben.
gg art 5 15.07.2010
2. Hat immer existiert....
Zitat von KloDie Homo-Ehe tut niemandem weh. Das wird auch die kath. Kirche irgendwann erkennen. Noch keine Hetero-Ehe ist gescheitert, weil ein Partner urplötzlich homosexuell geworden wäre. Die Kirche mischt sich hier in Dinge ein, die sie schlichtweg gar nichts angehen. Tatsächlich kann sie nicht einmal den eigenen Mitgliedern die sexuelle Orientierung vorschreiben.
Genau so ist es. Viele Unwissende scheinen blind zu sein und nicht zu sehen dass die Homosexualität schon immer exstierte hat. Migelangelo der die Capilla Sixtina schmückte,Alexander der Große,unter anderen tausenden von bekannten und großen Menschen. Mein Glückwunsch an Argentinien.Deutschland sollte sich mal zusammenraffen und das Gleiche tun. Das ist es den millionen Schwulen-Opfern die Nazis in KZ´s umbrachten schuldig. Wenn ich hier so einige lese sind jedoch die Nazis in Deutschland noch nicht ausgestorben.
cottoner 15.07.2010
3. Dem schliesse ich mich an
Zitat von gg art 5Genau so ist es. Viele Unwissende scheinen blind zu sein und nicht zu sehen dass die Homosexualität schon immer exstierte hat. Migelangelo der die Capilla Sixtina schmückte,Alexander der Große,unter anderen tausenden von bekannten und großen Menschen. Mein Glückwunsch an Argentinien.Deutschland sollte sich mal zusammenraffen und das Gleiche tun. Das ist es den millionen Schwulen-Opfern die Nazis in KZ´s umbrachten schuldig. Wenn ich hier so einige lese sind jedoch die Nazis in Deutschland noch nicht ausgestorben.
Es wird allerhoechste Zeit, dass Deutschland sich endlich den fortschrittlichen Staaten anschliesst und die Homoehe einfuehrt. Aber offensichtlich gibt es noch zuviele Tubus im Raederwerk der Politik, speziell in den Reihen der C-Parteien.
Hannibal72, 15.07.2010
4. Bitte nicht wieder...
Zitat von gg art 5Genau so ist es. Viele Unwissende scheinen blind zu sein und nicht zu sehen dass die Homosexualität schon immer exstierte hat. Migelangelo der die Capilla Sixtina schmückte,Alexander der Große,unter anderen tausenden von bekannten und großen Menschen. Mein Glückwunsch an Argentinien.Deutschland sollte sich mal zusammenraffen und das Gleiche tun. Das ist es den millionen Schwulen-Opfern die Nazis in KZ´s umbrachten schuldig. Wenn ich hier so einige lese sind jedoch die Nazis in Deutschland noch nicht ausgestorben.
Kein mensch spricht den Homosexuellen ab, Gutes leisten zu können oder geleistet zu haben. Ist aber auch nicht relevant für die Frage der Homoehe. In deutschen KZ's sind Millionen Juden umgebracht worden. Sie verwechseln da etwas. Ermordete Homosexuelle werden auf deutlich unter 50.000 geschätzt. (Auch das sind zuviele, ich weiß!) Aber auch hier fehlt die Relevanz zur Homoehe. Sicherlich gibt es noch viel zu viele Nazis in Deutschland. Aber auch hier fehlt die Relevanz zur Homoehe. Die Nazi-Keule hilft nicht in jeder Situation!
jellicoe 15.07.2010
5. titel
Das sind wunderbare Nachrichten! Glückwünsche an die Homosexuellen Argentiniens! Die katholische Kirche ist mit ihrer Homosexuellen-, Frauen- und Verhütungspolitik eine Schande. Unglaublich, dass es so etwas im 21. Jahrhundert noch gibt.
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