Umfrage Putin in Russland so beliebt wie nie

Nach einem Jahr Ukraine-Krise ist Wladimir Putin beliebter denn je. Drei Viertel der Russen würden den Staatspräsidenten wiederwählen, fast 90 Prozent schätzen seine Arbeit.

Russlands Staatspräsident Putin: Beliebt wie noch nie
AFP

Russlands Staatspräsident Putin: Beliebt wie noch nie


Moskau - Außenpolitisch ist Russland isoliert, innenpolitisch leidet das Land unter einem schwachen Rubel und einer kriselnden Wirtschaft. Ihren Staatspräsidenten machen die Russen dafür aber offenbar nicht verantwortlich: 75 Prozent der Befragten würden für den 62-Jährigen stimmen, wenn am kommenden Sonntag Präsidentenwahlen wären, teilte das Meinungsforschungsinstitut FOM mit.

15 Jahre nach seiner ersten Wahl zum Kreml-Chef erreicht Putin damit einen Rekordwert: Sein bisher bestes Umfrageergebnis lag bei 71,31 Prozent - vor elf Jahren. Seine vierte Kandidatur für das Amt des Staatsoberhaupts wird für die Präsidentenwahl 2018 erwartet.

Der Westen hatte wegen Putins Ukraine-Politik Sanktionen gegen Russland verhängt in der Hoffnung, so den innenpolitischen Druck auf den Präsidenten zu erhöhen und damit einen Kurswechsel zu erzwingen. Der Kreml hatte dagegen stets betont, dass die Konfrontation den Zusammenhalt der Gesellschaft eher noch festige.

Die repräsentative FOM-Umfrage scheint das zu bestätigen: 86 Prozent der Befragten bewerteten demnach die Arbeit Putins positiv. Der Präsident hatte seine Landsleute im vergangenen Jahr mit Blick auf die Sanktionen und den niedrigen Ölpreis auf Krisenzeiten eingestimmt. Experten betonen, dass eine politische Alternative zu Putin in Russland nicht in Sicht sei.

Zuletzt hatte es viele Spekulationen um Putin gegeben, nachdem der Staatschef tagelang nicht öffentlich aufgetreten war. Gerüchte über angebliche Erkrankungen des Politikers machten die Runde. Zugleich meldeten Schweizer Medien, Putin sei wegen einer Affäre zu einer Olympiasiegerin Vater geworden.

mxw/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
Pfaffenwinkel 27.03.2015
1. Das größte Land der Erde
braucht eine starke Hand. Das weiß Putin. Aus seiner Sicht ist er also erfolgreich.
derandersdenkende 27.03.2015
2. Was den Russen gefällt,
ist den deutschen Meinungsmachern ein Dorn im Auge. Man nimmt hierzulande zur Kenntnis, wie man mit einem freigewählten Präsidenten eines Landes umspringt, der offenbar genau der ist, den sich die große Mehrzahl der Russen wünschen. Man zweifelt alles an was Putin tut und stellt ihm permanent unlautere Absichten. Ist es der pure Neid, der unsere gleichgeschalteten Medien im Auftrag der Herrenmenschen umtreibt? Wir haben einen Präsidenten vor die Nase gesetzt bekommen, der nicht freigewählt ist und von dem man dem eigenen Volke immer die Beliebtheit preist, obwohl dieses völlig anderer Meinung ist. Putin ist Präsident aller Russen, Gauck nur der Präsident jener die ihn für ihre Zwecke auserwählt haben. Diese verordnete deutsche Kleingeistigkeit ist echt zum Kotzen und nur durch Zensur in dieser Form aufrecht erhaltbar. Gauck ist ein Spalter, Putin weiß die Russen hinter sich!
quark@mailinator.com 27.03.2015
3.
Nichts hält ein Land besser zusammen, als ein klarer äußerer Feind.
biber01 27.03.2015
4. nachvollziehbar
Der Mann hat wirklich viel fuer Russland getan. Trotzdem geht der Kurs Russlands meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Die Angst vor einer Nato Bedrohung ist Quatsch. Wenn jemand Russland haette erobern wollen, waere in den Neunzigern reichlich Gelegenheit gewesen.
Login 27.03.2015
5. Diese....
...Meldung zeigt: nicht Putin rastet aus, ist ein gemeingefährlicher Neurotiker. Nein, das ganze Land, die Mehrzahl der Russen fühlte sich durch den "Westen" gedemütigt - und fühlt sich von einem starken Putin zu alten, glorreichen Zeiten zurückgeführt.
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