Trouble im Weißen Haus Stabschef mischt Bushs Führungsriege auf

Mit dem Antritt des neuen Stabschefs von George W. Bush, Joshua Bolten, weht ein neuer Wind im Weißen Haus: Die Führungsriege um den US-Präsidenten wird kräftig durcheinandergewirbelt. Selbst Bushs engster Berater Karl Rove muss Kompetenzen abgeben.


Washington - Karl Rove werde künftig nicht mehr für die Leitlinien der Bush-Regierung verantwortlich sein, sondern sich nur noch um die Parlamentswahlen im November kümmern, sagte heute ein Bush-Vertrauter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Rove gilt als wichtigster Berater von George W. Bush, in Washington wird er als das "Hirn" der US-Administration bezeichnet.

McClellan, Bush: "Es wird schwierig sein, ihn zu ersetzen"
REUTERS

McClellan, Bush: "Es wird schwierig sein, ihn zu ersetzen"

Für die Entwicklung der Leitlinien soll nun den Angaben zufolge Joel Kaplan verantwortlich sein, der derzeit im Präsidialamt Vize-Chef der Haushaltsabteilung ist.

Zugleich kündigte heute Bushs Sprecher Scott McClellan seinen Rückzug als Teil der Personal-Umschichtungen um Bush an. "Es wird schwierig sein, ihn zu ersetzen", sagte Bush im Beisein von McClellan. "Gleichwohl, er hat die Entscheidung getroffen, und ich akzeptiere sie." McClellan repräsentiere "das Beste seiner Familie, unseres Staates und unseres Landes", sagte Bush über den Texaner. McClellan sagte, das Weiße Haus befinde sich "in einer Periode des Übergangs". Er wolle seinen Beitrag zu den derzeitigen Veränderungen leisten: "Wechsel können hilfreich sein."

Gestern hatte der US-Präsident die Ernennung des bisherigen Handelsbeauftragten Rob Portman zu seinem neuen Haushaltsdirektor bekanntgegeben. Auslöser für das Personal-Revirement ist der neue Bush-Stabschef Bolten, der vor wenigen Tagen Andy Card ablöste. Gestern hatte Bolten deutlich gemacht, wer im Weißen Haus gehen wolle, der solle jetzt gehen.

Mit den Personalveränderungen will sich Bush aus der schwersten Beliebtheitskrise seit seinem Amtsantritt befreien. Ein Großteil der Bevölkerung ist mit der Lage im Irak unzufrieden, auch das schlechte Krisenmanagement während des Hurrikans "Katrina" und die Bestechungsskandale in der Republikanischen Partei haben dazu beigetragen, dass Bushs Umfragewerte gefallen sind.

hen/AFP/Reuters/dpa



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