Bericht Trump erwägt Cyberattacken gegen Nordkorea fortzusetzen

Barack Obama soll als US-Präsident versucht haben, mit Cyberangriffen gegen das nordkoreanische Atomprogramm vorzugehen. Ob es etwas gebracht hat, ist umstritten. Trotzdem lässt sich auch Donald Trump diese Option offen.

Präsident Trump in Washington
REUTERS

Präsident Trump in Washington


Was ist die größte internationale Bedrohung für die Vereinigten Staaten? Diese Frage wurde Donald Trump bei seiner ersten Pressekonferenz als Präsident der Vereinigten Staaten gestellt. Und er antwortete prompt: Nordkorea. Noch ist nicht klar, wie er auf die Bedrohung reagiert - viele Optionen hat er zumindest nicht. Eine großangelegte Recherche der "New York Times" legt aber nahe, dass er auch den Cyberkrieg seines Vorgängers gegen das Atomprogramm von Diktator Kim Jong Un weiterführen könnte.

Der Zeitung zufolge hatte der ehemalige US-Präsident Barack Obama in seiner Amtszeit eine Reihe von Cyberangriffen auf das nordkoreanische Raketenprogramm angeordnet - nachdem seine Regierung festgestellt hatte, dass die Raketenabwehrsysteme nicht ausreichten, die USA zu schützen. Daraufhin habe Obama entschieden, die nordkoreanischen Raketen bereits vor Teststarts ins Visier zu nehmen und die Elektronik manipulieren zu lassen.

Einzelheiten dazu nennt die "New York Times" nicht, um der Regierung von Diktator Kim keine vertraulichen Informationen zugänglich zu machen. Der Recherche zufolge waren die Cyberangriffe aus den USA teilweise erfolgreich: Einige Raketenstarts seien misslungen, nachdem die USA die Strategie umgesetzt hatte. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Fehlversuche auch auf Fehler in der Konstruktion oder andere Faktoren zurückzuführen sein könnten.

Trump zog rote Linie

In den vergangenen acht Monaten hat das Kim-Regime drei Mittelstreckenraketen erfolgreich getestet, eine davon kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar. Kim verkündete, sein Land sei kurz davor, eine Langstreckenrakete herstellen zu können - Experten bezweifeln das noch. Gleichzeitig steht außer Frage, dass das Regime technische Fortschritte in seinem Programm verzeichnen kann.

Die "New York Times"-Recherche umfasste unter anderem eine Reihe von Interviews mit Experten und Regierungsvertretern. Das ernüchternde Fazit der Reporter: Die USA haben immer noch keine konkreten Möglichkeiten, um dem Atomprogramm Nordkoreas effektiv zu begegnen.

Obama sei in den letzten Jahren seiner Präsidentschaft immer besorgter über die Vorgänge in Nordkorea geworden, schreibt die "New York Times" weiter. Trump zog mit einem Tweet, in dem er ohne weiteren Kontext ankündige, es werde nicht zu einer Langstreckenrakete Nordkoreas kommen, schon vor Monaten eine rote Linie. Seine Berater sollen sich alle Optionen offen lassen, um der Drohung Taten folgen zu lassen.

vks/dpa



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Seite 1
kevinschmied704 05.03.2017
1. ich mach mir ganz andere sorgen
möglich das es Amerika bald nicht mehr so geben wird und wenn Amerika fällt. fällt die Demokratie.
ackergold 05.03.2017
2.
Trump will den globalen Krieg, daran besteht für mich längst kein Zweifel mehr. Alles zielt darauf ab, andere Staaten zu provozieren, oder auf deren Provokationen hereinzufallen.
Ein_denkender_Querulant 05.03.2017
3. Angriffskrieg
Was die Amerikaner damit machen nennt sich offiziell Angriffskrieg. Es ist unglaublich. Spionage ist das eine, Sabotage ist etwas ganz anderes. Was bilden sich diese Menschen eigentlich ein, ohne UN-Mndat Angriffskriege anzuzetten? Es ist nicht der erste und wird nicht der letze sein. Widerwärtig kann ich das nur nennen.
KingTut 05.03.2017
4. Auch in Chinas Interesse
Egal wie man zu Trump steht, aber hier hat er Recht. Es darf nicht zugelassen werden, dass ein aggressives, diktatorisches Regime (gilt übrigens auch für den Iran) in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Das dürfte auch im Interesse von China sein, denn was würde wohl passieren, wenn NK die USA oder den Süden atomar angreift? Ich hoffe nur, dass der chinesischen Führung die Implikationen bewusst sind und sie mit den USA gemeinsam daran arbeiten, dass dieses menschenverachtende Diktatur schnellst möglich von diesem Planeten verschwindet.
kosu 05.03.2017
5. Wie darf sich ein Nordkoreaer fühlen
Muss sich Nordkorea bedroht fühlen? Wenn man die letzten 20 Jahre ansieht ja! Äußere Einmischung Sanktionen Angrifftskriege gegen unliebsame! Wie kann sich Nordkorea schützen? Welche Garantien hat das Land das Volk die Menschen? Wie kann Nordkorea es verhindern als US Kolonie zu enden? Ist es Erstrebenswert als westliche Kolonie zu Enden? sicher nach den hier verbreiteten Meinungen sind die Menschen in Nordkorea alle unterdrückt und versklavt, was sind Sie hinterher westliche Lohnsklaven.
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