USA Trump erwägt Lockerung für die Ölförderung auf See

Um Umweltkatastrophen wie "Deepwater Horizon" zu vermeiden, wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Öl- und Gasförderung einst hochgeschraubt. Das könnte sich nun ändern.

Ölplattform im Golf von Mexiko
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Ölplattform im Golf von Mexiko


Es war die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA: Als im April 2010 eine Explosion die Bohrplattform "Deepwater Horizon" zerstörte, schädigten Hunderte Millionen Liter Öl die Umwelt im Golf von Mexiko. Das hatte auch politische Folgen: Unter anderem wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Öl-und Gasförderung auf See unter der Regierung von Barack Obama erhöht.

Doch laut einem Bericht des "Wall Street Journal" gibt es in der Regierung von Donald Trump nun Überlegungen, diese Regulierungen zurückzufahren.

Die für die Öl-und Gasförderung auf See zuständige Aufsichtsbehörde BSEE habe dem Haushaltsbüro des Präsidialamts entsprechende Vorschläge präsentiert, berichtete die Zeitung. Sie laufen demnach darauf hinaus, die Rolle der Regierung bei dieser Art von Ölgewinnung zu verringern und den Konzernen mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu überlassen.

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Golf von Mexiko: Die Mega-Ölpest der USA

So solle eine Regelung gestrichen werden, wonach die für kritische Ausrüstung verantwortlichen Kontrolleure von der BSEE zugelassen werden müssen. Außerdem sollen Bestimmungen gelockert werden, die eine sofortige Datenübermittlung von Ölplattformen an Festlandsanlagen vorsehen, wo sie von den Aufsehern geprüft werden können, wie das Blatt berichtete.

Mit der geplanten Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen würde Trump der Öl- und Gasindustrie weiter entgegenkommen. So könnten die Unternehmen etwa 760 Millionen Euro Kosten innerhalb der nächsten zehn Jahre sparen. Erst kürzlich hatte Trump die größte Beschneidung von geschützten Flächen in der US-Geschichte angeordnet und zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah deutlich verkleinert.

Laut dem "Wall Street Journal" ist die geplante Änderung aber noch nicht öffentlich. Von offizieller Seite wollte niemand einen Kommentar abgeben.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" wurden im April 2010 elf Arbeiter getötet. Es kam zur größten Ölpest in der Geschichte der USA. Der britische Ölkonzern BP zahlte rund 60 Milliarden Dollar an Strafen und Schadenersatz.

joe/Reuters



insgesamt 47 Beiträge
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nadennmallos 26.12.2017
1. Das ist nicht verwunderlich, pflegt Trump doch offensichtlich ...
... seit seiner Amtseinführung, einen aggressiven, wirtschaftlichen Expansionskurs(Gerne zu lasten der Umwelt), der eindeutig nationale Interessen in den Vordergrund stellt. Übrigens sind die Amerikaner nicht die Einzigen, wir tun das (nur nicht so offen) auch, meines Wissens ist unsere Umweltbilanz nicht so makellos, wie wir sie gerne hätten. Zurück zu Trump, er wird seinen Kurs beibehalten und letzten Endes werden seine Landsleute (Auch wenn viele nicht direkt in seinem Kielwasser schwimmen) ihm folgen.
rloose 26.12.2017
2. Das nenne ich
dann mal konsequent. Wenn man die Erde ohnehin zur Wüste werden lässt, schadet es ja auch nichts mehr, wenn im Meer ein wenig Öl herumschwimmt....
fr3ih3it 26.12.2017
3. Donald Trump
Ist nicht mehr zu helfen. Es mangelt offensichtlich an einfachsten menschlichen Verstand. Sollte es zu einer Lockerung kommen, ist die internationale Öffentlichkeit gefragt die Ölkonzerne unter Druck zu setzten. Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass der wirtschaftliche Schaden durch solche Unfälle so immens hoch ist, dass die Öl-Konzerne selbst dafür sorgen werden ausreichende Sicherheitsmaßen getroffen zu haben.
Spiegelleserin57 26.12.2017
4. es ist schon interessant!
hier wird ein großer Protest gegen Diesel etc. erhoben und in anderen Ländern interessiert der Umweltschutz kaum, bestes Beispiel siehe dieser Artikel! Was soll man da glauben? Wird hier der Umweltschutz nur zum Wirtschaftsfaktor deklariert um die Wirtschaft zu forcieren?
salomohn 26.12.2017
5. Wie die Deutschen
Trump ist wenigstens ehrlich. Die deutsche Regierung tut uns Bürgern gegenüber so, als wolle sie die Umwelt schützen. In Brüssel werden dann aber entsprechende Beschlüsse blockiert, vererzögert oder verhindert. Übrigens wie bei Thema Tabak(werbung). Trump ist offener. Das schlimme ist, daß Umweltkastrophen immer zuerst die armen Menschen treffen, wie damals im Golf von Mexiko.
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