Russlandaffäre Trumps Anwalt soll russischen Oligarchen getroffen haben

Von einem Oligarchen soll Geld zu Trumps Anwalt Cohen geflossen sein. Wie die "New York Times" berichtet, soll es zudem vor der Amtseinführung des US-Präsidenten ein Treffen der beiden gegeben haben.

Trump-Anwalt Michael Cohen
REUTERS

Trump-Anwalt Michael Cohen


In der Affäre um eine mutmaßliche Beeinflussung der US-Präsidentenwahl gibt es neue Hinweise auf angebliche Kontakte zwischen Russland und dem engeren Vertrautenkreis von Präsident Donald Trump: Laut Informationen der "New York Times" hat Trumps Anwalt Michael Cohen einen russischen Oligarchen mit Beziehungen zum Kreml getroffen - elf Tage vor Trumps Amtseinführung, im Trump Tower. Das habe eine mit dem Vorfall vertraute Person der Zeitung berichtet.

Demnach soll Cohen in seinem Büro im 26. Stock des Wolkenkratzers mit dem russischen Geschäftsmann Wiktor Wekselberg darüber gesprochen haben, wie die Beziehungen zwischen Washington und Moskau verbessert werden könnten. Auch hätten sie vereinbart, sich bei der Amtseinführung im Januar 2017 erneut zu treffen.

Eine Million für Beratertätigkeit

Die "New York Times" beruft sich auf Andrew Intrater, der bei dem Treffen dabei gewesen sei und Investitionen seines Cousins und größten Kunden Wekselberg verwalte.

Wenige Tage nach der Amtseinführung habe Intraters Beteiligungsgesellschaft Columbus Nova Cohen einen Beratervertrag in Höhe von einer Million Dollar vorgelegt. Der Vertrag werde derzeit von US-Behörden geprüft. Intrater sagte der Zeitung, Wekselberg habe Columbus Nova nicht angewiesen, Cohen als Berater anzuheuern.

Weder Cohen noch ein Vertreter Intraters waren laut Nachrichtenagentur Reuters für eine Stellungnahme erreichbar.

Cohens Geschäfte werden untersucht

Sonderermittler Robert Mueller leitet eine umfangreiche Untersuchung, die mutmaßliche Verbindungen Trumps oder seiner Mitarbeiter nach Russland vor und nach der Präsidentschaftswahl 2016 prüft. Darüber hinaus läuft eine Untersuchung der Bundesbehörden, die die Geschäfts- und Finanzbeziehungen Cohens im Visier hat.

Auch Wekselberg und Intrater wurden bereits von Muellers Team befragt. Beide Männer waren Ehrengäste bei Trumps Vereidigung, für die Intrater 250.000 Dollar gespendet hatte. Neben einer Zahlung für Cohens schwarze Kasse legte Cohen dem Weißen Haus einen russlandfreundlichen "Friedensplan" für die Ukraine vor - aus der Wekselberg stammt.

Russland hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Wahl zugunsten Trumps beeinflusst zu haben. Trump hat erklärt, es habe keine Absprachen zwischen seinem Team und Russland gegeben.

cop/Reuters



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