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Truppentransport: USA verlegen georgische Truppen aus dem Irak in die Heimat

Der Kaukasus-Krieg hat auch Auswirkungen auf den Krieg im Irak und ist politisch brisant: Die dort stationierten 2000 georgischen Soldaten wurden am Sonntag von US-Streitkräften aufgrund des Krieges mit Russland um Südossetien zurück in die Heimatland geflogen.

Bagdad/Tiflis - Der georgische Präsident Michail Saakaschwili erklärte bereits, wegen des bewaffneten Konflikts um die abtrünnige Provinz Südossetien die 2000 Soldaten des georgischen Kontingents aus dem Irak abgezogen zu haben. "Sie sind zurück", sagte er in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC.

Georgien habe um Transporthilfe ersucht, deswegen seien am Sonntag die ersten Flüge durchgeführt worden, erklärte ein US-Militärsprecher in Bagdad. Politisch brisant, da die USA durch die militärische Unterstützung der Georgier in den Krieg um Südossetien hineingezogen werden könnten. Tiflis hatte seine 2.000 Soldaten wegen des eskalierenden Konflikts um die abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien zurückbeordert.

Damit verlässt das hinter den USA und Großbritannien drittgrößte ausländische Militärkontingent den Irak. Die US-Hilfe bei der Truppenverlegung könnte zu einer weiteren Abkühlung der Beziehungen Moskaus und Washingtons führen. Die US-Streitkräfte erklärten indes, der Abzug der Georgier werde die Sicherheit im Irak nicht langfristig gefährden. Höchstens in der kurzen Frist sei mit Auswirkungen zu rechnen. Die Georgier waren vor allem im Südosten des Iraks nahe der iranischen Grenze stationiert.

Die meisten Soldaten aus dem Kaukasus-Land waren in der Unruhe- Provinz Dijala stationiert. Unter anderen überwachten sie die Grenze zum Iran, den die USA verdächtigen, US-feindliche schiitische Milizen mit Waffen auszurüsten. Ein anderer Teil war im Rahmen eines Wachbataillon in der stark befestigten Grünen Zone in Bagdad eingesetzt, dem Sitz der irakischen Regierung sowie der US- und der britischen Botschaft. "Die US-Streitkräfte haben die von ihnen hinterlassene Lücke gefüllt", zitierte Aswat al-Irak am Sonntag einen US-Militärsprecher in der irakischen Hauptstadt.

cjp/AP/dpa

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