Tschad Mindestens 30 Tote bei Selbstmordanschlägen

Drei Selbstmordattentäter haben am Samstag im Tschad mindestens 30 Menschen in den Tod gerissen. Ob die Terrorgruppe Boko Haram dahintersteckt, ist ungewiss. Seitdem sie mehrere Anschläge in der Region verübt hatte, galt der Ausnahmezustand.


Bei drei Selbstmordanschlägen auf einem Markt im Tschad sind am Samstag mindestens 30 Menschen getötet und rund 80 weitere verletzt worden. Die drei Attentäter sprengten sich im Ort Loulou Fou auf einer Insel im Tschadsee in die Luft, wie es aus Sicherheitskreisen des Tschad hieß. Wer hinter dem Attentat steckt, war zunächst nicht klar.

Zu Beginn des Jahres waren Tausende Menschen vor der nigerianischen Islamistenorganisation Boko Haram auf die Insel geflohen. Allerdings war zunächst nicht bekannt, ob diese Menschen sich noch auf Koulfoua aufhielten. In der Region war nach einer Reihe von Anschlägen Boko Harams erst Anfang November der Ausnahmezustand verhängt worden, mehr als 5000 Soldaten sind seitdem auf den Inseln und in den Dörfern am Tschadsee stationiert. Im Oktober starben 41 Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf einen Wochenmarkt in der Stadt Baga Sola.

Der Tschadsee grenzt an den Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Gebiet mit seinen dicht bewachsenen Ufergebieten ist ein Rückzugsraum für die Kämpfer von Boko Haram, die im Norden Nigerias einen islamistischen Staat errichten wollen.

Mehrere Länder der Region, darunter der Tschad, haben sich zu einer Koalition gegen die Islamisten zusammengeschlossen. Die Extremisten haben schon seit längerer Zeit ihre Angriffe über Nigeria hinaus auch auf die Nachbarländer ausgedehnt. Boko Haram hatte im März der im Irak und Syrien kämpfenden Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) den Treueschwur geleistet.

hpi/AFP/Reuters/dpa

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