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13. Januar 2016, 11:47 Uhr

Tschechien

Minister vergleicht Flüchtlinge mit Hochwasser

Für Tschechiens Finanzminister Andrej Babis sind Schutzsuchende wie eine Naturkatastrophe. Erst fließe das Wasser in den Keller, dann ins Erdgeschoss, bis das ganze Haus überflutet sei. Deutschland wirft er vor, die Gefahr zu unterschätzen.

Menschen auf der Flucht mit Naturkatastrophen zu vergleichen, ist ein gängiges und gefährliches Mittel unter Politikern. Wolfgang Schäuble sprach im vergangenen Jahr zum Beispiel im Zusammenhang mit Flüchtlingen von einer Lawine. Nun hat auch Tschechiens Finanzminister zu einem solchen Vergleich gegriffen: "Flüchtlinge sind wie ein Hochwasser", sagte Andrej Babis der Zeitung "MF Dnes".

Erst fließe das Wasser in den Keller, dann ins Erdgeschoss, bis das ganze Haus überflutet sei. "Ich habe mehrere Hochwasser erlebt - das ist eine Krise, und man muss aktiv sein", forderte der Gründer der liberal-populistischen Ano-Partei an die Adresse der Europäischen Union gerichtet.

Babis verwies auf die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten. Deutschland unterschätze die Gefahr, und er befürchte, dass sich Ähnliches wiederholen könnte. "Die Bundeskanzlerin ändert ihre Haltung, aber nur sehr langsam, weil sie keinen Fehler zugeben will", sagte der Unternehmer und Medienmagnat. Jedes Land müsse selbst entscheiden können, ob es Flüchtlinge aufnehmen wolle oder nicht, forderte der Tscheche.

Viele osteuropäische Politiker nutzen die Angriffe in Köln derzeit, um die "politische Korrektheit" der Deutschen zu verhöhnen. Regierungs- und andere einflussreiche Politiker verlangen von Deutschland und Westeuropa eine radikale Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik. Die Forderungen: eine Abschottung der EU-Außengrenzen und ein vollständiger Stopp der Migration.

brk/dpa

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