Eklat im tschechischen Parlament Politiker sorgt mit Holocaust-Vergleich für Empörung

Eigentlich sollte es im Parlament in Prag um die Datenschutz-Grundverordnung der EU gehen. Doch dann löste der Abgeordnete Vaclav Klaus Jr. mit einem Holocaust-Vergleich einen Skandal aus.

Vaclav Klaus Jr.
AP

Vaclav Klaus Jr.


Der tschechische Parlamentsabgeordnete Vaclav Klaus Jr. hat mit einem Holocaust-Vergleich für Empörung gesorgt. Das berichtete die Zeitung "Lidove noviny". Der Sohn des früheren Präsidenten Vaclav Klaus zog demnach eine Parallele zwischen der Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht und der Arbeit eines "jüdischen Ausschusses", der die Leute habe aussuchen müssen, die mit dem nächsten Transport ins KZ fahren würden.

"Wir entscheiden nur, dass wir die kranken Frauen jetzt noch nicht schicken, sondern erst mit dem nächsten Zug - aber ansonsten machen wir einfach das, was man uns sagt", sagte Klaus in einer Debatte über die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU.

Der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS), Petr Fiala, bat daraufhin für den unpassenden Vergleich seines Parteikollegen um Entschuldigung. Andere Politiker riefen Klaus auf, sich mit der Funktionsweise der EU vertraut zu machen. Der frühere Gymnasialdirektor Klaus Jr. ist seit 2017 Abgeordneter.

Soldaten des nationalsozialistischen Deutschlands waren am 15. März 1939 in Prag einmarschiert. Von den rund 80.000 aus den Böhmischen Ländern deportierten Juden überlebten nur etwa 11.000 den Holocaust.

bam/dpa



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