Krieg in Mali: Tuareg fassen Islamistenführer

Kämpfer der Islamistengruppe Ansar al-Din (Archivbild): Anführer offenbar gefasst Zur Großansicht
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Kämpfer der Islamistengruppe Ansar al-Din (Archivbild): Anführer offenbar gefasst

In Mali sind zwei wichtige Islamisten den Tuareg ins Netz gegangen. Einer soll für die Einführung der Scharia verantwortlich sein, zahlreichen Menschen wurden die Hände abgehackt. Frankreich und die USA wollen die Mali-Truppen schnell unter Uno-Aufsicht stellen.

Bamako/Paris - Gruppen der Tuareg in Mali haben nach eigenen Angaben zwei führende Mitglieder der Islamisten gefasst. Das sagte ein Sprecher der Tuareg-Organisation MNLA ("Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad") in Paris. "Ich kann bestätigen, dass MNLA-Einheiten Mohammed Moussa Ag Mohammed al-Mustafa und Oumeini Ould Baba Ahmed am Samstag nahe der algerischen Grenze gefasst haben." Die beiden Männer sollen nach Kidal im Nordosten Malis gebracht worden sein.

Mustafa ist ein ranghohes Mitglied von Ansar al-Din, einer malischen Islamistengruppe, der Verbindungen zur Terrororganisation al-Qaida im islamischen Maghreb nachgesagt werden. Nach Angaben von MNLA-Sprecher Moussa Ag Assarid war er für die Einführung einer strengen Auslegung der Scharia in der Wüstenstadt Timbuktu zuständig. Der Rebell gilt als verantwortlich dafür, dass zahlreichen Menschen im Zuge islamischer Rechtsprechung die Hände abgehackt wurden. Baba Ahmed soll führendes Mitglied von Mujao sein, einer Dschihad-Bewegung in Westafrika.

Ansar al-Din und Mujao gehören zu den radikalen Gruppierungen, die vor rund zehn Monaten die wichtigsten Städte in Nordmali unter ihre Kontrolle gebracht hatten, nachdem im Zuge eines Militärputsches ein Machtvakuum entstanden war. Sie sollen für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sein.

Frankreich bombardiert Gebirgsregion

Unterdessen bombardierten französische Einheiten am Montag erneut Islamisten-Stellungen in der Region. Es würden Luftangriffe auf das Ifoghas-Gebirge in der Nähe der algerischen Grenze und unweit der Stadt Kidal geflogen, sagte ein malischer Militärsprecher. "Einige Mitglieder bewaffneter Gruppen haben sich in den Bergen von Tikarkar im Gebiet von Kidal verschanzt", erklärte er weiter. Der französische Außenminister Laurent Fabius betonte, mit den Angriffen sollten die Rebellen von ihren Versorgungslinien abgeschnitten werden.

Fabius stellte in Paris einen zügigen Abzug der französischen Truppen aus den befreiten Städten in Aussicht. "Wir wollen schnell von den afrikanischen Afisma-Truppen abgelöst werden", sagte er am Montag dem Radiosender France Inter. In Timbuktu könne dies schon sehr bald der Fall sein.

Paris und Washington wollen Uno-Mandat

In Paris schlugen Frankreichs Präsident François Hollande und US-Vizepräsident Joe Biden vor, die afrikanischen Truppen in Mali rasch in Verantwortung der Uno zu übergeben. "Wir sind uns einig, dass die afrikanischen Kräfte so schnell wie möglich unter Führung der Vereinten Nationen stehen sollten", sagte Biden am Montag in Paris nach einem Treffen mit Hollande. Bei der Operation gehe es um die Sicherung des Friedens in Mali. Die afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hat schon vor einiger Zeit beschlossen, mehrere tausend Soldaten zur Unterstützung der Regierungstruppen nach Mali zu schicken.

Vertreter von 45 Staaten und internationalen Organisationen wollen am Dienstag in Brüssel über die militärische, politische und humanitäre Lage in Mali sprechen. Die Konferenz wurde von den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und der Ecowas einberufen.

fab/AFP/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1.
Hermes75 04.02.2013
Zitat von sysopIn Mali sind zwei wichtige Islamisten den Tuareg ins Netz gegangen. Einer soll für die Einführung der Scharia verantwortlich sein, zahlreichen Menschen wurden die Hände abgehackt. Frankreich und die USA wollen die Mali-Truppen schnell unter Uno-Aufsicht stellen. Tuareg fassen Führer der Islamisten in Mali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuareg-fassen-fuehrer-der-islamisten-in-mali-a-881437.html)
Glückwunsch zu dem Fang. Ich bin sicher den Tuareg wird etwas einfallen um sich angemessen für die "gute" Zusammenarbeit im letzten Jahr kenntlich zu zeigen >:-)
2. Tuareg
Peter-Lublewski 04.02.2013
Zitat von sysopFrankreich und die USA wollen die Mali-Truppen schnell unter Uno-Aufsicht stellen. Tuareg fassen Führer der Islamisten in Mali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuareg-fassen-fuehrer-der-islamisten-in-mali-a-881437.html)
Bis das soweit ist, werden die Tuareg die beiden Typen wohl auf ihre Weise erledigt haben.
3. Tuareg, Azawad?
Labhras 04.02.2013
Ich dachte bisher, die Tuareg seien mit den Islamisten verbündet. Jenes Staatsgebilde im Norden Malis nannte sich auch Azawad unter Führung jener Tuareg-MNLA zusammen mit den arab. Islamisten. Und jetzt ergreifen ebendiese Tuareg ihre offenbar nun ehem. (?) Verbündeten?
4. Bravo
a.peanuts 04.02.2013
Wüsste schon immer,dass die Tuareg nichts mit Terror zu tun haben wollten. Jetzt brauchen die nur noch eine neue Heimat, nachdem sie aus Libyen rausgeworfen wurden.
5. Die Tuareg wollen sich rehabilitieren
mwp_nba 04.02.2013
Die Tuareg haben sich selbst disqualifiziert. Sie haben die Islamisten toleriert und jetzt steht eine deutlich stärkere Armee in ihrem Terrain. Politisch haben sie auch weniger zu bieten als vor einem Jahr. Dazu noch ein Stück ihrer Identität und Kultur durch die geglaubten Islamisten Freunde. Jetzt sollen sie mit viel Mühe eine neue Image gewinnen. Ich hoffe, eine faire und dauerhafte Lösung wird kommen. Hier sieht man ein friedliches Volk, das ein Moment die Realität verloren hat und unglücklicherweise von Ausländern eingegriffen wird. So ein Ausgang bekommen wir nicht in Afghanistan, nicht in Irak, nicht in Libyen, nicht in Ägypten, nicht in Syrien. Warum, die Islamisten sind dort zu Hause. Deutschland steht noch mal auf der falschen Seite.
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Fotostrecke
Menschenrechtsverletzungen in Mali: Die Toten im Brunnen

Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner

Fläche: 1.240.194 km²

Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
Ibrahim Boubacar Keita

Regierungschef: Moussa Mara

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