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Schlag gegen IS-Sympathisanten: Türkei meldet Festnahme Hunderter Terrorverdächtiger

AFP

Türkische Sicherheitskräfte gehen gegen mutmaßliche IS-Anhänger vor. Auch Linksextreme geraten ins Visier der Fahnder. Bei einer landesweiten Aktion gab es Hunderte Festnahmen.

Türkische Ermittler haben mehr als 250 Terrorverdächtige im ganzen Land festgenommen. Die Razzien in 13 Provinzen hätten Sympathisanten des "Islamischen Staates", Linksextremen und kurdischen Terroristen "ohne Unterschied" gegolten, teilte das Büro von Premier Ahmet Davutoglu mit.

An den Aktionen seien etwa 5000 Polizisten beteiligt gewesen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Unter anderem hätten die Untersuchungen auch auf die kurdische Arbeiterpartei PKK und die radikal linke DHKP-C abgezielt. Eine Anhängerin der Gruppe starb demnach bei einem Schusswechsel in Istanbul.

Mehrere türkische Medien berichteten, dass auch Hubschrauber und Spezialeinheiten an den Razzien beteiligt waren. Nahezu gleichzeitig bombardierten türkische F-16-Kampfflugzeuge Stellungen des IS in Syrien, wie die Regierung mitteilte - es waren die ersten direkten militärischen Schläge gegen die Terrormiliz.

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Grenze zu Syrien: Eskalation in der Südtürkei
Laut offiziellen Angaben richteten sich die Angriffe gegen drei Stellungen in der Nähe des grenznahen Dorfes Havar bei der türkischen Stadt Kilis. Der staatliche TV-Sender TRT berichtet, vier Kampfjets seien von einer Militärbasis in Diyarbakir aufgestiegen und hätten sich an den Angriffen beteiligt. Der syrische Luftraum sei dabei nicht verletzt worden.

"Die türkische Republik ist entschlossen, alle nötigen Maßnahmen zur nationalen Sicherheit zu ergreifen", hieß es in einer Mitteilung des Büros von Ministerpräsident Davutoglu. Die Agentur Dogan meldete, dass 35 IS-Terroristen bei dem Angriff getötet worden seien. Am Donnerstag hatten IS-Kämpfer von Syrien aus auf einen türkischen Armeeposten in Kilis gefeuert und dabei einen Soldaten getötet.

Am Donnerstagabend hatte Ankara bereits der US-Armee gestattet, die türkische Luftwaffenbasis Incirlik für Angriffe auf den IS zu nutzen. Die türkische Armee selbst hatte sich bislang nicht direkt an der Militäroperation gegen die Terrororganisation beteiligt.

Am Montag waren bei einem Selbstmordanschlag im türkischen Grenzort Suruc 32 Menschen getötet worden. Die Türkei macht den IS dafür verantwortlich.

mxw/Reuters/AP

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1. alles nur show!
kürdistan77 24.07.2015
...laut mehreren kurdischen sendern sind es fast NUR kurden die festgenommen worden sind. die paar is sympathisanten werden spätestens heute nachmittag oder morgen wieder auf freigelassen...leider.
2.
bert1966 24.07.2015
Verhaftung der "üblichen Verdächtigen" mit dem Alibi des Kampfes gegen den IS, der an anderer Stelle doch so gar nicht vorangetrieben wird ... diese Art von Staatswillkür kennt man aus der Geschichte noch zu gut.
3. Man sollte das Verhalten Erdogans sehr kritisch beobachten.
aljoschu 24.07.2015
Bisher hat der türkische Präsident die Aggression der ISIS nicht nur bloß geduldet, er hat sie - soweit man erfahren konnte - auch aktiv logistisch unterstützt. Sein Kalkül dürfte klar gewesen sein: Es war ihm genehm, dass der ISIS die Kurden jenseits der Grenze aus ihrer angestammten Heimat zu vertreibt, um damit wiederum den Kurden diesseits der Grenze Eins auszuwischen und sie zu schwächen. Das ist äußerst perfide. Wenn Erdogan jetzt so tut, als wäre er ins Lager der ISIS-Gegner gewechselt, so muss man das mit äußerster Skepsis beobachten. Zumal auch der angebliche Hauptgegner der ISIS, die USA, nur sehr lauwarm gegen die Halsabschneider vorgeht. Denn zu eng sind die wirtschaftlichen, militärischen und kapitalistischen Verstrickungen der US-Oligarchie mit Saudi Arabien und Katar. Momentan scheint es, als wolle Erdogan mit den Angriffen jenseits der Grenzen nur von seinem brutalen Vorgehen gegen die Kurden in der Türkei ablenken.
4. Politische Säuberung
horstu 24.07.2015
Das erinnert mich an die Verhaftungswelle, als Erdogans AKP kurz vor dem Verbot durch das Verfassungsgericht stand. Mit der Bedrohung von außen lässt sich prächtig die Opposition säubern und die Machtposition sichern. Die klammheimliche Freude über den IS als Druckmittel gegen Assad wird sich Erdogan indes nicht nehmen lassen.
5. Ihr seit alle lachhaft......
FB1907 24.07.2015
Aus der Ferne habt ihr alle gut reden.... Die Türkei ist allerdings direkt an der Front und hat eine 900 km lange Grenze zu Syrien... Jetzt habt ihr alle was ihr wolltet! Die Türkei ist mittendrin im Krieg und kann nun nicht nur die kurdischen Terroristen, sondern auch den IS! Der Westen ballert alle paar Jahre die arabischen Länder zusammen, und dir Türkei kann's ausbaden..... Frage mich echt woher die PKK-Sympathie der Deutschen rührt.....
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