Türkei Journalist Ahmet Altan zu zweiter Haftstrafe verurteilt

Ahmet Altan soll den türkischen Staatspräsident Erdogan beleidigt und Terrorpropaganda verbreitet haben. Dafür muss der Journalist fast sechs Jahre ins Gefängnis - zusätzlich zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Protest für Ahmet Altan
AFP

Protest für Ahmet Altan


Vor zwei Wochen ist der prominente türkische Journalist Ahmet Altan zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun kommt eine weitere Strafe hinzu: Wegen Terrorpropaganda und Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan muss er fünf Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu und der türkischen Tageszeitung Hürriyet hat das ein Istanbuler Gericht entschieden.

Altan ist früherer Chefredakteur der inzwischen geschlossenen Zeitung "Taraf". Zur ersten Verurteilung wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung war es am 16. Februar gekommen - am Tag der Haftentlassung des deutsch-türkischen "Welt"-Journalisten Deniz Yücel. Ebenfalls zu lebenslänglich verurteilt wurden an diesem Tag Altans Bruder, der Ökonomieprofessor und Autor Mehmet Altan, die Journalistin Nazli Ilicak und drei weitere "Taraf"-Mitarbeiter.

Die Altan-Brüder und Ilicak waren kurz nach dem Putschversuch im Juli 2016 festgenommen worden. Die türkische Regierung macht die Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich.

Im Januar hatte das türkische Verfassungsgericht die Freilassung von Mehmet Altan angeordnet - ein Gericht in Istanbul blockierte diesen Beschluss jedoch.

aev/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.