Menschenrechte Führende Amnesty-Mitarbeiter in der Türkei festgenommen

Die Festnahmen erfolgten bei einer Schulung im Hotel: In der Türkei sind mehrere Menschenrechtsaktivisten festgenommen worden. Betroffen sind auch führende Mitarbeiter von Amnesty International.

Türkische Fahne in Istanbul
DPA

Türkische Fahne in Istanbul


Zwei Mitarbeiter von Amnesty International und sieben weitere Menschenrechtsaktivisten sind bei einer Fachkonferenz in der Türkei festgenommen worden. Die Aktivisten wurden am Mittwochmorgen auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada in Gewahrsam genommen, wie der türkische Menschenrechtsverein (IHD) und mehrere Medien übereinstimmend berichteten.

Die türkische Zeitung "Hürriyet" spricht sogar von zwölf Festnahmen. Wohin die Menschenrechtler gebracht wurden und was ihnen vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Die Festnahmen seien bei einer Schulung in einem Hotel erfolgt, hieß es.

Unter den Festgenommen ist auch die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser. Die Organisation forderte die unverzügliche Freilassung aller Festgenommenen. Unter den Inhaftierten ist demnach auch ein deutscher Staatsbürger. Laut der Zeitung "Cumhuriyet" wurde den Festgenommenen der Zugang zu Anwälten verwehrt.

Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty äußerte sich "beunruhigt und empört" über die Festnahmen. Der "Machtmissbrauch" durch die türkischen Behörden verdeutliche die prekäre Lage von Menschenrechtsaktivisten in dem Land, kritisierte er.

Anfang Juni war bereits der Leiter der türkischen Amnesty-Sektion zusammen mit einem Dutzend weiterer Anwälte in Untersuchungshaft festgenommen worden. Seit dem Putschversuch vom Sommer 2016 sind unter Zuhilfenahme der Notstandsregelung in der Türkei mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen geschlossen worden.

als/AFP/dpa



insgesamt 80 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
AFH 06.07.2017
1. ..
Man sollte die Türkei endlich isolieren und boykottieren. Ein solches Verhalten ist nicht hinzunehmen, und die demokratischen Staaten sollten dies offen kommunizieren - und nicht die Beziehungen zur Türkei abbrechen, bis dort rechtsstaatliche Verhältnisse einkehren.
andree_nalin 06.07.2017
2. Damit reiht sich die türkische Administration ein
in die Riege von Staaten, die auf Menschenrechte gar keinen Wert legen. Sich mit Amnesty International anzulegen kommt einer Offenbarung gleich. Wer als Europäer noch immer die Türkei als Urlaubsland vorzieht, sollte wissen, dass auch er sich mitschuldig macht an der Menschenrechtslage dort.
ralfiboy1963 06.07.2017
3. Sollte sich..
diese Meldung als wahr herausstellen und die Türkei wieder gegen internationales Recht verstoßen haben, so wird es zum einen Zeit für eine offizielle Reisewarnung und zum anderen Zeit für Gegenmaßnahmen. Unsere Regierung sollte die Bürger davor schützen, sich unnötig in Gefahr zu bringen, nur weil dieses Land mit günstigen Urlaubsangeboten lockt. Es ist doch nun hinreichen bewiesen, dass die Türkei sich weit von den Grundsätzen der Demokratie entfernt hat und keinesfalls mehr als Rechtsstaat bezeichnet werden kann. Wer dennoch das Risiko sucht, muss dann eben mit den Konsequenzen leben. Würde Deutschland sich so kriminell verhalten, würde bestimmt nur ein kleiner Teil der G20 Delegation in die Türkei zurück reisen.
tommix68 06.07.2017
4. Da hat Fr. Merkel
doch gleich das nächste Thema mit dem Despoten vom Bospurus. Widerlich was dort abgeht!
dbrown 06.07.2017
5. Erdogan
lernt es nie! Wenn er meint, mit seiner Diktatur und seinem Hass auf die Freiheit käme er auf Dauer weit, dann mal Gute Nacht dahinten! Diesem Typen überhaupt die Einreise nach Deutschland zum G20-Gipfel zu gestatten ist ein Affront gegen alle in der Türkei eingesperrten und entlassenen Menschen. Aber alle haben ja Angst, daß er die Türen aufmacht für Flüchtlinge. Entweder meistern wir diese AUfgabe oder kriechen diesem Kerl weiterhin in seinen Hintern!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.