Angriffe in syrischer Provinz Idlib Türkei bestellt iranischen und russischen Botschafter ein

Trotz der Einführung einer Deeskalationszone im syrischen Idlib nahm die Gewalt in der Provinz zuletzt zu. Die Türkei ist beunruhigt - und bestellte umgehend den russischen und iranischen Botschafter ein.

Mevlüt Cavusoglu
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Mevlüt Cavusoglu


Nach Angriffen in der syrischen Provinz Idlib hat das türkische Außenministerium in Ankara den russischen und den iranischen Botschafter einbestellt. Grund sei die Beunruhigung über das Vorgehen der Regierung von Baschar al-Assad in Idlib, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Russland und Iran als Verbündete der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Rebellen hatten Idlib im vergangenen Jahr zu einer sogenannten Deeskalationszone erklärt. Dennoch nahm die Gewalt in dem Gebiet an der Grenze zur Türkei zuletzt zu.

Am Sonntag waren nach Angaben von Aktivisten in der nordwestlichen Provinz mindestens 21 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte macht die syrische und die russische Luftwaffe für die Bombardierungen verantwortlich.

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Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf der syrischen Regierung nach Angaben von Anadolu vor, eine politische Lösung in Syrien zu untergraben. Unter dem Vorwand, gegen den Qaida-Ableger Fatah al-Scham, die frühere Al-Nusra-Front, zu kämpfen, "greifen die Streitkräfte des Regimes in Syrien auch gemäßigte Oppositionelle an", sagte Cavusoglu demnach. "Diese Haltung sabotiert den politischen Lösungsprozess."

Idlib ist die einzige Provinz in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert wird. Sie werden vom syrischen Ableger der Qaida-Terrororganisation dominiert.

bam/dpa



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miklo.velca 10.01.2018
1. An Heuchelei nicht zu überbieten
Gestern noch die baldige Invasion von Afrin vom Sultan persönlich wiedermal verkündet und jetzt den anderen Aufteiler Syriens vorwerfen, den Frieden mit den türkeifreundlichen moderaten Al-Qaidah-Freiheitskämpfern zu brechen.
hansriedl 10.01.2018
2. Eine politische Lösung in Syrien zu untergraben.
"Jetzt ist es so weit",der Abgesang des Despoten Nachdem die PKK im Nordirak hohe türkische Geheimdienstagenten hops genommen haben und diese so manches ausgeplaudert haben,ist Feuer am Dach des Palastes in Ankara. Derzeit wird in der Demokatischen Föderation Nordsyrien und im Nordirak das komplette Netzwerk der Agenten aufgerollt. Da hilft dem Despoten anscheinend nur mehr eine Vorwärtsstrategie, also Krieg gegen die Demokratische Föderation, die den von der Türkei unterstützten IS weitgehend besiegt haben. Die Kurden und die mit ihnen Verbündeten Volksgruppen haben jahrelange Kampferfahrung,noch zählen Russland und die USA zu ihren Unterstützern,sie haben zehntausende Männer und Frauen unter Waffen und sie wissen wie sie ihre junge Freiheit verteidigen müssen. Erdogan wird fallen!
petersie 10.01.2018
3. Ui, Türkei bestellt ein!
Wow, die "demokratische Türkei" bestellt die Botschafter ein! Was sucht die Türkei in Syrien??? Was will der Diktator dort erreichen??? Gabriel sagt, es entspannt sich... wo, weiß nur er...
Dmitrii 10.01.2018
4. Warum?
"die noch von Rebellen kontrolliert wird. Sie werden vom syrischen Ableger der Qaida-Terrororganisation dominiert." - Warum nicht ?
recepcik 10.01.2018
5. Die Türkei geht in ihrer Rolle
Als Anwalt der islamistischen Terroristen voll auf. Es ist unverständlich, daß es international ohne Konsequenzen bleibt. Im eigenen Land wurden die kurdischen Städte platt gemacht, aber bei Angriffen auf islamistische Terroristen geht die Türkei auf Barrikaden. Es ist verwunderlich, daß die Türkei noch nicht auf der Liste der Schurkenstaaten ist.
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