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Türkische Luftangriffe: Kurdenpräsident fordert PKK zum Verlassen des Nordiraks auf

Seit einer Woche in der Offensive: Türkische Luftwaffe auf der Incirlik Air Base in Adana Zur Großansicht
AP/dpa

Seit einer Woche in der Offensive: Türkische Luftwaffe auf der Incirlik Air Base in Adana

Die Türkei hat in ihrem Kampf gegen die PKK offenbar Zivilisten im Nordirak getötet. Kurdenpräsident Barzani fordert die Rebellen nun auf, die Region zu verlassen - für die Sicherheit seines Volkes.

Die Regierung des autonomen irakischen Kurdistans hat die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) aufgefordert, den Nordirak zu verlassen. Das berichtete die Nachrichtenseite "Rudaw" am Samstag unter Berufung auf eine Erklärung des Büros von Präsident Masoud Barzani. Der Chef der Autonomieregion verurteilte die jüngsten Bombardements und rief die Türkei und die PKK auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die PKK solle die Region Kurdistan verlassen, um nicht das Leben kurdischer Zivilisten zu gefährden, forderte Barzani demnach.

Am Samstagmorgen hatte die türkische Luftwaffe erneut mutmaßliche PKK-Einrichtungen im Nordirak angegriffen. Dabei sollen bis zu zehn Zivilisten getötet worden sein. Unter den Opfern sollen auch eine hochschwangere Frau und fünf Kinder sein.

Kurden-Präsident Barzani: "Nicht das Leben kurdischer Zivilisten gefährden" Zur Großansicht
REUTERS

Kurden-Präsident Barzani: "Nicht das Leben kurdischer Zivilisten gefährden"

Die Angriffe auf die PKK bringen Barzani politisch in eine schwierige Lage. Zwar herrscht zwischen seinen Peschmerga-Truppen und der PKK eine militärische Konkurrenz, aber im Kampf gegen den "Islamischen Staat" im Nordirak agieren sie gemeinsam. Hinzu kommt, dass Barzani in der Kurden-Hauptstadt Arbil mit der Partei PUK koaliert, die der PKK nahesteht. Gleichzeitig ist die Region schon allein wirtschaftlich eng mit dem Nachbarn Türkei verflochten.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK im irakischen Kurdistan begonnen und den Friedensprozess mit der Organisation aufgekündigt. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen. Sie gibt der türkischen Regierung eine Mitschuld an dem Anschlag von Suruc bei dem ein Selbstmordattentäter des "Islamischen Staats" während eines Treffens von prokurdischen jungen Aktivisten einen Sprengsatz zündete.

Bei ihrem militärischen Feldzug gegen die PKK hat die türkische Luftwaffe bisher rund 260 Menschen getötet und 400 verletzt. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak forderte ein Ende der türkischen Luftangriffe. Die Führung in Ankara befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei beflügeln könnte. Sowohl die PKK als auch Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet. Die türkische Regierung spricht von einem "Krieg gegen den Terrorismus". Allerdings griff die Luftwaffe den IS bisher nur drei Mal an, die PKK hingegen Dutzende Male.

ler/dpa/AFP

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insgesamt 58 Beiträge
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1. richtig gehandelt, Herr Barzani
rbn 01.08.2015
warum sollen die Kurden für andere den Kopf hinhalten und sich von denen zum Dank "völkermorden" lassen. Mögen doch die Türken und die Amerikaner sehen, wie sie mit den schwarzen Kopfabschneidern des IS fertig werden. Ich hoffe nur, dass die Bundeswehr weiterhin die Kurden ausbildet damit die sich verteidigen können.
2. Erdogans Wahlkampf-Krieg kostet auch viele Kinder das Leben.
vor.morgen 01.08.2015
Tun kann er das nur, weil er die Erlaubnis der USA hat. Die wiederum bekommen dafür einen Flugplatz zur Benutzung. Von dem sie schneller im IS Gebiet sind. IS-Kämpfer töten und "Kollateralschäden" verursachen. Was so unaufgeregt klingt, sind dann wieder Kinde und Frauen. Zusätzlich verringert die Türkei so die Kampfkraft gegen die IS am Boden. Denn PKK Kämpfer im Irak und Syrien, kämpfen im Augenblick vor allem gegen die IS. Stoppt Erdogan. Stoppt Obama. Und was sagt der Internationale Gerichtshof dazu? Sind das Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder nicht???
3. lächerlich
pedepablo 01.08.2015
und wir helfen den Türken... Schluß aus sofort damit! erdogan die schlange! mit ruckendeckung der amis usw. hallo erdogan = IS, aus der nato schmeißen und Sanktionen sämtlicher Art! massen abachlachtung der kurden warum? in der Türkei wrrden heute noch christen verfolgt warum? ende Schluß aus badta so nicht! filtert mein beitrag euhig raus aber das die warheit nix andres. traurig was passiert auf der welt egal ob von unsren Politikern oder irgendwelchen andren, wir sind alle Menschen wir könnten schon hundert tausend jahre weiter sein aber nwin krieg Zerstörung usw. hat vorrang nicht der mensch an sich
4. Barzani
maxbeck54 01.08.2015
ist kein Kurdenpräsident. Er arbeitet mit den Türken zusammen und will die lästige Konkurrenz weg haben. Er sollte lieber die Türkei mahnen, die Souveränität Iraks zu respektieren. Seine Peschmerga hatten sich vor Angst gegenüber ISIS verkrochen als die Konkurrenz mit Mut sich denen gegenüberstellte und Tausende Menschen das Leben rettete. Barzani sollte sich schämen.
5. Verkauft - Verraten - Barzani
stowolle 01.08.2015
Machterhaltung um jeden Preis, Verrat am eigenen Volk: der von der Türkei und dem Westen hofierte "Präsident" Barzani und sein Clan fällt den tapfersten Kämpfern gegen den "Islamischen Staat" in den Rücken. Nochmal zur Erinnerung: es waren die kurdischen Peshmerga des Herren Barzani, die tausende wehrloser Jesisen im Sindschar-Gebirge sich und ihrem Schicksal überließen, als die vorrückenden Idiotenbanden des des "IS" Mird und Totschlag ankündigten! Es war die kurdische PKK (nicht die von Deutschland mit Waffenhilfe unterstützten Peshmerga!) die unter Verlusten die Jesiden befreiten und in Sicherheit brachten! Ekelerregend - anders empfinde ich es nicht, dass machtgietige Schmierengesellen wie Barzani der Zürkei und Obama zu Kreuze kriechen und sn den Lippen hängen. Verraten und verkauft sind die Helden. Politik ist ein schmutziges Gewerbe.
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