Blutbad in Reyhanli: Türkei macht Syriens Geheimdienst für Anschlag verantwortlich

AFP

Für die Regierung in Ankara ist der Fall klar: Das syrische Regime soll hinter dem Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli stecken, bei dem mindestens 46 Menschen getötet wurden. Neun Verdächtige wurden festgenommen. Die Türkei droht Assad mit Vergeltung. Damaskus bestreitet jede Verantwortung.

Ankara/Berlin - Bei der Suche nach den Hintermännern des Anschlags von Reyhanli verfolgen die türkischen Ermittler eine erste heiße Spur. Das Bombenattentat, bei dem am Samstag 46 Menschen getötet und etwa 140 weitere verletzt wurden, sei von einer türkischen Gruppe mit Verbindungen zum syrischen Regime verübt worden, behauptet Vizepremier Besir Atalay in Ankara: "Wir haben herausgefunden, dass die Organisation und die Angreifer Beziehungen zum Geheimdienst in Syrien unterhalten haben", so der Politiker. Neun türkische Staatsbürger seien inzwischen als Verdächtige festgenommen worden.

Damaskus weist diese Anschuldigungen zurück. Syriens Informationsminister Omran al-Soabi sagte, niemand habe das Recht diese falschen Vorwürfe zu erheben. "Solche Verbrechen entsprechen nicht dem Verhalten der syrischen Regierung", erklärte der Politiker. Indirekt machte er die türkische Regierung selbst für das Blutbad verantwortlich, die das Grenzgebiet in ein "Zentrum des internationalen Terrorismus" verwandelt habe.

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Blutbad in der Türkei: Bombenattentat in Reyhanli

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, der Anschlag trage die Fingerabdrücke der Verantwortlichen des Massakers in der syrischen Stadt Banias. Nach Angaben von Augenzeugen sollen syrische Regierungstruppen und verbündete Milizionäre dort am vergangenen Wochenende mindestens 62 Zivilisten getötet haben. Davutoglu warf dem Assad-Regime daraufhin "ethnische Säuberungen" vor.

Die Behörden haben nach Angaben der türkischen Regierung die Nummernschilder der beiden Fahrzeuge, in denen die Autobomben am Samstag versteckt waren, entdeckt. "Dieses grausame Verbrechen steht nicht in Verbindung zu den syrischen Flüchtlingen oder der syrischen Opposition", sagte Atalay. Die Mehrzahl der 46 Toten seien türkische Staatsbürger. 56 Verletzte wurden am Sonntagmorgen noch immer in Krankenhäusern behandelt.

"Wir werden alles Nötige unternehmen"

Am Samstagmittag waren binnen 15 Minuten zwei Autobomben im Stadtzentrum von Reyhanli explodiert, einer Kleinstadt nahe der syrischen Grenze. Die Sprengsätze detonierten nahe der Kommunalverwaltung und des Postamts. In dem Ort und in angrenzenden Gemeinden leben derzeit etwa 20.000 Syrer in Notunterkünften. Die 60.000-Einwohner-Stadt gilt zudem als Umschlagplatz für Waffenschmuggel nach Syrien. In den vergangenen Wochen wuchsen die Spannungen zwischen Einheimischen und Bürgerkriegsflüchtlingen.

Vizeregierungschef Bülent Arinç drohte dem Regime in Damaskus: "Wenn bewiesen ist, dass Assad für den Anschlag verantwortlich ist, werden wir alles Nötige unternehmen", sagte er in Ankara. Am späten Samstagabend verhängte ein Gericht nach Angaben des türkischen TV-Senders NTV eine Nachrichtensperre über Reyhanli und die Umstände des Attentats. Grund seien "Staatsgeheimnisse", die geschützt werden müssten.

Die türkische Regierung gehört zu den schärfsten Kritikern des syrischen Diktators. Schon früh nach Beginn des Aufstands gegen Baschar al-Assad forderte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan dessen Rücktritt. Die Türkei hat etwa 300.000 Kriegsflüchtlinge aus dem südlichen Nachbarland aufgenommen. Unter ihnen sind zahlreiche desertierte Offiziere der syrischen Armee. Die syrische Exil-Opposition hält regelmäßig Treffen in Istanbul und Ankara ab.

In der vergangenen Woche hatte die türkische Regierung ihren Ton gegenüber Damaskus noch einmal verschärft: Außenminister Davutoglu warf dem syrischen Regime "ethnische Säuberungen" vor, Premier Erdogan beschuldigte Assad, Giftgas eingesetzt zu haben. Nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" spielt das Krankenhaus von Reyhanli eine Schlüsselrolle bei der Untersuchung von syrischen Bürgerkriegsopfern, die durch Giftgas verletzt worden sein sollen. Zudem forderte Erdogan die Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien.

syd/dpa

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insgesamt 241 Beiträge
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1. Syrien s Geheimdienste
mann30 12.05.2013
sollen verantwortlich sein für den Anschlag, das ist wohl nur die meinung Ankara s, denn der Syriesche Geheimdienst wird sich zu soetwas nicht hinreisen lassen da Syrien damit rechnen muss, das sich die Westliche Welt noch mehr gegen sie richtet. Aber Gerüchte in die Medien setzten, ist ja Ankeras Stärke, und in der westlichen Welt wikommen.
2. Nachdem...
berdyansk_karl! 12.05.2013
die angeblichen Granatangriffe der syrischen Armee auf die Tuerkei sowie der angebliche Chemiewaffeneinsatz der syrischen Armee im Westen nicht die gewuenschte Reaktion gebracht hat (Natokrieg gegen Syrien) und nachdem die islamistischen Terroristen in Syrien kurz vor der Vernichtung stehen, soll jetz also ein zu verabscheuendes und nur zu verurteilendes Bombenattentat der Regierung von Assad in die Schuhe geschoben werden um damit endlich einen Krieg der Nato gegen Syrien zu provozieren! Dies ist so augenscheinlich durchsichtig und erkennbar, die LUEGEN von den angeblichen Massenvernichtungsmitteln des Irakes, sind dagegen nur Kinkerlitz!! Aber so wie bisher sich der Westen, die Tuerkei und einige arabische Vasallen der USA sich in der Syrienfrage nur eine Abfuhr nach der anderen abholten, so wird sich auch dies nach diesen abscheulichen Bombenattentat nicht aendern! Solange Russland damit droht, Syrien im Fall einer Natoagression beizustehen, solange wird es keinen Natoangriff auf Syrien geben! Und der Tuerkei sei gesagt, das sie diese Bombenattentaeter sehr wohl ganz schnell finden wuerde, sie muesste nur in der richtigen Richtung suchen! Und dieser Terroranschlag deutet Eindeutig in Richtung islamistischer Terroristen bzw. Al-Khaida und ihre Terrorableger in Syrien!
3. ...
Hape1 12.05.2013
Zitat von sysopFür die Regierung in Ankara ist der Fall klar: Das syrische Regime soll hinter dem Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli stecken, bei dem mindestens 46 Menschen getötet wurden. Die Türkei droht Machthaber Assad mit Vergeltung. Die Justiz schränkt die Berichterstattung über das Attentat ein. Türkei beschuldigt Syriens Geheimdienst wegen Anschlag in Reyhanli - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-beschuldigt-syriens-geheimdienst-wegen-anschlag-in-reyhanli-a-899309.html)
"Die Behörden hätten die Nummernschilder der beiden Fahrzeuge, in denen die Autobomben versteckt waren, entdeckt." Was stand denn auf den Nummernschilder...... "Organisation mit Beziehung zum syrischen Geheimdienst" oder so etwas? Und wie kommt man mit solchen verräterischen Nummernschilder über die syrisch/türkische Grenze, wo doch alle Grenzübergänge von den "Aktivisten" kontrolliert werden?
4. Krisenherd
hubertrudnick1 12.05.2013
Zitat von sysopFür die Regierung in Ankara ist der Fall klar: Das syrische Regime soll hinter dem Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli stecken, bei dem mindestens 46 Menschen getötet wurden. Die Türkei droht Machthaber Assad mit Vergeltung. Die Justiz schränkt die Berichterstattung über das Attentat ein. Türkei beschuldigt Syriens Geheimdienst wegen Anschlag in Reyhanli - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-beschuldigt-syriens-geheimdienst-wegen-anschlag-in-reyhanli-a-899309.html)
Der Krisenherd wird immer weiter ausgebreitet, die Leidtragenden sind die Menschen die dort leben. Verursacher sind Politiker die nicht gewillt sind sich für ihre Bürger einzusetzen, sondern sie bekämpfen ihre eigenen Landsleute und benutzen dazu ihre Geheimdienste, diese waren und sind imgrunde auch nur Terroristen, die nur darauf aus sind bei anderen, oder auch unter der eigegenen Bevölkerung Terror zu inzenieren. Wer den Terror anklagen will, der sollte aber dann auch seine eigenen Geheimdienste mit einbeziehen, wobei die doch die schützende Hand von der Politik bekommen. Der Syrienkrieg wird sich auf die gesamte Region ausweiten, man verfolgt dabei nur die eigenen Interssen und man wird mit der Zeit nicht mehr Herr über die gesamte Sache sein. Wer von außen diese beiden, oder auch mehreren Gegner noch mit Waffen versorgt, der ist dann imgrunde der Strippenzieher des Krieges. HR
5. wenn ich Assad wäre
Bedie 12.05.2013
Zitat von sysopFür die Regierung in Ankara ist der Fall klar: Das syrische Regime soll hinter dem Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli stecken, bei dem mindestens 46 Menschen getötet wurden. Die Türkei droht Machthaber Assad mit Vergeltung. Die Justiz schränkt die Berichterstattung über das Attentat ein. Türkei beschuldigt Syriens Geheimdienst wegen Anschlag in Reyhanli - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-beschuldigt-syriens-geheimdienst-wegen-anschlag-in-reyhanli-a-899309.html)
würde ich alles unterlassen, was den Westen, eingeschlossen die Türkei, zu militärischen Handlungen zwingen könnte. Da ich annehme, dass die syrische Führung auch über klar denkende Köpfe verfügt, glaube ich eben nicht an ein Attentat, welches die amtierende syrische Regierung in Auftrag gegeben hat, denn diese hätte davon am aller wenigsten. Den meisten Profit aus solchen Aktionen werden mit Sicherheit die sogenannten Rebellen ziehen und denen ist jedes Mittel recht.
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