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Kurden-Konflikt: Türkei bestellt Botschafter Russlands und der USA ein

Berichte über Waffenlieferungen aus den USA: Mitglieder der kurdisch-syrischen YPG Zur Großansicht
DPA

Berichte über Waffenlieferungen aus den USA: Mitglieder der kurdisch-syrischen YPG

Die Türkei schickt ein deutliches Warnsignal an Russland und die USA: Weil beide angeblich die syrischen Kurden unterstützen, hat Ankara nun die Botschafter einbestellt. Es geht um Waffenlieferungen.

Die Türkei hat die Botschafter Russlands und der USA einbestellt und vor einer Unterstützung syrischer Kurden im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gewarnt. Den Botschaftern sei die türkische Sichtweise hinsichtlich der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) übermittelt worden, sagte ein Mitarbeiter des türkischen Außenministeriums. Es seien "notwendige Warnungen" ausgesprochen worden.

Laut der Nachrichtenagentur AP beschwerte sich Premier Ahmet Davutoglu bei den Botschaftern über Berichte zu Waffenlieferungen an die syrischen Kurden, die mit den Rebellen in der Türkei in Verbindung stehen. Den Angaben zufolge wies Davutoglu auf das Risiko hin, dass die Waffen in die Hände der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK fallen könnten.

Der PYD sollen nach türkischer Auffassung weder von russischer noch von US-Seite Waffen oder anderweitige Unterstützung zukommen. Die Türkei sieht die PYD als den syrischen Ableger der PKK an. Letztere kämpft seit 1984 in der Türkei gegen den Staat und ist als Terrorgruppe dort verboten.

Premier Davutoglu: "Notwendige Warnungen" Zur Großansicht
REUTERS

Premier Davutoglu: "Notwendige Warnungen"

In der vergangenen Woche hatte das Pentagon erklärt, das umstrittene US-Ausbildungsprogramm für moderate Rebellen in Syrien auszusetzen und sich stattdessen auf die Ausrüstung ausgewählter Rebellenführer zu konzentrieren, die aktiv gegen den IS kämpfen. Russland unterstützt mit Luftangriffen in Syrien vor allem Staatschef Baschar al-Assad; in der vergangenen Woche gab es Gespräche eines russischen Vertreters mit PYD-Chef Salih Muslim über den Kampf gegen den IS.

kev/AFP/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 107 Beiträge
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1.
Karbonator 14.10.2015
Eine schöne Vorbereitungen für eventuelle Eskalationen... schließlich sind am 1.11. Wahlen in der Türkei und die AKP und vor allem Erdogan wollen ihre Macht auf keinen Fall abgeben - angesichts der langsam, aber stetig wachsenden Unruhe innerhalb der Bevölkerung sind folglich allerlei Szenarien denkbar, die Türkei in einen wie auch immer gearteten militärischen Konflikt zu stürzen (mal vom Krieg im Inneren gegen die PKK abgesehen).
2. Macht geht vor Vernunft
Trollfrühstücker 14.10.2015
Die türkische Regierung qualifiziert sich immer mehr als Beitrittskandidat für Russland: Hauptsache, der "innere Feind" wird bekämpft, egal, wie sehr es den Interessen des eigenen Volks schadet. Daß die türkische Regierung mehr Angst vor der PKK als dem IS hat wird sich als eine der größten Fehleinschätzungen der Nachkriegsgeschichte erweisen.
3. Eine moderne Diktatur
thlogical 14.10.2015
Wer mit den Finger auf Syrien zeigt sollte sich die türkei gerne mal ansehen. Eine wirklich lupenreine Demokratie oder wie nannte man die Alleinherrschaft eines Einzelnen.
4. 651
otto_iii 14.10.2015
Das ist nun allerdings ein heftiger Affront gegenüber den USA. Wen soll Obama denn nun noch unterstützen? Assad nicht, Al-Nusra nicht, die Kurden nicht... Wer bleibt denn da noch um gegen den IS zu kämpfen?
5.
msvanessacheng 14.10.2015
Es wird immer dynamischer/dramatischer :) Also stellt sich doch heraus, dass die legitime syrische Regierung die einzige Kraft gegen den IS bleibt.
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