Nach Brandanschlägen Türkei bestellt deutschen Botschafter ein

Die türkische Regierung ist beunruhigt über die Anschläge auf muslimische Einrichtungen in Deutschland. Der deutsche Botschafter muss sich nun in Ankara erklären.


Nach der Serie von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen in Deutschland hat das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt. Das Ministerium habe Martin Erdmann eine entsprechende Note überreicht, sagte der türkische Regierungssprecher Bekir Bozdag nach einer Kabinettssitzung in Ankara.

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland eine Reihe von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen gegeben, bei denen der Hintergrund nicht eindeutig geklärt ist. Ein Zusammenhang zur türkischen Militäroffensive gegen Kurden in Nordwestsyrien wird für möglich gehalten. Die türkische Regierung geht davon aus, dass die Angriffe von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verübt worden sind.

Seine Regierung sei "beunruhigt" über die Vorfälle, sagte Bozdag. Obwohl die Bundesregierung versichere, Vorkehrungen zu treffen, komme es immer wieder zu Angriffen auf muslimische Einrichtungen. Man erwarte von Deutschland sensibler bei dem Thema zu sein.

Bereits am Sonntag hatte das türkische Außenministerium die deutschen Behörden aufgefordert, "die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass sich dies wiederholt".

In der Region Afrin geht die türkische Armee seit dem 20. Januar mit einer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein.

kry/dpa/AFP



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