Wirtschaftskrise am Bosporus Türkei bittet Berlin um Hilfe

Um den wirtschaftlichen Niedergang zu bremsen, macht sich die Regierung in Ankara auf die Suche nach Unterstützern aus dem Ausland. Besondere Hoffnung setzen die Türken nach SPIEGEL-Informationen auf Deutschland.

Skyline von Istanbul
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Skyline von Istanbul

Von und Christoph Schult


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan behauptet gerne, dass Europa die Türkei mehr brauche als die Türkei Europa. Wenn man sich die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei anschaut, ist es derzeit eher andersherum. Erdogan lässt derzeit erkunden, wie er mit Hilfe von ausländischen Partnern die ökonomische Krise abfedern kann.

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Heft 9/2017
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Besondere Hoffnung setzt er dabei auf die Bundesregierung. Am Mittwoch vergangener Woche reiste der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek zu Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Berlin. Bei dem vertraulichen Treffen ging es nach SPIEGEL-Informationen um die labile Wirtschaftslage in der Türkei und die Frage, was Deutschland zu deren Stabilisierung beitragen könne. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Im Vordergrund stand die Frage, wie wieder mehr europäische, vor allem deutsche Touristen in die Türkei gelockt werden könnten. Schäuble machte seinem Gast klar, dass dessen Regierung entschlossener gegen den Terrorismus vorgehen müsse, um die Sicherheitslage zu beruhigen. Im Gespräch war auch, wie die Entwicklungsbanken beider Länder besser zusammenarbeiten könnten, um vor allem die Wirtschaft im ländlichen Raum der Türkei zu fördern.

Die türkische Wirtschaft ist nach dem gescheiterten Putschversuch und den anschließenden politischen Turbulenzen in die Rezession geraten. Touristen meiden das Land. Unterstützung für die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan ist politisch heikel, weil er die Türkei zu einem autokratischen Präsidialsystem umbauen will. Im April soll das Volk darüber in einem Referendum entscheiden. Die Bundesregierung will den Eindruck vermeiden, sie unterstütze Erdogan in seiner Kampagne.

Nach den Konflikten um die Armenien-Resolution des Bundestages und die Stationierung deutscher Tornados auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik hat man in Berlin den Eindruck gewonnen, dass die türkische Regierung von ihrem außenpolitischen Eskalationskurs gegenüber Deutschland abgerückt ist.

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